Othering

Die „Anderen“ empowern? – Versuch einer Begriffsbestimmung für die politische Bildung und pädagogische Praxis

Im Kontext zunehmender Islamfeindlichkeit und Rassismus sind Gesprächs- und Erfahrungsräume für Jugendliche wichtiger denn je. ufuq.de-Mitarbeiter*innen Sakina Abushi und Pierre Asisi erklären in diesem Beitrag, weswegen diese Räume für Jugendliche wichtige Bedürfnisse darstellen. Was bedeutet eigentlich „Empowerment?“ Was kann Universalprävention leisten? Auch warnen sie vor Fallstricken und Widersprüchen in der pädagogischen Arbeit, die den gesetzten Strukturen geschuldet sind, und plädieren dafür, sich diesen Widersprüchen bewusst zu stellen.

Kolonialismus im Schulbuch – Was Schüler*innen heutzutage über den Kolonialismus lernen

Wie ist es im Schulunterricht und in den Lehrbüchern um die kritische Reflexion der Kolonialzeit bestellt? Welches Geschichtsverständnis vermitteln die Lehrbücher und welche kolonialen Vorstellungen reproduzieren sie? Steffen Vogel zeigt in seiner Analyse dreier Schulbücher Probleme im Umgang mit dem Kolonialerbe auf und skizziert Alternativen. Er weist darauf hin, wie wichtig es ist, Geschichte in Lehrbüchern nicht als abgeschlossenene Zeiteinheit ohne Gegenwartsbezug darzustellen.

… den Antisemitismus bei den „Anderen“ suchen? – Verhältnisbestimmungen mit Blick auf Antisemitismus unter „Muslim*innen“

Obwohl antisemitische Haltungen in allen Teilen der deutschen Gesellschaft zu finden sind, werden Muslim*innen und als muslimisch gelesene Personen häufig als besondere Problemträger*innen beschrieben. Unberücksichtigt bleibt dabei, wie viel Bedeutung Muslim*innen ihrem Glauben selbst zumessen und ob ihre Religiosität tatsächlich mit Antisemitismus in Verbindung steht. Dr. Stefan Hößl hat diese Fragen in seiner Studie „Antisemitismus unter muslimischen Jugendlichen“ untersucht und festgestellt, dass religiöse Bezüge sowohl Anschlussstellen für Antisemitismus bieten als auch Antisemitismus entgegenstehen können.

Fremd-gemachte Männlichkeit im Migrationskontext

Nicht selten werden männliche Migranten in Medien als homogene und fremdartige Masse dargestellt, die es für die weiße Mehrheitsgesellschaft als Problem zu bewältigen gilt. Der Geschlechterforscher Dr. Paul Scheibelhofer hat untersucht, welches Geflecht aus Privilegierungs- und Abwertungsmechanismen sich hinter der Problematisierung männlicher Migranten verbirgt.

ufuq.de-Fachtag: Von der Auseinandersetzung mit Kolonialismus bis zur Kritischen Weißseinsforschung und antimuslimischem Rassismus – Was hat das mit Islamismusprävention zu tun?

Theorie und Praxis in der Auseinandersetzung mit antimuslimischem Rassismus aneinander anzunähern und auf einander zu beziehen, war ein Ziel des ufuq.de-Fachtags am 26. September 2019 in Berlin. Kann es schnelle und einfache Lösungen für gesellschaftliche Widersprüche geben? Welche Rolle spielt es für die Präventionsarbeit, wenn vulnerable Gruppen die Erfahrung politischer Selbstwirksamkeit machen? Worum geht es beim Kritischen Weißsein? ufuq.de-Mitarbeiterin Sakina Abushi fasst die Vorträge der Wissenschaftlerinnen Prof. Dr. Maisha-Maureen Auma und Peggy Piesche zusammen.

Erfahrungen von Rassismus als Radikalisierungsfaktor: Ein (Gegen-)Beispiel

Rassismuserfahrungen und Radikalisierung stehen in einem engen Zusammenhang. Allerdings sollte nicht pauschal davon ausgegangen werden, dass von Rassismus betroffene muslimische oder als muslimisch markierte Schüler_innen dementsprechend auch zu Radikalismus neigen. In diesem Beitrag plädiert Sprachwissenschaftler Sindyan Qasem für einen kritischen und differenzierten Umgang in der pädagogischen Praxis. Dieser kommt häufig zu kurz und führt zu folgenschweren Missverständnissen zwischen Lehrkräften und Schüler_innen.