Weltbuchtag am 23. April: Ein Blick in unser Bücherregal

Im März 2019 nahm ufuq.de an der #bookchallenge auf Twitter teil. Sieben Tage, sieben Buchempfehlungen kamen aus unserem Team, die wir hier gerne noch einmal auflisten – für sonnige Frühlingstage im Park und Inspirationspausen am Schreibtisch!

 

Unsere erste Empfehlung ist Fatma Aydemirs Debütroman Ellbogen. Wundervoll eindrücklich erzählt die Autorin die Geschichte der jungen Hazal, die als Kind türkischer Einwanderer in Berlin aufwächst, aber auf der Suche nach ihrer Identität auf die schiefe Bahn gerät und vor der Polizei nach Istanbul flieht. Ein deutsch-türkischer Abenteuerroman, der uns neugierig macht auf Aydemirs nächstes Buch!
In sechs, teilweise autobiographischen Geschichten schildert die französisch-senegalesische Autorin Fatou Diome ihren Lebensweg vom Senegal, wo sie von ihrer Großmutter aufgezogen wird, bis nach Frankreich, wohin sie mit 13 Jahren emigriert. Eingeborne zuerst! erzählt eindrücklich und humorvoll von Emigration, Rassismus und neuer Heimat.

 

Kinder lieben Bilderbücher! Jetzt gibt es auf dem deutschsprachigen Buchmarkt immer mehr Bücher, in denen sich auch Children of Color wiederfinden können. Wir empfehlen eine diskriminierungskritische Buchreihe für Kinder: Nelly und die Berlinchen von Karin Beese und Mathilde Rousseau ist für Kinder im Alter von 2 bis 6 Jahren geeignet. In Rettung auf dem Spielplatz müssen Nelly, Amina und Hannah eine Teddy-Entführung überstehen. Im zweiten Band Die Schatzsuche geht es um alte und neue Freundschaften und kreatives Spielen in der Natur.
Was heißt eigentlich normal? Tatsächlich sind wir alle sehr verschieden – auf die unterschiedlichsten Arten und Weisen. Dies ist ein Buch für Kinder, das sich im ufuq.de-Team großer Beliebtheit erfreut: ICH SO; DU SO – Alles völlig normal von der Labor Ateliergemeinschaft. Bilder, Comics, Fotos und Texte zeigen, wie vielfältig wir Menschen sind. Ein liebevolles und kreatives Mitdenkbuch, das wir am liebsten allen Kindern ab neun Jahren schenken möchten!
Das ist ein Klassiker: Jurek Beckers Jakob der Lügner aus dem Jahr 1969. Jakob Heym weiß, dass die Rote Armee nur noch wenige hundert Kilometer vom Ghetto der polnischen Stadt entfernt ist. Jakob behauptet, er habe ein Radio und erfahre täglich Neuigkeiten von der nahenden Befreiung des Ghettos. Er wird zum Lügner und macht so allen anderen Mut. Ein zeitloses Buch eines Holocaust-Überlebenden über Widerstand und die Erinnerung an deutschen Terror.
Ein für uns zentrales Konzept ist die Idee, dass es wichtig ist, sowohl bei Jugendlichen als auch bei pädagogischem Personal Ambiguitätstoleranz zu fördern. Thomas Bauers Die Kultur der Ambiguität – Eine andere Geschichte des Islams behandelt dieses Thema aus geschichtlicher Perspektive und zeigt den Wandel der Ambiguitätstoleranz in islamischen Kulturen der letzten Jahrhunderte auf.
Lebendig, humorvoll, urban: Das Romandebüt von Zadie Smith Zähne zeigen spielt in drei Einwandererfamilien unterschiedlicher Herkunft in London. Es geht um hybride Identitäten, islamistische Radikalisierung und ganz normalen Familienwahnsinn im Großbritannien der siebziger bis neunziger Jahre. Ein bemerkenswertes und virtuoses Buch, das vor zwanzig Jahren neue Standards der Erzählkunst setzte.