kiez:story – ich sehe was, was du nicht siehst

Im neuen Projekt kiez:story, das ufuq.de gemeinsam mit medialepfade.org konzipiert und umsetzt, erhalten Jugendliche die Möglichkeit, sich selbst auf die Suche nach Geschichtszeugnissen in ihrem Kiez und familiären Umfeld zu machen und diese für die Öffentlichkeit darzustellen. Das auf drei Jahre angelegte Modellprojekt wird durch von ufuq.de qualifizierte Teamende an drei Berliner Schulen im Rahmen von Schul-AGs umgesetzt, die mit dem neuen Schuljahr im August 2020 starten.

Was machen wir konkret in den AGs?

In den AGs erfahren die Jugendlichen etwas über jene Teile der deutschen Geschichte, die seltener Eingang in die Geschichtsbücher finden: Wie war es, als mein Großvater als junger Mann in den 1960er Jahren als „Gastarbeiter“ nach Berlin kam? Wie war es für meine Mutter, in einer sogenannten „Ausländerklasse“ Deutsch zu lernen? Welches historische Ereignis hat mich am meisten berührt, und wieso? Was erlebten Geflüchtete – auch deutscher Herkunft – damals und heute, und wie sah beziehungsweise sieht ihr Alltag aus? Welche Spuren gibt es Berlin? Welche in unserem Kiez?

Mit dem Wissen über die Vergangenheit soll auch der Blick in die Zukunft gewagt werden: Wie möchten wir in Zukunft in unserem Kiez zusammenleben? Was muss sich ändern und was können wir dafür tun?

Denn wenn wir anfangen, uns auszutauschen, werden plötzlich Geschichten sichtbar, die sonst nur selten erzählt werden. Die Jugendlichen werden dazu ermutigt, sich selbst auf die Suche nach solchen Spuren und Geschichten zu machen. Die Schüler*innen lernen, Interviews zu führen und diese mit Fotos und interaktiven Karten zu dokumentieren. Besonders interessieren uns dabei Migrationsgeschichten – wobei wir das Verständnis stark machen möchten, dass praktisch alle Menschen auf Migrationsspuren stoßen, wenn sie sich genauer mit ihrer eigenen (Familien-)Geschichte auseinandersetzen.

Am Ende jeder AG werden die Ergebnisse in einer kleinen Ausstellung und auf einer eigens entwickelten Webseite präsentiert.

An wen richtet sich das Projekt?

Das Projekt richtet sich an Jugendliche im Alter von 14 bis 19 Jahren. Darüber hinaus werden pädagogische Fachkräfte angesprochen, die mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu Kiezgeschichte arbeiten möchten und sich für narrative, erfahrbare Ansätze interessieren. Auch durch die Schulung und kontinuierliche Weiterqualifizierung von neun Teamenden erzielt das Projekt eine längerfristige Wirkung über den Projektkontext hinaus.

Wer setzt das Projekt um und von wem wird es finanziert?

kiez:story ist ein Projekt von ufuq.de und wird in enger Zusammenarbeit mit medialepfade.org konzipiert und umgesetzt. Der Verein medialepfade.org arbeitet im Feld der Medienpädagogik und versucht, neue mediale Pfade des Lernens und der Beteiligung in einer digitalen Gesellschaft zu begehen.

kiez:story wird durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ und die Robert Bosch Stiftung GmbH gefördert.

Gibt es weitere Fragen?

Das Team von kiez:story beantwortet sie gerne:

Tel.: 030-98 34 10 51