Praxisberichte

Jenseits von Kulturalismus und Abgrenzung: Weiterbildungen zur Jugendarbeit und Prävention für Imame und Religionsbedienstete

Die Jugendarbeit ist ein wichtiges Arbeitsfeld der islamischen Verbände. Zugleich mangelt es vielen Vereinen an qualifiziertem Personal und finanziellen Mitteln, um der wachsenden Bedeutung von Angeboten für Jugendlichen gerecht zu werden. Das Institut für Islamische Theologie der Universität Osnabrück bietet seit 2010 Weiterbildungen zu den Themen Jugendarbeit in Moscheegemeinden und Extremismusprävention für Imame und Religionsbedienstete. Neben Informationen zum Islam und Muslim_innen in Deutschland werden hier vor allem auch pädagogische Ansätze für die Gemeindearbeit vermittelt. Aylin Yavaş sprach mit Prof. Dr. Bülent Uçar über das Programm.

„Nicht in meinem Namen!“ – Jugendlichen gegen Rassismus und Diskriminierung eine Stimme geben

„Die Antwort ist einfach ‚Machen’.“ Das Projekt „Nicht in meinem Namen! Gemeinsam gegen Diskriminierung, antimuslimischen Rassismus und den Missbrauch von Religion“ gibt Jugendlichen eine Stimme, um über Anfeindungen und Diskriminierungen zu sprechen – und um eigene Interessen zu vertreten. Das Projekt „Nicht in meinem Namen“ läuft seit März 2015 in Trägerschaft der AWO Arbeit & Qualifizierung gGmbH Solingen und bietet Jugendlichen ein Forum, um eigene Aktivitäten zu starten. Wir haben mit Projektleiterin Hanna Attar gesprochen.

Plattform Kunst & Kültür: nicht halb-halb, sondern doppelt

„Kunst und Kültür“ ist eine zweisprachige Plattform für Kunst- und Kulturschaffende und Interessierte. Mit KuKü-Gründer Ömer Mutlu traf sich Aylin Yavaş und sprach mit ihm über Möglichkeiten, jungen Künstler_innen eine Plattform zu geben, und über die Idee, einen Shop zu gründen, in dem Produkte von jungen Designern – von Seife über Kleidung bis hin zu Möbeln – verkauft werden.

Zahnräder Netzwerk: Projekte von Muslim_innen für die Gesellschaft

Die Idee des Zahnräder Netzwerks als muslimische Plattform für soziale Geschäftsideen entstand 2010, mittlerweile gibt es über 100 Ableger, die lokale und bundesweite Konferenzen organisieren. Hier vernetzen sich angehende „soziale Unternehmer_innen“ und diskutieren ihre Projektideen, mit denen sie die Gesellschaft mitgestalten wollen. Wie das genau funktioniert erklärt Esther Ecke im Gespräch mit Aylin Yavaş.

Rat von „Sheikh Google“? Das Projekt „Was postest Du? Politische Bildung mit jungen Muslim_innen“

Statt in der Moschee suchen junge Muslime immer häufiger in sozialen Netzwerken Antworten auf Fragen des Glaubens im Alltag. Das Projekt „Was postest Du? Politische Bildung mit jungen Muslim_innen online“ von ufuq.de soll zum Nachdenken anregen und jungen Muslimen Möglichkeiten der gesellschaftlichen Mitgestaltung aufzeigen. Ein Projektbericht von ufuq.de-Mitarbeiter Götz Nordbruch.

WomEx: Frauen und Mädchen als Schlichterinnen im Extremismus?

„Frauen, Gender und Extremismus“ – diesem Thema widmete sich der Berliner Verein cultures interactive in einem Forschungsprojekt. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage nach den Zusammenhängen von Geschlecht und Extremismus, die Ergebnisse und Handlungsempfehlungen sind mittlerweile auch in einer Broschüre erschienen. Aylin Yavaş hat sich mit der Projektleiterin Silke Baer getroffen und mit ihr über die Rollen von Frauen in extremistischen Bewegungen, aber auch über Parallelen von Geschlechterrollen und genderspezifischen Themen in Islamismus und Rechtsextremismus gesprochen.

Über Twilight zur politischen Bildung: Das Mentoring-Programm „Dialog macht Schule“

Für jeweils zwei Stunden in der Woche gehen ausgebildete Dialogmoderator_innen des Mentoring-Progamms Dialog macht Schule in Schulklassen und arbeiten dort dialogisch-partizipativ mit Jugendlichen zu Themen wie Heimat, Rassismus und Gerechtigkeit. Aktuell ist das Programm in Berlin, Hamburg, Hannover und Stuttgart im Einsatz. Eine solche politische Bildungsarbeit ist auch ein Beitrag zur Präventionsarbeit, wie die Gründer Hassan Asfour und Siamak Ahmadi im Interview mit Aylin Yavas erklären. 

Djihadi Bromance: „Man müsste mal in diese Personen reinschauen“

Im Rahmen des Kulturfestes Die Nächte des Ramadan wurde auch in diesem Jahr die Filmreihe „…wie im Film!? Muslimische Vielfalt in Berlin“ gezeigt. Diesmal wurde die Reihe um ein eigenes Filmprojekt erweitert. Hier entstanden drei Kurzfilme, die von jungen Muslim_innen zusammen mit erfahrenen Tutor_innen eigens für das Projekt produziert und Mitte Juli uraufgeführt wurden – darunter der Film „Djihadi Bromance“ über einen jungen Mann, der mit dem Gedanken spielt, nach Syrien auszureisen.

NourEnergy: „Die Umwelt ist die Umwelt von allen Menschen.“

In den vergangenen Jahren entstanden mehrere Initiativen von jungen Muslim_innen, die sich für Natur- und Umweltschutz engagieren. Im Alltag von Muslim_innen spielt dieses Engagement allerdings bisher nur eine untergeordnete Rolle, kritisiert Tanju Doganay von NourEnergy, einer Initiative von Muslim_innen, die zu den Themen Photovoltaik, Solarthermie, Regenwassernutzung und Permakultur informiert und berät. Wie sich das ändern ließe, erklärt Doganay im Interview mit Aylin Yavas.

School meets School: Vertrauen schaffen, Verantwortung fördern

Das Projekt School meets School von Buntesrepublik e.V. bringt Grundschüler_innen mit Gymnasiast_innen zusammen und möchte damit beide Gruppen anspornen: Ein Mal in der Woche treffen sich die beiden Gruppen in Tandems für anderthalb Stunden in der Schule. Was dort genau passiert, erzählt Dr. Nicolas Legewie von Buntesrepublik im Gespräch mit Aylin Yavas.