Plurale Bewegungen für Solidarität! Was ist der Kitt postmigrantischer Allianzen?

Bis heute spalten Debatten um Migration Gesellschaft in Befürworter*innen und Gegner*innen von Vielfalt. Vermehrt finden sich dazu junge zivilgesellschaftliche Akteur*innen für Solidaritätsbekundungen mit Betroffenen in Demonstrationen und Protestbewegungen zusammen, bei denen es auch zu Bündnissen und Allianzen kommt. Welche Faktoren begünstigen Entstehung und Entwicklung dieser Bündnisse? Auf welcher Grundlage entsteht Solidarität in pluralen Gesellschaften und in postmigrantischen Allianzen? Die Sozialwissenschaftlerin Katarina Stjepandić hat dazu geforscht.

Migration ist längst schon Realität. Trotzdem bestimmen spätestens seit dem „Sommer der Migration“ im Jahr 2015 die Fragen danach, wie wir in einer pluralen und vielfältigen Gesellschaft zusammenleben wollen, erneut gesellschaftliche und politische Debatten. Das zeigt sich auf mehreren Ebenen: Neben politischen und medialen Diskursen werden Konflikte um Migration vermehrt auch auf der Straße in Form von Protest und Demonstrationen ausgetragen. Als zentrales Mittel demokratischer Meinungsäußerung machen Proteste und Demonstrationen gesellschaftliche Konflikte sichtbar und geben Hinweise sowohl auf sich herausbildende Konfliktlinien als auch auf die Zusammensetzung der Zivilgesellschaft als solche. Zwar absorbiert derzeit die Covid-19-Pandemie die öffentliche Aufmerksamkeit, dennoch bleiben Migrations-, Flucht- sowie Asylthemen und damit Fragen nach Zugehörigkeit, Solidarität und Teilhabe marginalisierter Gruppen nicht lediglich latent, im Gegenteil: Sie gewinnen an Bedeutung. Gerade in der jüngeren Vergangenheit beobachten wir in Deutschland einen regelrechten Mobilisierungsschub der Zivilgesellschaft. Zum einen treten neue, junge, migrantische Akteure zunehmend selbstbewusst und fordernd auf die Bildfläche und zum anderen erleben wir eine breite Solidarisierungswelle innerhalb der Gesamtgesellschaft, aus welcher zunehmend plurale, postmigrantische Allianzen entstehen.

Katarina Stjepandić ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) an der Humboldt-Universität zu Berlin.
Sie forscht und promoviert zu migrationsbezogenem Protest, Solidarität und kollektiven Identitäten in postmigrantischen Gesellschaften.

Migration mobilisiert – Schlaglichter auf pro-migrantische Bewegungen

Migration ist und bleibt ein Thema, das in der Lage ist, Gesellschaften zu polarisieren. Um genauer zu sein: Migration wurde immer wieder zu einem Thema gemacht, welches Gesellschaften polarisiert. Mit Polarisierung ist gemeint, dass sich auf beiden Seiten des Spektrums Positionen und Haltungen zuspitzen und sich teilweise unversöhnlich gegenüberstehen. Auf der einen Seite beobachten wir exklusiv-nationalistische Bewegungen wie Pegida, den Wahlerfolg der AfD und die tiefen Verstrickungen rechtsextremistischer Positionen innerhalb der Corona-Gegner*innen. Auf der anderen Seite erkennen wir progressive Teile der Zivilgesellschaft, die Pluralität und Heterogenität befürworten und sich für eine offene und solidarische Gesellschaft einsetzen.

Da wäre zum einen der beispiellose Engagementschub ab 2015 in der ehrenamtlichen Geflüchtetenarbeit zu nennen (Karakayali und Kleist 2016), der als „Willkommenskultur“ weltweite Beachtung fand. Da sind ferner zahlreiche Bündnisse wie #unteilbar, #ausgehetzt, die Seebrücke und Welcome United, die seit 2018 eine regelrechte Protestwelle ausgelöst und hunderttausende Menschen auf die Straßen zahlreicher Städte in Deutschland gebracht haben, um gegen Rassismus, Ausgrenzung und für Solidarität zu demonstrieren (Stjepandić und Steinhilper 2019). Da sind Kampagnen, Gruppen und Protestereignisse wie #LeaveNoOneBehind, #SoGehtSolidarisch, die Migrantifa und die #BlackLivesMatter-Bewegung in Deutschland, die auch während der Pandemie den Finger in die Wunde legen und auf die Situation in Moria, die rassistischen Attentate in Hanau und Halle, auf rassistische Polizeigewalt, die Situation geflüchteter Menschen in Sammelunterkünften oder die unmenschlichen Arbeitsverhältnisse von migrantischen Arbeiter*innen beispielsweise in der Fleischindustrie aufmerksam machen (Zajak, Stjepandić, und Steinhilper 2020).

