Radikalisierung und Prävention

Neue Haltungen gegen Unmut: Forderungen an eine gesamtgesellschaftliche Präventionsarbeit

“Nur wenn Jugendliche sich in ihrem Unwohlsein, ihrer Angst oder eben Wut anerkannt fühlen, kann von ihnen erwartet werden, in einem zweiten Schritt eigenes Schwarz-Weiß-Denken und eigene Feindbilder zu hinterfragen”, schreibt Sindyan Qasem in seinem Beitrag zu einem gesamtgesellschaftlichen Verständnis von Präventionsarbeit. Die Prävention von demokratie- und freiheitsfeindlichen Einstellungen beinhaltet auch die Bereitschaft, die Erfahrungen von jungen Muslim_innen ernst zu nehmen und in der Bildungsarbeit aufzugreifen.

Salafismus in Deutschland – ein Thema für Unterricht und Schule

Die Ausreise von Jugendlichen nach Syrien und in den Irak ist auch an vielen Schulen ein Thema. Salafistische Orientierungen und Verhaltensweisen werden allerdings nicht erst dann zum Problem, wenn Jugendliche zu Gewalt aufrufen. Auch sozialer Druck und rigide Welt- und Feindbilder beeinflussen das Klassenklima und fordern Lehrkräfte heraus. Ein wichtiger Ansatz der Präventionsarbeit besteht darin, die muslimische Religiosität vieler Schülerinnen und Schüler anzuerkennen und sie in ihrer deutsch-muslimischen Identität gegen die Opferideologie und Abwertungen der salafistischen Propaganda zu stärken, schreibt Götz Nordbruch in diesem Artikel.

Prävention in der Schule: The Kids Are All Right

Junge Muslim_innen in Deutschland spüren ganz genau, ob sie von ihrer mehrheitsgesellschaftlichen Umwelt als Dazugehörige wahrgenommen und anerkannt werden. Erst Misstrauen und Ausgrenzung schaffen das Klima, in dem Radikalisierung möglich wird. (Jochen Müller)

Präventionsarbeit in der Schule: Symbole allein reichen nicht

Wie kann man dem Einfluss salafistischer Prediger auch an Schulen vorbeugen? Nach den Anschlägen in Paris steht diese Frage auf der Tagesordnung. Dabei wären die Anschläge auch Anlass, die Erfahrungen und Perspektiven gerade junger Muslime aufzugreifen, um einer Instrumentalisierung von Benachteiligungen und Rassismus durch Salafisten entgegenzuwirken, schreibt Götz Nordbruch (ufuq.de) in diesem Beitrag. Um der Opferideologie von Predigern wie Pierre Vogel etwas entgegenzusetzen, sind Diskussionen allein aber nicht ausreichend.

„Gewaltbereite Rückkehrer – wie können wir präventiv deren Zug in den Krieg verhindern?“ – Stellungnahme von ufuq.de

Der Unterausschuss „Zivile Krisenprävention, Konfliktbearbeitung und vernetztes Handeln“ des Deutschen Bundestages behandelte das Thema „Gewaltbereite Rückkehrer – wie können wir präventiv deren Zug in den Krieg verhindern?“ (6. Oktober 2014) und hatte dazu Vertreter_innen der Jugend Islamkonferenz, der Beratungsstelle Hayat und ufuq.de eingeladen. Ein Video der Veranstaltung finden Sie hier.

“Scharia-Polizei” in Wuppertal: Hysterie hilft nicht weiter

Die “Scharia-Polizei” des salafistischen Predigers Sven Lau in Wuppertal machte in den vergangenen Tagen auch in der überregionalen Presse Schlagzeilen. Übersehen wurde dabei allzu oft der gesellschaftliche Kontext, in dem diese Aktion stattfand. In seinem Beitrag beschreibt Sindyan Qasem (ufuq.de) die Ursachen, weshalb solche Aktionen bei manchen Jugendlichen auf Unterstützung stossen.

Identität und Zugehörigkeit – Jenseits von Eindeutigkeiten

Wie man sich selbst sieht, hängt auch damit zusammen, wie die Umwelt einen wahrnimmt. Umso größer sind die Hürden gerade für junge Muslime, einen selbstverständlichen Umgang mit ihrer deutsch-muslimische Identität zu entwickeln. In der Prävention von islamistischen Orientierungen spielt daher die Anerkennung muslimscher Religiosität eine wichtige Rolle. Dieser Text von Götz Nordbruch (ufuq.de) erschien ursprünglich in der Dokumentation des Projektes “Ikram – Präventive Bildungsprozesse zum Islamismus im Rahmen der Ganztagsschule gestalten” der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitimus (KIgA).

„Wieviel Islam verträgt das Land?“ Warum die Islamfeindschaft ein gesellschaftliches Problem ist – und nicht der Islam

Die Sarrazin-Debatte bestätigt die Vorbehalte, die in der Bevölkerung gegenüber Muslimen und dem Islam verbreitet sind. An die Stelle “der Ausländer”, die noch in den 90er Jahren im Mittelpunkt von Ressentiments und rassistischen Anfeindungen standen, sind mittlerweile “die Muslime” getreten. In der Arbeit mit jungen Muslimen kommt daher der Anerkennung ihrer Biographien und ihrer Religiosität eine besondere Rolle zu, schreibt Jochen Müller (ufuq.de) in diesem Beitrag.