Erinnerung

Auf Spurensuche im Kiez und in der Familie – Zwischentöne aus der kiez:story-Projektausstellung

Das ufuq.de-Modellprojekt kiez:story veröffentlichte im September 2021 die künstlerischen Arbeiten von Jugendlichen aus vier Berliner Schul-AGs. Interviews, Fotos und Videos dokumentieren die eindrücklichen Geschichten aus dem familiären Umfeld der Schüler*innen und zeigen ihre persönlichen Lieblingsorte. ufuq.de-Mitarbeiterin Thy Le hat Projektleiter Pierre Asisi anlässlich der Projektausstellung in Kreuzberg interviewt.

Srebrenica versus Sivas? Umkämpfte Erinnerungen in der (Post-)Migrationsgesellschaft

Die Massaker an bosnischen Muslim*innen in Srebrenica gehören wie die Pogrome gegen Alevit*innen zu den Verbrechen des 20. Jahrhunderts, die in der Erinnerungskultur in Deutschland bisher wenig Platz haben. Der Publizist Eren Güvercin kommentiert die Debatten unter türkeistämmigen Muslim*innen und plädiert dafür, der Auseinandersetzung mit diesen Verbrechen auch in Schule und Bildungsarbeit mehr Raum zu geben.

Erinnerung bedeutet Anerkennung

In Deutschland ist die Leistung der sogenannten Gastarbeiter*innen trotz der Bemühungen einzelner Initiativen weitgehend unsichtbar. Dr. Fatma Sagir betont in ihrem Beitrag, dass die Geschichte der Gastarbeiter*innen Teil der Geschichte Deutschlands ist. Sie findet: Ohne die Anerkennung der Vergangenheit kann es keine Zukunft für die Nachkommen der Gastarbeiter*innen in diesem Land geben.

Pädagogische Arbeit nach den Anschlägen in Paris

„Fuck Paris“ posten manche Jugendliche in den sozialen Netzwerken. Andere verweigern Schweigeminuten an Schulen oder erklären, Muslim_innen würden so etwas nicht tun – die Attentate seien in Wahrheit vom CIA verübt worden. Insbesondere in Schulen zeigen sich viele Lehrer_innen darüber empört. Sie sind besorgt über einen etwaigen Einfluss von islamistischer Propaganda und von Verschwörungstheorien oder haben Angst, ihre Schüler_innen könnten selbst Sympathien für die Anschläge hegen. Solche Reaktionen von Pädagog_innen sind – gerade auch wegen der mitunter sehr provokativen Haltung der Jugendlichen – verständlich.

Materialien zum 20. Jahrestag des Massakers von Srebrenica

„Srebrenica ist kein rein historisches und außenpolitisches Ereignis, Srebrenica und seine Folgen sind deutsche Gegenwart und deutsche Verantwortung. Gedenken an Srebrenica ist kein rituelles Erinnern und Betrauern sondern Aufforderung zum Handeln. Ebenso betrifft es unsere Debatten um Identität und Zugehörigkeit. Nicht Aussagen von verschiedenen Politikern, nicht der EU-Beitritt der Türkei – Srebrenica und der bosnische Völkermord stellen die Frage, ob der Islam zu Europa und damit zu Deutschland gehört.“ (Kaan Orhon)