Zivilgesellschaftliches Engagement im Bereich Migration, Flucht und Asyl, Protest und Mobilisierung entlang migrationsbezogener Fragen, ebenso wie Antirassismus auch unabhängig von Migration, sind nicht per se ein Novum in Deutschland. Auch in den 1990er Jahren gab es Großdemonstrationen, welche weite Teile der Zivilgesellschaft zusammengebracht haben, beispielsweise, um gegen die Beschneidung des Asylrechts 1993 zu protestieren oder um eine Antwort auf die rassistischen Pogrome in den 90er Jahren in Solingen, Mölln, Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen zu geben (Rucht und Heitmeyer 2008). Dennoch gibt es große Unterschiede zur gegenwärtigen Situation: Seit den 90er Jahren hat sich die Gesellschaft in Deutschland nicht nur demografisch verändert, sondern auch in ihrem Selbstverständnis. Die empirische Realität, eine Migrationsgesellschaft geworden zu sein, kann faktisch nicht mehr bestritten werden. Darüber hinaus hat sich auch die Struktur der engagierten Zivilgesellschaft verändert. Auch und vor allem beobachten wir eine stärkere Vernetzung progressiver Kräfte in der Gesellschaft und eine damit einhergehende Herausbildung von neuen Bündnissen, die, wie Naika Foroutan es nennt, auf die Herausbildung postmigrantischer Allianzen (Foroutan 2019; Stjepandic und Karakayali 2018) hindeuten.

Im nächsten Abschnitt wird daher der Kontext der jüngeren Einwanderungsgeschichte in Deutschland mit der Perspektive der postmigrantischen Gesellschaft genauer beleuchtet. Welche Entwicklungen und Dynamiken haben die Herausbildung dieser Bündnisse, Initiativen und Gruppen begünstigt? Und auf welcher Grundlage entsteht Solidarität in pluralen Gesellschaften, in postmigrantischen Allianzen?

Der Kontext – eine postmigrantische Perspektive auf Anerkennung und Teilhabe

Das „Post“  von postmigrantisch meint, dass Migration längst schon eine zentrale Rolle in dieser Gesellschaft eingenommen hat, dass Migration diese Gesellschaft längst schon maßgeblich prägt und es nicht mehr darum geht, ob, sondern wie Migration verhandelt und wie mit Migration umgegangen wird (Foroutan 2019). Zunächst also ein Blick in die Zahlen: Dem statistischem Bundesamt zufolge haben bereits ein Viertel der hier lebenden Menschen einen Migrationshintergrund (Statistisches Bundesamt 2020). Bei Kindern unter fünf Jahren trifft diese Kategorie im Jahr 2019 bereits auf über 40 Prozent zu (Ibid.). Laut dem Mikrozensus hatten im Jahr 2019 über ein Drittel der Schüler*innen an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen einen Migrationshintergrund (Statistisches Bundesamt 2020b). Gemessen an der Gesamtbevölkerung in Deutschland machte die Fluchtmigration seit dem „Sommer der Migration“ 2015 lediglich eine Zunahme von 2,2 Prozent aus. Migrationsbezogene Pluralität ist demnach ein Produkt weitreichender und langfristiger Prozesse und Dynamiken, die sicherlich mit der Gastarbeiter*innenmigration ab Mitte der 50er Jahre ein signifikantes Hoch erreichten, aber auch schon vorher, während des Ersten und Zweiten Weltkrieges, in Form von Arbeitsmigration, Zwangsmigration und Vertreibung eine zentrale Rolle spielten (Hochstadt und Bade 2001).

