Empowerment

Akteure der Jugendbildung stärken – Jugendliche vor Radikalisierung schützen

Die Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus (KIgA e.V.) war einer der ersten Vereine, der sich mit dem Thema Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft auseinandersetzte. Mittlerweile engagiert sich die KIgA auch in der Prävention von religiös begründetem Extremismus und profitiert dabei von den Erfahrungen und Netzwerken, die sie in den vergangenen Jahren in Berlin gesammelt hat. Im Gespräch mit Aylin Yavaş berichtet Nina Mühe über das Projekt „Akteure der Jugendbildung stärken – Jugendliche vor Radikalisierung schützen“.

Mitmachen, mitmischen, sich engagieren: Junge Muslim_innen sind aktiver als oft gedacht – und das ist gut so

Wofür engagieren sich junge Muslim_innen? Was unterscheidet ihr Engagement für soziale und politische Themen von dem Engagement anderer Jugendlicher? Diesen Fragen ist der Sozialwissenschaftler Mario Peucker nachgegangen und dabei zu überraschenden Ergebnissen gekommen. Erstens sind Muslim_innen aktiver als oft gedacht, auch unterscheiden sich Motivation und Art des Engagements nur wenig von dem Gleichaltriger. Zwar engagierten sich viele Muslim_innen innerhalb der muslimischen Gemeinden, allerdings sei dies oft nur der erste Schritt. Viele der Befragten sind darüber zur Mitarbeit in Parteien, Vereinen oder in der Nachbarschaft gekommen. Im ufuq.de-Interview erklärt Peucker, weshalb Engagement gerade für junge Muslim_innen wichtig ist.

Der Anti-Bias-Ansatz als Grundlage für eine vorurteilsreflektierte Pädagogik am Beispiel des MIKA-Methodenkoffers

Bereits im Vorschul- und Grundschulalter orientieren sich Kinder an Gruppenzugehörigkeiten, z.B. an Geschlechts- und/ oder ethnischer Zugehörigkeit oder aber gleichzeitig an anderen Zugehörigkeitsmerkmalen. Sie entwickeln ein vermeintliches Wissen über Unterschiede zwischen sich selbst und anderen Kindern. Einerseits übernehmen sie (Vor-) Urteile der Umwelt, andererseits entwickeln sie auch selbst anerkennende und abwertende Haltungen gegenüber „Anderen“. Der Pädagoge Birol Mertol von der FUMA Fachstelle Gender in NRW beschreibt den Ansatz der „MIKA-Methoden im Koffer für Alle. Vorurteilsreflektierte Pädagogik“, die von der Fachstelle erarbeitet wurden.

Matondo & Hayat: Rap als Gesellschaftskritik

Matondo und Hayat rappen beide schon seit Kindheitstagen. Dabei ist es ihnen wichtig, dass gesellschaftskritische Aspekte in ihren Texten nicht zu kurz kommen. Obwohl oder vielleicht gerade weil sie damit nicht den sonst im Rap üblichen Gangster-Klischees entsprechen sind sie damit sehr erfolgreich und mittlerweile Teil eines großen Plattenlabels. Warum Matondo und Hayat ihre kritische Linie wahren, haben sie ufuq.de-Mitarbeiterin Aylin Yavaş im Interview erklärt.

„Warum fragen mich alle, woher ich komme?“

Jenny Omar findet diese Frage nervig und nicht nur das: Sie ärgert und verletzt sie. Schließlich interessiert es die Fragenden oft gar nicht, ob sie aus Hamburg, Berlin-Steglitz oder gerade vom Bahnhof kommt. Sie wollen Informationen über ihre Abstammung. Warum? Jenny Omar, die für ufuq.de Workshops an Berliner Schulen teamt, sieht darin eine versteckte Form des Rassismus. In ihrem Kommentar erklärt sie, warum sie das so einschätzt und wie Jugendliche mit dieser ständigen Ausgrenzungserfahrung umgehen.

„Positioniert Euch!“: Der Putschversuch in der Türkei und die Debatte über den islamischen Feminismus in Deutschland

Der gescheiterte Putsch in der Türkei polarisiert auch die deutschtürkische Öffentlichkeit und nötigt Akteur_innen und Beobachter_innen, sich zu positionieren: Bist Du für oder gegen Erdogan? Dieses Lagerdenken vergiftet das politische Klima und zeigt sich auch in Diskussionen zu ganz anderen Themen: Zum Beispiel in der Debatte darüber, wie der Islam in Deutschland gelebt werden kann und welche Rolle die Frauen dabei spielen sollen.

JUMA: „Wenn der Islam Teil Deiner Identität ist, bist Du bei uns richtig!“

JUMA steht für jung, muslimisch, aktiv. In dem 2010 gegründeten Netzwerk versammeln sich junge kreative und engagierte Muslim_innen, die etwas auf die Beine stellen und bewegen wollen. Lydia Nofal und Kofi Ohene-Dokyi sind die Menschen hinter JUMA. Auch, wenn sie das selbst nie so sagen würden; schließlich sagen bei JUMA die Teilnehmenden selbst, wo es lang geht. Aylin Yavas hat Lydia Nofal getroffen und sich erklären lassen, wie JUMA zu dem geworden ist, was es heute ist: Ein Netzwerk engagierter Menschen voller Tatendrang und guter Ideen.

Antimuslimischer Rassismus: Erfahrungen aus unseren Workshops

In unseren Workshops mit Jugendlichen geht es um die Themen Islam, Islamfeindlichkeit und Islamismus. „Wie wollen wir leben?“ ist die übergeordnete Frage, unter der Themen wie Religiosität, Identität, Teilhabe, Demokratie und Zugehörigkeit verhandelt werden. Dabei kommen immer wieder auch Erfahrungen mit antimuslimischem Rassismus zur Sprache. Aylin Yavaş hat ihre Erfahrungen aus den Workshops zu diesem Thema zusammengestellt.

Salaam-Schalom Initiative: jüdische und muslimische Realitäten sichtbar machen!

In der Salaam-Schalom Initiative engagieren sich mehr als 120 Menschen; vor allem Jüd_innen und Muslim_innen. Die Initiative ist in unterschiedlichen Bereichen aktiv: Kultur, Politik, Bildung, Medien. Sie organisiert regelmäßig Veranstaltungen, Ausstellungen, Workshops oder Demonstrationen. Die Künstlerin Adi Liraz hat ufuq-Mitarbeiterin Aylin Yavaş erklärt, worauf es ankommt beim Salaam-Schalom-jüdisch-muslimischen-Miteinander.

Religion als Ressource: Ein Projekt zur Unterstützung von Menschen, die mit Geflüchteten arbeiten

Jette und Frank van der Velden wissen, wovon sie reden, wenn es um religiöse Minderheiten geht. Sie haben viele Jahre in Ägypten gelebt und haben dort für die katholische Gemeinde und in der Schule gearbeitet. Sie wissen, wie Islam im Alltag gelebt wird, haben Generationen von Schüler_innen im Unterricht erlebt und wissen, wie unterstützend Religion für Menschen in Ausnahmesituationen wirken kann. Dieses Wissen geben sie jetzt weiter: in einem Workshop für Ehren- und Hauptamtliche, die sich um Geflüchtete kümmern. Julia Gerlach hat mit Jette van der Velden gesprochen.