NSU

Critical Walks – Schüler_innen sind Geschichte(n) von NSU, Rassismus und Migration auf der Spur

Nach den grausamen Morden zwischen 2000 und 2007 durch den sogenannten Nationalsozialistische Untergrund (NSU) stellte sich alsbald die Frage nach bildungspolitischer Aufarbeitung. Dass diese für Schüler_innen nicht nur in Klassenräumen stattfinden muss, veranschaulicht das vom Kölner Verein La Talpa entwickelte Projekt Critical Walks. In dessen Rahmen können Schüler_innen mit Smartphone-App und QR-Codes Geschichte erfahren, gestalten und dem Geschichtspfad so Schritt für Schritt folgen. Ann-Katrin Lebuhn und Vanessa Höse von der Rosa-Luxemburg-Stiftung stellen die Critical Walks aus Köln-Mülheim, Kassel und Chemnitz vor.

Der NSU-Komplex als Auftrag für die politische Bildung

Wie kann es passieren, dass gewaltbereite Rechtsradikale über Jahre eine Serie von Morden verüben können und die Polizei die Täter unter ihren potentiellen Opfern sucht, statt im immer dichter werdenden Netzwerk der Neonazi-Szene zu ermitteln? Der Sozialwissenschaftler Kemal Bozay hat die rassistischen Ermittlungsmethoden persönlich erlebt. Er fordert mehr politische Bildung, um eine gesellschaftliche Diskussion über Ursachen und Folgen des NSU-Komplex anzuregen.

Semiya Şimşek: “Schmerzliche Heimat”

Enver Şimşek war das erste Mordopfer der NSU-Rechtsterroristen. Jahrelang wartete seine Familie auf die Aufklärung der Tat – und musste belastende Ermittlungen erleben. Jetzt schildert Şimşeks Tochter ihre Sicht des Geschehens im Buch “Schmerzliche Heimat”. “Forum am Freitag“-Moderator Kamran Safiarian hat sie getroffen.