Die Frage, ob Deutschland ein Einwanderungsland ist, wurde jedoch seitens der Politik über Jahrzehnte ignoriert. Obwohl spätestens mit der bereits genannten Gastarbeiter*innenmigration 14 Millionen Menschen eingewandert waren, wurde erst knapp ein halbes Jahrhundert später – im Jahr 2001 – offiziell anerkannt, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist (Unabhängige Kommission „Zuwanderung“ 2001). Welche Wirkung hatte diese Anerkennung? Grundsätzlich lässt sich darauf antworten, dass zunächst einmal das Ausbleiben dieses offiziellen Zugeständnisses durch die Politik eine Imagination von Homogenität und Exklusivität beförderte. Mit der Anerkennung, so Foroutan, bekamen die Kämpfe und Forderungen von Migrant*innen und ihren Allianzpartner*innen, die für sich genommen längst schon stattfanden und einen erheblichen Einfluss auf die Transformation der Politik und Gesellschaft hatten, eine neue Qualität (Foroutan 2019). Sie erhielten eine legitime Grundlage, auf der sie nun Anerkennung, Teilhabe und gleiche Rechte aushandeln, einfordern und sich selbstbewusster gegen Ungleichbehandlung zur Wehr setzen konnten. Diese Grundlage ergibt sich neben der offiziellen Anerkennung, ein Einwanderungsland geworden zu sein, auch unmittelbar aus den Grundfesten einer demokratisch verfassten Ordnung, deren Kern das Versprechen der Gleichheit unabhängig von Geschlecht, Alter, Herkunft, sexueller Identität oder Religionszugehörigkeit etc. darstellt. Je mehr und je offensiver Rechte aber eingefordert werden, je sichtbarer Minderheiten höhere Positionen in der Gesellschaft einnehmen, je lauter sie auf den Straßen skandieren, desto schärfer werden die Debatten um Zugehörigkeit und Teilhabe geführt.

Aladin El-Mafaalani (El-Mafaalani 2020) hat diese Tatsache sehr treffend mit dem Begriff des „Integrationsparadoxes“ (ibid.) beschrieben: Je mehr sich marginalisierte Gruppen an die Mehrheitsgesellschaft angleichen, desto ablehnender werden die Positionen ihnen gegenüber. Diese Beobachtung bezieht sich allerdings nicht nur auf Migration. Überall dort, wo binäre Unterscheidungskategorien in Frage gestellt werden, überall dort, wo das Versprechen der pluralen Demokratie beim Wort genommen wird, entstehen Mehrdeutigkeiten und Ambivalenzen. Ganz gleich, ob es sich hierbei um die Einführung des dritten Geschlechts, um Mehrstaatlichkeit, um sexuelle Identitäten, die von heteronormativen Vorstellungen abweichen, oder um die Forderung nach Geschlechtergerechtigkeit handelt. Wer sich für Pluralität ausspricht, in der Lage ist Pluralität nicht nur nicht als negativ zu bewerten, sondern darüber hinaus, sie als etwas Positives zu empfinden, entscheidet sich nicht entlang ethnischer Kriterien, sondern entlang von Haltung und Weltanschauung.

Der Konflikt – so die Annahme der postmigrantischen Perspektive auf Gesellschaften – verläuft nur vordergründig entlang von Migration. Migration stehe nur sinnbildlich für Pluralität, denn im Windschatten der Migrationsabwehr werden gleichzeitig auch andere plurale Lebensentwürfe abgelehnt und abgewertet (Foroutan 2019). Eine postmigrantische Perspektive einzunehmen bedeutet daher immer auch, hinter das dominante Migrationsthema zu blicken und zu erkennen, dass es sich nicht nur um die Verwehrung von Teilhabe migrantischer Gruppen handelt, sondern um die Abwertung aller marginalisierter Gruppen, deren Allianzpartner*innen und all jener, die unter einem demokratischen Gleichheitsanspruch gleiche Rechte für alle und nicht nur für die eigene Gruppe verstehen (ibid.).

Der gemeinsame Nenner – Solidarität in postmigrantischen Allianzen

Die Idee von postmigrantischen Allianzen ist, dass unterschiedliche zivilgesellschaftliche Akteure in Folge einer zunehmenden gesellschaftlichen Polarisierung näher zusammenrücken, Gemeinsamkeiten zwischen ihren Handlungsfeldern, Erfahrungen und ihren Überzeugungen herausarbeiten und sich gemeinsam für Pluralität, Teilhabe und gegen Ausgrenzung positionieren. Äußere Einflüsse befördern das Schmieden von Allianzen: Beispielsweise die Wahrnehmung einer Bedrohungslage durch das Erstarken rechter Kräfte, die veränderte Struktur der Zivilgesellschaft, in der sich migrantische und andere marginalisierte Gruppen selbstbewusster zu Wort melden oder die Tatsache, dass Migrations- und Pluralitätsthemen auch grundsätzlich eine größere Rolle spielen. Gerade bei heterogenen Zusammenschlüssen, das heißt immer dann, wenn ganz unterschiedliche Gruppen und Individuen zusammenkommen, um sich beispielsweise im Rahmen der bereits angeführten Bündnisse oder Protestbewegungen wie #unteilbar, #ausgehetzt, der Seebrücke, Welcome United, #LeaveNoOneBehind etc. zu engagieren, werden Gemeinsamkeiten gesucht, Differenzen ausgeblendet oder überwunden und Solidarität hergestellt.

