Kooperation mit dem Islamischen Jugendzentrum Berlin und der Berliner Polizei

In diesem Projekt stand die Begegnung und der Austausch von jungen Muslim_innen mit Mitarbeiter_innen der Berliner Polizei zu präventionsrelevanten Themen im Mittelpunkt. Hintergrund ist die seit einiger Zeit geführte Diskussion über ein Einbindung „konservativer“ islamischer Vereine und ihrer Mitglieder in die Präventionsarbeit mit Jugendlichen. Hier stellt sich nicht zuletzt die Frage nach den Möglichkeiten und Grenzen von Kooperationen, die staatliche und zivilgesellschaftliche Träger der Präventionsarbeit eingehen können.

Bildschirmfoto 2015-07-03 um 12.37.37In diesem Projekt, das von dem Arbeitsbereich Integration und Migration der Polizeidirektion 5 der Berliner Polizei zusammen mit dem Islamischen Jugendzentrum Berlin durchgeführt wurde, fungierte ufuq.de als Mittler.

Ausgangspunkt der Initiative war das Interesse des AGIM, Jugendliche eines islamischen Vereins einzubinden und ihre Rolle innerhalb der Gemeinden zu fördern. Inhaltlich zielte das Projekt darauf, Jugendliche zu einer kritischen Auseinandersetzung mit Fragen von Identität, Religion und Geschlechterrollen anzuregen und sie in ihrem Selbstverständnis als deutsche Muslim_innen zu bestärken. Zugleich sollten sie mit den Aufgaben der Polizei als staatlicher Instanz – und damit auch als Ansprechpartner und Interessensvertretung von Muslim_innen – vertraut gemacht werden.

Zielgruppe des Projekts waren junge religiöse Muslim_innen zwischen 14-25 Jahren, die im Islamischen Jugendzentrum Berlin aktiv sind. Das IJB arbeitet mit verschiedenen Berliner Moscheen zusammen. Das Projekt steht für den Versuch, Möglichkeiten einer Zusammenarbeit mit religiösen Akteuren im Bereich der politischen Bildung und der Präventionsarbeit auszuloten. Ein Schwerpunkt der Gesprächsrunden, die im Rahmen des Projektes durchgeführt wurden, lag auf der Auseinandersetzung mit Fragen der Demokratie, Geschlechterrollen und Diskriminierungserfahrungen von jungen Muslim_innen. Zudem ging es darum, die Rolle der Polizei als Ansprechpartner von Muslim_innen im Falle von Konflikten aufzuzeigen.

Die Erfahrungen und Ergebnisse des Projekts waren durchaus zwiespältig. Auf der einen Seite trugen die Workshops und Begegnungen zum gegenseitigen Kennenlernen und Abbauen von Vorurteilen und Vorbehalten bei. Auch konnten in den Workshops wichtige inhaltliche Anstöße gegeben werden. Auf der anderen Seite wurden im Verlauf der Begegnungen die unterschiedlichen Erwartungen deutlich, die beide Seiten aneinander hatten. Vereinfacht gesagt: Die Polizei wollte über Probleme mit „Muslim_innen“ reden, während die Jugendlichen Diskriminierungserfahrungen gerade auch im Umgang mit der Polizei ansprechen wollten. Für die Vermittlung dieser Perspektiven waren die Workshops ein erster Anfang.

 

Finanziert durch:

Bildschirmfoto 2015-07-03 um 12.33.27