Erinnerungspolitik

Srebrenica versus Sivas? Umkämpfte Erinnerungen in der (Post-)Migrationsgesellschaft

Die Massaker an bosnischen Muslim*innen in Srebrenica gehören wie die Pogrome gegen Alevit*innen zu den Verbrechen des 20. Jahrhunderts, die in der Erinnerungskultur in Deutschland bisher wenig Platz haben. Der Publizist Eren Güvercin kommentiert die Debatten unter türkeistämmigen Muslim*innen und plädiert dafür, der Auseinandersetzung mit diesen Verbrechen auch in Schule und Bildungsarbeit mehr Raum zu geben.

Anders erinnern: Für eine ost-migrantische Erinnerungspolitik

Die offizielle Erinnerungskultur zu 30 Jahren Mauerfall schließt kritische ostdeutsche und migrantische Perspektiven gleichermaßen aus. Für Migrant_innen sind die 1990er Jahre zum Symbol eines ausschließenden Nationalismus geworden, und all jene Ostdeutsche kommen nicht vor, die die Wende vor allem als den Auftakt eines heftigen Abstiegs erinnern. Elisa Gutsche und Pablo Dominguez finden es höchste Zeit, ein multidirektionales Erinnern zu erproben.

Meine Geschichte – unsere Geschichte: Jugendliche diskutieren, welche historischen Ereignisse ihnen wichtig sind

Der 9. November gilt als Schicksalstag der deutschen Geschichte: Die Ausrufung der ersten deutschen Republik 1918, die Reichsprogromnacht 1938 und der Fall der Mauer 1989. Aus der Sicht von Schüler_innen ist das alles ziemlich lange her. Sie waren noch nicht geboren und in vielen Fällen lebten ihre Eltern und Großeltern damals noch nicht einmal in Deutschland. Was bedeutet den Jugendlichen das Datum? Welche anderen Tage sind ihnen wichtig? Julia Gerlach und Aylin Yavaş haben mit Zehntklässler_innen einer Schule in Berlin-Kreuzberg darüber diskutiert. Ein Gesprächsprotokoll.