Auf den ersten Blick erscheinen diese Bündnisse als eine logische Konsequenz progressiver zivilgesellschaftlicher Akteure. Erst bei genauerem Hinsehen drängt sich die Frage auf, was eigentlich innerhalb von beispielsweise #unteilbar Gewerkschaften, queere Gruppen, Klimaschutzorganisationen, kirchliche Akteure, feministische Organisationen, migrantische und Geflüchtetenselbstorganisationen, antirassistische und antifaschistische Gruppen, Wohlfahrtsverbände und Mietrechtsinitiativen miteinander verbindet. Dabei scheinen mehrere Aspekte von Bedeutung zu sein. Auf der einen Seite kennzeichnen sich postmigrantische Allianzen dadurch, dass die Erfahrungen von Ungleichheit, Marginalisierung und Diskriminierung sensibilisierend wirken, dass sie politisieren und sich in eine Mobilisierung übersetzen können. Zentral ist dabei, dass marginalisierte Gruppen Parallelen zu den Marginalisierungserfahrungen anderer Gruppen herstellen und so eine gemeinsame Basis für kollektives Handeln finden. Die Motivation gründet in diesem Fall in biografischen und persönlichen Erfahrungen von Ungerechtigkeit und meint im postmigrantischen Sinne die gesellschaftspolitische Ausgrenzung und die Verwehrung von Teilhabe. Ganz gleich, ob sich der Ausschluss und die Verwehrung der Teilhabe auf Merkmale wie Geschlecht, Herkunft, sexuelle Identität, Alter, soziale Lage oder auf ethnische Merkmale bezieht. Auf der anderen Seite spielen explizit migrationsbezogene Themen gesamtgesellschaftlich eine zunehmende Rolle und lassen sich oftmals nicht mehr getrennt von anderen zivilgesellschaftlichen Kämpfen betrachten: Geht es zum Beispiel um soziale Ungleichheit und prekäre Arbeitsbedingungen, betrifft das im großen Maße Menschen mit migrantischen Biografien. Geht es um Klimawandel, kommt man nicht umher, ihn auch als zentrale Fluchtursache zu begreifen. Schließlich aber zeichnen sich postmigrantische Allianzen vor allem auch dadurch aus, dass sich nicht nur diejenigen zusammenschließen, die von Ungleichheiten betroffen sind, sondern auch jene, die diese schlicht als Unrecht empfinden.

In der Konsequenz richten sich rechte und antidemokratische Anfeindungen auch nicht ausschließlich gegen beispielsweise Migrant*innen oder queere Menschen, sondern ebenso (wenn auch in anderer Form) gegen deren Unterstützer*innen und Allianzpartner*innen. Hier wird deutlich, dass die Konfliktlinie in einer postmigrantischen Gesellschaft entlang der Haltung und Vision des Zusammenlebens verläuft. Indem die Haltung, die ideologische Einstellung und politische Überzeugung von Menschen auch unabhängig von persönlicher Erfahrung von Unrecht als mögliche Grundlage für Solidarität und kollektives Handeln verstanden wird, vergrößert sich zwangsläufig der Kreis derer, die sich als Gegengewicht zu rechten Kräften positionieren und als progressiver Teil der Gesellschaft verstehen. Solidarität, die auf einer gemeinsamen politischen Haltung basiert und in der politischen Praxis entsteht, ist eine inklusive Form der Solidarität, auf deren Grundlage breite Bündnisse in postmigrantischen Gesellschaften entstehen können.

Ausblick – was ist der Kitt?

