Migrationsgesellschaft

Erinnerung bedeutet Anerkennung

In Deutschland ist die Leistung der sogenannten Gastarbeiter*innen trotz der Bemühungen einzelner Initiativen weitgehend unsichtbar. Dr. Fatma Sagir betont in ihrem Beitrag, dass die Geschichte der Gastarbeiter*innen Teil der Geschichte Deutschlands ist. Sie findet: Ohne die Anerkennung der Vergangenheit kann es keine Zukunft für die Nachkommen der Gastarbeiter*innen in diesem Land geben.

Postmigrantische Stadt: Eine neue Topographie des Möglichen

Sozio-historische Studien legen nahe, dass der Topos einer Sesshaftigkeit über mehrere Generationen hinweg ein Mythos ist. Vor allem Städte wären ohne Migration kaum denkbar. Heiko Berner und Erol Yildiz betrachten Migration, Stadtentwicklung und Urbanität in diesem Artikel aus einer postmigrantischen Perspektive. Sie diskutieren das Beispiel der postmigrantischen Ökonomie und zeigen die Relevanz sozialer Kontakte und grenzüberschreitender Ressourcen für die Gründung und Nachhaltigkeit eines Unternehmens.

Rashad Ali über Hizb ut-Tahrir: „Islamismus als dritter Weg“

Richtungsschilder

Hizb ut-Tahrir ist eine islamistische Bewegung mit Ablegern in mehr als 40 Ländern. In Deutschland ist die Bewegung seit 2003 verboten; dennoch sind Organisationen aus ihrem Umfeld weiter aktiv. Maral Jekta hat mit dem Extremismusforscher und ehemaligen Mitglied der Hizb ut-Tahrir Rashad Ali über die Ideologie der Partei, ihre mögliche Anziehungskraft auf junge Menschen und den Umgang mit ihren Narrativen gesprochen.

kiez:story – ich sehe was, was du nicht siehst

Im Projekt kiez:story, das ufuq.de gemeinsam mit medialepfade.org konzipiert und umsetzt, erhalten Jugendliche die Möglichkeit, sich selbst auf die Suche nach Geschichtszeugnissen in ihrem Kiez und familiären Umfeld zu machen und diese für die Öffentlichkeit darzustellen. Das auf drei Jahre angelegte Modellprojekt wird durch von ufuq.de qualifizierte Teamende an drei Berliner Schulen im Rahmen von Schul-AGs umgesetzt.

Anders erinnern: Für eine ost-migrantische Erinnerungspolitik

Die offizielle Erinnerungskultur zu 30 Jahren Mauerfall schließt kritische ostdeutsche und migrantische Perspektiven gleichermaßen aus. Für Migrant_innen sind die 1990er Jahre zum Symbol eines ausschließenden Nationalismus geworden, und all jene Ostdeutsche kommen nicht vor, die die Wende vor allem als den Auftakt eines heftigen Abstiegs erinnern. Elisa Gutsche und Pablo Dominguez finden es höchste Zeit, ein multidirektionales Erinnern zu erproben.