Diskriminierung

“Warum fragen mich alle, woher ich komme?”

Jenny Omar findet diese Frage nervig und nicht nur das: Sie ärgert und verletzt sie. Schließlich interessiert es die Fragenden oft gar nicht, ob sie aus Hamburg, Berlin-Steglitz oder gerade vom Bahnhof kommt. Sie wollen Informationen über ihre Abstammung. Warum? Jenny Omar, die für ufuq.de Workshops an Berliner Schulen teamt, sieht darin eine versteckte Form des Rassismus. In ihrem Kommentar erklärt sie, warum sie das so einschätzt und wie Jugendliche mit dieser ständigen Ausgrenzungserfahrung umgehen.

Antimuslimischer Rassismus: Erfahrungen aus unseren Workshops

In unseren Workshops mit Jugendlichen geht es um die Themen Islam, Islamfeindlichkeit und Islamismus. „Wie wollen wir leben?“ ist die übergeordnete Frage, unter der Themen wie Religiosität, Identität, Teilhabe, Demokratie und Zugehörigkeit verhandelt werden. Dabei kommen immer wieder auch Erfahrungen mit antimuslimischem Rassismus zur Sprache. Aylin Yavaş hat ihre Erfahrungen aus den Workshops zu diesem Thema zusammengestellt.

Risiken des Widerstands: Rassismuserfahrungen in der Schule

„Wie ist es denn bei Euch?“ Solche Fragen von Lehrer_innen sind meist nicht ausgrenzend gemeint. Dennoch konstruieren solche Fragen ein „Wir“, zu dem die “Anderen” nicht dazu gehören. Die Erziehungswissenschaftlerin Wiebke Scharathow von der PH Freiburg zeigt in diesem Beitrag die Mechanismen des alltäglichen Rassismus und seine Konsequenzen für Schüler_innen auf, die selbst Rassismuserfahrungen machen. Sie plädiert für die Etablierung einer rassismuskritischen pädagogischen Praxis.

“Nicht in meinem Namen!” – Jugendlichen gegen Rassismus und Diskriminierung eine Stimme geben

„Die Antwort ist einfach ‚Machen’.“ Das Projekt „Nicht in meinem Namen! Gemeinsam gegen Diskriminierung, antimuslimischen Rassismus und den Missbrauch von Religion“ gibt Jugendlichen eine Stimme, um über Anfeindungen und Diskriminierungen zu sprechen – und um eigene Interessen zu vertreten. Das Projekt „Nicht in meinem Namen“ läuft seit März 2015 in Trägerschaft der AWO Arbeit & Qualifizierung gGmbH Solingen und bietet Jugendlichen ein Forum, um eigene Aktivitäten zu starten. Wir haben mit Projektleiterin Hanna Attar gesprochen.

“Mein Kopf gehört mir” – Kommentar zur Diskussion um das Tragen des Kopftuchs im öffentlichen Dienst

Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts über die Einstellung von Lehrerinnen mit Kopftuch ist weiterhin Gegenstand öffentlicher Debatten. Einige Bundesländer haben sich mittlerweile entschieden, Lehrerinnen mit Kopftuch in den Schuldienst aufzunehmen. Dagegen entschied der Berliner Senat, das Neutralitätsgesetz beizubehalten, mit dem das Tragen des Kopftuchs für Lehrerinnen untersagt ist. Dr. Yasemin Shooman plädiert in ihrem Kommentar für die Öffnung der Schulen für kopftuchtragende Lehrerinnen und begründet dies unter anderem mit der stigmatisierenden Wirkung eines Kopftuchverbotes im öffentlichen Dienst.

Umfrage zu Diskriminierungserfahrungen der Antidiskriminierungsstelle

In unserer Arbeit berichten uns Jugendliche und junge Erwachsene immer wieder von ihren Diskriminierungserfahrungen. In unseren Workshops bieten wir ihnen die Möglichkeit, die Erfahrungen zu thematisieren, und versuchen Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Diesen Raum zu schaffen ist ein wichtiger Teil unserer Präventionsarbeit.

Wie reagieren auf Hate Speech?

“Verpisst Euch von meiner Seite!” Til Schweigers Reaktion auf aggressive und menschenfeindliche Kommentare auf seiner Facebook-Seite fand große Zustimmung – und löste eine zweite, noch größere Hate-Speech-Welle aus. Ob Rassismus, Sexismus oder religiöser Extremismus: Ideologien der Ungleichwertigkeit, die offline verbreitet werden, werden durch Anonymität und Unverbindlichkeit in Sozialen Netzwerken noch verstärkt.

„Ich, wir und die anderen – Prävention von Ideologien der Ungleichwertigkeit unter Jugendlichen“

Die Unterrichtsreihe „Ich, wir und die anderen” wurde im Auftrag mit der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg entwickelt. Im Mittelpunkt der Reihe steht eine Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Ausdrucksformen von Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Die Reihe wird von Teamer_innen durchgeführt, die von ufuq.de ausgebildet wurden, und verbindet inhaltliche Diskussionen mit Übungen und Methoden, die die Schüler_innen zur Reflexion über eigene Erfahrungen, Perspektiven und Erwartungen anregen.