Radikalisierung und Prävention

Salafismus – Ideologie, Bewegung, Hintergründe

Die salafistische Szene bildet eine kleine Minderheit unter den etwa vier Millionen Muslim_innen in Deutschland. Dennoch gewinnt diese Szene gerade auch unter Jugendlichen an Bedeutung. Der Beitrag von Götz Nordbruch informiert über die Hintergründe des Salafismus und dessen Attraktivität für Jugendliche und junge Erwachsene.

Lebenswelten anerkennen! Religion im Unterricht und die Prävention salafistischer Einstellungen

Religiöse Themen spielen in der Prävention salafistischer Einstellungen und Orientierung eine wichtige Rolle. Dabei geht es nicht allein um religiöse Bildung und Erziehung, sondern auch um die Auseinandersetzung mit lebensweltlichen Fragen und Interessen, die viele Jugendliche bewegen. Götz Nordbruch (ufuq.de) stellt einige Ansätze vor, wie sich religiöse Fragen auch jenseits des Religionsunterrichts aufgreifen lassen.

Umgang mit Radikalisierungstendenzen in Schulen – Rechtliche und pädagogische Hinweise für die Praxis

Der Umgang mit Radikalisierungstendenzen ist für viele Lehrerinnen und Lehrer eine Herausforderung. Diese beschränkt sich nicht auf Inhalte und Methoden, sondern betrifft insbesondere auch rechtliche Fragen. Wo enden Meinungs- und Religionsfreiheit? Welche Meinungen und Verhaltensweisen sind zu akzeptieren, wann beeinträchtigen sie den Schulfrieden – und wann sind eventuell auch strafrechtliche Grenzen überschritten? In seinem Beitrag gibt Kurt Edler einen Überblick über den rechtlichen und pädagogischen Rahmen von Interventionen in Schule und Unterricht.

“Ihre Bomben haben mit unseren nichts zu tun” – Dschihadistische Gewalt als Jugendrevolte?

Es gehe nicht um eine Radikalisierung des Islam, sondern um eine Islamisierung des Radikalismus. Für den französischen Islamwissenschaftler Olivier Roy lässt sich die Hinwendung von einigen Tausend jungen Franzosen zum Islamischen Staat nicht als religiöses Phänomen beschreiben. Er erklärt dies vor allem als Revolte der Jugend gegen die Eltern. Seine Thesen wurden in Deutschland viel zitiert, in Frankreich stoßen sie auch auf Kritik. Sie würden, so ein Einwand, das Phänomen „entpolitisieren“ und den weiteren gesellschaftlichen Kontext ignorieren.

Neue Haltungen gegen Unmut: Forderungen an eine gesamtgesellschaftliche Präventionsarbeit

“Nur wenn Jugendliche sich in ihrem Unwohlsein, ihrer Angst oder eben Wut anerkannt fühlen, kann von ihnen erwartet werden, in einem zweiten Schritt eigenes Schwarz-Weiß-Denken und eigene Feindbilder zu hinterfragen”, schreibt Sindyan Qasem in seinem Beitrag zu einem gesamtgesellschaftlichen Verständnis von Präventionsarbeit. Die Prävention von demokratie- und freiheitsfeindlichen Einstellungen beinhaltet auch die Bereitschaft, die Erfahrungen von jungen Muslim_innen ernst zu nehmen und in der Bildungsarbeit aufzugreifen.

Salafismus in Deutschland – ein Thema für Unterricht und Schule

Die Ausreise von Jugendlichen nach Syrien und in den Irak ist auch an vielen Schulen ein Thema. Salafistische Orientierungen und Verhaltensweisen werden allerdings nicht erst dann zum Problem, wenn Jugendliche zu Gewalt aufrufen. Auch sozialer Druck und rigide Welt- und Feindbilder beeinflussen das Klassenklima und fordern Lehrkräfte heraus. Ein wichtiger Ansatz der Präventionsarbeit besteht darin, die muslimische Religiosität vieler Schülerinnen und Schüler anzuerkennen und sie in ihrer deutsch-muslimischen Identität gegen die Opferideologie und Abwertungen der salafistischen Propaganda zu stärken, schreibt Götz Nordbruch in diesem Artikel.

Prävention in der Schule: The Kids Are All Right

Junge Muslim_innen in Deutschland spüren ganz genau, ob sie von ihrer mehrheitsgesellschaftlichen Umwelt als Dazugehörige wahrgenommen und anerkannt werden. Erst Misstrauen und Ausgrenzung schaffen das Klima, in dem Radikalisierung möglich wird. (Jochen Müller)

Präventionsarbeit in der Schule: Symbole allein reichen nicht

Wie kann man dem Einfluss salafistischer Prediger auch an Schulen vorbeugen? Nach den Anschlägen in Paris steht diese Frage auf der Tagesordnung. Dabei wären die Anschläge auch Anlass, die Erfahrungen und Perspektiven gerade junger Muslime aufzugreifen, um einer Instrumentalisierung von Benachteiligungen und Rassismus durch Salafisten entgegenzuwirken, schreibt Götz Nordbruch (ufuq.de) in diesem Beitrag. Um der Opferideologie von Predigern wie Pierre Vogel etwas entgegenzusetzen, sind Diskussionen allein aber nicht ausreichend.