FAIR – Fachkräfteintegration aktiv in Betrieben unserer Region wurde Anfang 2026 von Arbeit und Leben Berlin-Brandenburg, PECO-Institut und ufuq.de ins Leben gerufen.
Das Verbundprojekt unterstützt im Rahmen des Förderprogramms IQ – Integration durch Qualifizierung die Integration internationaler Beschäftigter in den Berliner Arbeitsmarkt. Im Mittelpunkt steht die Stärkung Berliner Betriebe durch Beratung, Sensibilisierung und die Entwicklung von Onboarding-Konzepten. Ein besonderer Fokus liegt auf Antidiskriminierung und demokratischen Strukturen im Betrieb, um faire Teilhabe zu ermöglichen und Fachkräfte langfristig zu binden.
ufuq.de verantwortet als Teilvorhabenpartner im Verbundprojekt FAIR die Branchen Pflege, Gastgewerbe und Einzelhandel und entwickelt hierfür passende Angebote.

Unser Ansatz: Unterstützung bei der Fachkräfteintegration entlang der gesamten Prozesskette
Um Organisationen bedarfsgerecht zu begleiten und zugleich die Perspektiven und Bedürfnisse (internationaler) Fachkräfte einzubeziehen, gestalten wir die Zusammenarbeit zwischen Betrieb und Berufsschule aktiv weiter. Dabei verbinden wir strukturelle Organisationsberatung mit rassismuskritischer Bildungsarbeit.
Wir begleiten Betriebe und Berufsschulen von der ersten Orientierung im Kontext internationaler Fachkräfte, betrieblicher Vielfalt und arbeitsweltlicher Diskriminierung über die konkrete Umsetzung im Arbeits- und Ausbildungsalltag bis hin zur langfristigen Stabilisierung von Arbeits- und Ausbildungsverhältnissen.
In der Praxis zeigt sich dabei: Herausforderungen entstehen oft nicht nur bei der Rekrutierung, sondern im weiteren Verlauf – beim Ankommen im Betrieb, in der Zusammenarbeit im Team oder im Umgang mit Diskriminierung und unterschiedlichen Erwartungen. Genau hier setzen unsere Angebote an.
Angebote für Betriebe
Wir unterstützen insbesondere Geschäftsführer*innen und Betriebsleitungen, Personalverantwortliche sowie Teams dabei, internationale Fachkräfte erfolgreich zu gewinnen, gut einzuarbeiten und langfristig im Betrieb zu halten. Unsere Angebote setzen entlang des gesamten Prozesses an und greifen ineinander.
Die einzelnen Formate können auch unabhängig voneinander in Anspruch genommen werden, je nach Bedarf und Ausgangssituation.
Ansprechpartnerin für Betriebe: Tanja Günthert, Co-Projektleitung | fair@ufuq.de
- Klärung von Fachkräfte- und Ausbildungsbedarfen
- Einordnung zentraler Fragen und Unsicherheiten
- Überblick über Zugangswege, Fördermöglichkeiten und Unterstützungsangebote
- Analyse und Überarbeitung bestehender Ausschreibungen
- Anpassung von Anforderungen und Ansprache
- Analyse bestehender Einarbeitungsprozesse
- Entwicklung klarer und vielfaltsorientierter Abläufe
- Begleitung bei der Umsetzung im Betriebsalltag
- Workshops für Beschäftigte und Teams (z. B. Kommunikation, Diskriminierung, Konfliktumgang, Extremismusprävention)
- Kurzimpulse und niedrigschwellige Formate, z. B. in Teamsitzungen
- Aufbau kontinuierlicher Kooperationen
- Regelmäßige Jour Fixes zur Reflexion von Entwicklungen
- Frühzeitige Bearbeitung von Herausforderungen
Angebote für Berufsschulen und Ausbildungszentren
Berufsschulen stehen vor der Aufgabe, auf vielfältige Lern- und Lebensrealitäten zu reagieren und zugleich ein diskriminierungssensibles Ausbildungsklima zu gestalten. Dabei unterstützen wir mit folgenden Formaten, die je nach Bedarf auch unabhängig voneinander in Anspruch genommen werden können.
Ansprechpartner für Berufsschulen und Ausbildungszentren: Christian Kautz, Co-Projektleitung | fair@ufuq.de
- Gemeinsame Bestandsaufnahme mit Schulleitung und Bildungsgängen
- Klärung von Herausforderungen, Rollen und Unterstützungsbedarfen
- Entwicklung passgenauer Kooperationsformate
- Ankommen & Orientierung: Rollen, Rechte und Erwartungen in Ausbildung und Betrieb
- Vielfalt & Zusammenarbeit: Reflexion von Vorurteilen, Kommunikation und Umgang mit Konflikten
- Prävention: Auseinandersetzung mit Rassismus, Rechtsextremismus, Verschwörungsideologien und demokratischer Konfliktkultur
- Diskriminierungssensible Schulentwicklung: Stärkung der Handlungssicherheit im Umgang mit Rassismus, intersektionalen Dynamiken sowie rechten und religiös-fundamentalistischen Positionierungen
- Schnittstelle Betrieb–Schule: Analyse typischer Konfliktlagen im dualen System und Entwicklung klarer Interventionswege
- Strukturierte Bearbeitung konkreter Fälle aus dem Schulalltag
- Entwicklung von Handlungsoptionen auf individueller und institutioneller Ebene
Warum wir das tun
Unser Ziel ist es, dass internationale Fachkräfte und Auszubildende in Berliner Betrieben und Berufsschulen unter fairen Bedingungen ankommen, sich sicher bewegen können und langfristig bleiben. Dafür begleiten wir Organisationen dabei, nachhaltige Rahmenbedingungen zu schaffen, die Integration im Alltag tragen. Wir setzen dort an, wo Herausforderungen konkret werden – beim Ankommen im Betrieb, in der Zusammenarbeit in vielfältigen Teams sowie im Umgang mit Diskriminierung, Unsicherheiten oder Konflikten.
Langfristig stärken wir eine Arbeits- und Ausbildungskultur, in der Vielfalt selbstverständlich ist und Zusammenarbeit verlässlich gelingt. So tragen wir dazu bei, Ausbildungsabbrüche zu reduzieren, Fachkräfte zu binden und eine nachhaltige Willkommens- und Anerkennungskultur zu fördern.
Weitere Informationen zum Verbundprojekt FAIR finden Sie auf der übergeordneten Projektseite.
Ansprechpersonen der Verbundpartner:
Arbeit und Leben Berlin Brandenburg (Koordination von FAIR)
- Florian Pfeifer | Pfeifer@berlin.arbeitundleben.de
- Christoph Weise | Weise@berlin.arbeitundleben.de
PECO-Institut
- Mareike Vorpahl | mareike.vorpahl@peco-ev.de
ufuq.de
- Tanja Günthert | fair@ufuq.de
- Christian Kautz | fair@ufuq.de
Förderung
FAIR wird von Arbeit und Leben Berlin-Brandenburg koordiniert. Das PECO-Institut verantwortet weitere Branchen im Verbundprojekt. FAIR wird das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und im Rahmen des ESF Plus-Programms „IQ – Integration durch Qualifizierung“ durch die Europäische Union gefördert. Administriert wird das Projekt durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit (BA) und dem Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ). Eine Kofinanzierung erhält das Projekt durch die Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung (SenAsGIVA).