Fachstelle in Berlin – Praxisformat „Wie wollen wir leben?“-Workshops

Schriftmarke der ufuq.de-Workshops Wie wollen wir leben?Die „Wie wollen wir leben?“-Workshops bieten Raum für Auseinandersetzungen mit Fragen zu Religion, Identität und Zugehörigkeit und fördern die Teilhabe von Jugendlichen in der Gesellschaft. Sie sensibilisieren für demokratie- und freiheitsfeindliche Einstellungen und bieten Alternativen zu islamistischen Angeboten.

Der Islam gehört zu Deutschland, doch für viele ist dies nicht selbstverständlich. Das erschwert den Umgang mit Fragen und Konflikten im Umgang mit entsprechenden Fragen, die sich in Schulen und Jugendeinrichtungen ergeben können. Konflikte werden durch Unwissenheit und Ressentiments genährt. Dies kann zur Abwertung, Abgrenzung oder Diskriminierung Anderslebender und Andersdenkender führen.

Die Workshops bieten Raum für Gespräche und Auseinandersetzungen mit Fragen zu Religion, Identität und Zugehörigkeit und fördern die Teilhabe von Jugendlichen in der Gesellschaft. Sie sensibilisieren für demokratie- und freiheitsfeindliche Einstellungen und bieten Alternativen zu islamistischen Angeboten. Dabei bieten wir fünf Workshopmodule zu unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten, die sich für Altersgruppen von der 5. bis zur 12. Klasse eignen.

Ziel der Workshops ist es, ein reflektiertes Selbstverständnis und einen konstruktiven Umgang mit religiösen und nichtreligiösen Normen und Werten zu fördern und alternative Orientierungen und Handlungsoptionen zu islamfeindlichen und islamistischen Weltbildern aufzuzeigen. Religiöse Fragen, die viele Jugendliche beschäftigen, sind der Aufhänger für unsere Workshops, es geht aber ausdrücklich nicht um „Religionsunterricht“. In den Workshops werden diese Fragen in allgemeine ethische und gesellschaftliche Fragen „übersetzt“, bei denen religiöse und nichtreligiöse Perspektiven eine Rolle spielen.

Die Workshops werden von Teamer*innen in Schulklassen und Jugendeinrichtungen durchgeführt. Die Teamer*innen sind zwischen 20 und 30 Jahren alt und mehrheitlich muslimischer Herkunft (mehr oder weniger religiös). Mit ihrer Persönlichkeit und Biografie erleichtern sie das Gespräch mit muslimisch sozialisierten Schüler*innen und ermöglichen einen niedrigschwelligen Einstieg in Fragen rund um die Themen Islam, antimuslimischer Rassismus und Islamismus, ohne dabei als „Islamexpert*in“ oder Theolog*innen zu agieren. Vielmehr regen sie das Gespräch in der Gruppe an und machen unterschiedliche Perspektiven deutlich.

Die Workshops können von Schulen und Jugendeinrichtungen kurzfristig und nach akutem Bedarf bzw. zu den jeweils aktuellen Themen unter den Jugendlichen angefragt werden. So können die Teamer*innen ohne längeren Vorlauf direkt auf die jeweilige Situation in den Klassen und Jugendeinrichtungen reagieren.

Übersicht der Workshop-Module

Modul Glauben, Islam und IchÜber die Vielfalt von Islam und muslimischem Leben in Deutschland. Woran glaubst du, was ist dir wichtig? (ab Klasse 5)

Was ist eigentlich muslimisches Leben in Deutschland? In diesem Workshop beschäftigen sich die Jugendlichen vor allem mit ihrem Verständnis von Islam und Religionen und mit ihrer eigenen Lebensphilosophie. Im Zentrum stehen drei Animationsfilme der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), in denen es um die Bedeutung von Religion sowie um Islam und den Alltag von Muslim*innen in Deutschland geht. Die Frage „Wie wollen wir leben?“ bildet die inhaltliche Klammer – sie geht alle etwas an, gleich ob muslimisch oder nichtmuslimisch, religiös oder nichtreligiös.

Modul Männerbilder, Frauenbilder und Islam. Über Geschlechterrollen, Normkonstruktionen und was das mit dem Islam zu tun hat (ab Klasse 8)

Typisch Mädchen, typisch Junge. Und im Islam haben die einen weniger Rechte als die anderen…. Aber ist das wirklich so? Im Rahmen des Workshops beschäftigen sich die Jugendlichen mit ihren eigenen Vorstellungen von Geschlechterrollen, setzen sich mit Normkonstruktionen auseinander, diskutieren, was das eigentlich mit dem Islam zu tun hat und wie sie selbst zusammenleben wollen.

Modul Diskriminierung und Empowerment. Über Erfahrungen, die Jugendliche mit Muslimfeindlichkeit machen – und was man dagegen tun kann (ab Klasse 8)

„Muslim*innen sind …“ – darüber haben wir alle viele Bilder im Kopf. Häufig sind sie verbunden mit Stereotypen oder sogar Feindbildern. Auch deshalb machen Menschen, die als Muslim*innen gelten, immer wieder schwierige Erfahrungen. Im Workshop arbeiten die Jugendlichen zu eigenen Diskriminierungserfahrungen und antimuslimischen Feindbildern, erarbeiten ein gemeinsames Verständnis von Diskriminierung und diskutieren gemeinsam, welche Möglichkeiten es gibt, gegen Diskriminierung vorzugehen.

Modul „Alle Muslim*innen sind…“ Über Stereotypen, Diskriminierung und die Rolle von Medien
(ab Klasse 9)

Die (hier mehrheitlich nicht-muslimischen) Jugendlichen in der Gruppe setzen sich im Rahmen des Workshops mit Stereotypen und Ressentiments auseinander – insbesondere zu Islam und Muslim*innen. Sie beschäftigen sich mit Fragen zur Berichterstattung von Medien sowie mit Diskriminierungserfahrungen und sie reflektieren, wie ihre eigenen Bilder und Vorstellungen entstehen.

Modul Salafismus. Über die Funktionsweise und die Attraktivität salafistischer Ansprachen (ab Klasse 10)

„Salafismus“, „Islamismus“, „Dschihadismus“ – diese und ähnliche Begriffe kennen viele Jugendliche vor allem aus Medienberichten. Was bedeuten sie aber genau, und was steckt hinter den Phänomenen? Am Beispiel des Phänomens Salafismus beschäftigen sich die Schüler*innen in diesem Workshop damit, warum ideologische Angebote für einige Jugendliche in bestimmten Lebensphasen attraktiv sein können. Gleichzeitig wird die Problematik von salafistischen Angeboten reflektiert.

Materialien

Das Heft „Methoden für die pädagogische Arbeit zu Islam, Anti­muslimischem Rassismus und Islamismusfinden Sie hier. Das Filmpaket „Wie wollen wir leben? Filme und Methoden für die pädagogische Praxis zu Islam, Islamfeindlichkeit, Islamismus und Demokratie“ können Sie hier herunterladen und bestellen.

In den Workshops werden teilweise auch Kurzvideos aus dem Projekt „Alternativen aufzeigen!“ verwendet.

Ansprechpartnerinnen:

Jenny Omar
jenny.omar@ufuq.de

Aylin Yavaş
aylin.yavas@ufuq.de

Tel.: 030 / 98 34 10 51

Gefördert von

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