In postmigrantischen Gesellschaften verschwimmen binäre Unterscheidungskategorien. Kulturelle, ethnische, nationale und religiöse Grenzen oder Verbindungslinien verlieren an Bedeutung. Wenn wir also verstehen wollen, was der Kitt pluraler Gesellschaften ist und sein kann, müssen wir Migration als festen Bestandteil dieser Gesellschaft anerkennen und gleichzeitig über Migration als dominierendes Thema hinausdenken. Wir müssen das Recht auf Teilhabe von einem auf Dauer gestellten Integrationsparadigma lösen, es als grundlegendes Versprechen einer pluralen Demokratie verstehen. Diese Erkenntnis bedarf es vor allem auch in die Bildungsstätten zu tragen, um in der schulischen Praxis Migration als gesamtgesellschaftliche Realität zu entmystifizieren. Wenn es gelingt, Migration und besonders migrationsbezogene Marginalisierung als Möglichkeit anzusehen, auch andere Formen der Nicht-Teilhabe zu adressieren (sei es Nicht-Teilhabe aufgrund sozioökonomischer Benachteiligung, Geschlechterungleichheit oder Diskriminierung auf Grund von pluralen, von heteronormativen Vorstellungen abweichenden sexuellen Identitäten); wenn es gelingt, die Ablehnung von Migration als eine Ablehnung der pluralen Demokratie als solche zu begreifen, ergeben sich neue Schnittstellen, die als Basis für solidarisches Handeln dienen können.

Auf diese Weise werden die Haltung gegenüber grundlegenden demokratischen Prinzipien und die Ablehnung von Ungleichbehandlung zum verbindenden Element. Mit dieser Weitung der Perspektive, die durchaus im schulischen Kontext geübt und vermittelt werden kann, die sich im besten Fall in der weiteren Politisierung der jungen Generation verfestigt und ihr als Handwerk dient, das Versprechen der pluralen Demokratie auch auf der Straße einzufordern, kommen wir der Idee postmigrantischen Allianzen und damit der Vision einer offenen und solidarischen Gesellschaft ein großes Stück näher.

Literatur

El-Mafaalani, Aladin. 2020. El-Mafaalani, Aladin: Das Integrationsparadox. Warum Gelungene Integration Zu Mehr Konflikten Führt. Anthropos. Köln: Kiepenheuer & Witsch.

Foroutan, Naika. 2019. Die Postmigrantische Gesellschaft: Ein Versprechen Der Pluralen Demokratie. Bielefeld: transcript Verlag.

Hochstadt, Steve, und Klaus J. Bade. 2001. “Europa in Bewegung: Migration Vom Spaten 18. Jahrhundert Bis Zur Gegenwart.” The American Historical Review.

Karakayali, Serhat, und J. Olaf Kleist. 2016. EFA-Studie 2 – Strukturen Und Motive Der Ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit (EFA) in Deutschland. Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung.

Rucht, Dieter, und Wilhelm Heitmeyer. 2008. “Mobilisierungen von Und Für Migranten.” In In Die Sozialen Bewegungen in Deutschland Seit 1945, edited by Roland Roth and Dieter Rucht, 573–92. Frankfurt: Campus.

Statistisches Bundesamt. 2020a. Bevölkerung mit Migrationshintergrund – Ergebnisse des Migrazensus  Fachserie 1 Reihe 2.2 – 2019. Wiesbaden: Statistisches Bundesamt.

Statistisches Bundesamt. 2020b. Bevölkerung und Erwerbstätigkeit – Bevölkerung mit Migrationshintergrund – Ergebnisse des Mikrozensus 2019 – Fachserie 1 Reihe 2.2 – 2019. Wiesbaden: Statistisches Bundesamt.

Stjepandic, Katarina, und Serhat Karakayali. 2018. “Solidarität in Postmigrantischen Allianzen: Die Suche Nach Dem Common Ground Jenseits Individueller Erfahrungskontexte.” In Postmigrantische Perspektiven. Ordnungssysteme, Repräsentationen, Kritik, 237–52. Franfurt am Main: Campus.

Stjepandić, Katarina, und Elias Steinhilper. 2019. “Pluralität in Bewegung. #unteilbar Und Co. Als Neue Form Zivilgesellschaftlicher Mobilisierung?” Zeichen, no. 3/2019.

Unabhängige Kommission “Zuwanderung.” 2001. Zuwanderung Gestalten, Integration Fördern: Bericht Der Unabhängigen Kommission “Zuwanderung.” Berlin: Bundesministerium des Inneren.

Zajak, Sabrina, Katarina Stjepandić, und Elias Steinhilper. 2020. “Pro-Migrant Protest in Times of COVID-19: Intersectional Boundary Spanning and Hybrid Protest Practices.” European Societies 0 (Online First): 1–12.


Zum Weiterlesen

Ambiguitätstoleranz – ein zentrales Konzept für Demokratiebildung in diversen Gesellschaften, www.ufuq.de, Februar 2021.

Gesellschaftskritik zwischen Legitimität und Demokratiefeindlichkeit, www.ufuq.de, August 2020.

Wer ist Wir? Ideen und Materialien für den Unterricht zum Thema „Migrationshintergrund“, www.ufuq.de, März 2020.


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