Radikalisierung und Prävention

„Konfrontative Religionsausübung“ als Synonym für Islamismus?

In Debatten über herausfordernde Einstellungen und Verhaltensweisen von Jugendlichen ist oft von „konfrontativer Religionsausübung“ die Rede. Der Begriff steht zunehmend synonym für „Islamismus“ und gilt als Ausdruck eines frühen Stadiums einer Radikalisierung. Doch was ist mit „konfrontativ“ genau gemeint? Götz Nordbruch, Co-Geschäftsführer von ufuq.de, kritisiert in seinem Beitrag eine solche Verwendung des Begriffes: Er verstellt den Blick auf die Motive, aus denen Jugendliche agieren und suggeriert eine besondere Dringlichkeit, ihr Verhalten zu sanktionieren.

Zwischen Analyse, Instrumentalisierung und Praxistauglichkeit: Zur Begriffsdebatte um „Islamismus“, „islamistischen Separatismus“ und „Politischen Islam“

Begriffe sind wichtig, um Phänomene zu beschreiben und voneinander abzugrenzen. Thomas Schmidinger gibt einen Überblick über Begriffe wie „islamistischer Separatismus“, „Politischer Islam“ und „Islamismus“ und warnt vor Verkürzungen und politischen Instrumentalisierungen, die sich in der Auseinandersetzung mit Ideologien als kontraproduktiv erweisen könnten.

Die Dynamik sozialräumlicher Radikalisierung – Das Beispiel Hamburg-Altona

Welche vielschichtigen Umstände geben islamistisch-jihadistischen Radikalisierungsprozessen Antrieb? Sind diese genuin ideologisch oder werden sie von Krisen ausgelöst? Der Kriminologe Michael Gerland rekonstruiert mittels einer Medienanalyse und durch Gespräche mit beteiligten Akteuren die Radikalisierung einer Jugendclique in Hamburg-Altona.

„Entscheidend is’ auf’m Platz!“ – Erfahrungen aus der (universellen) Islamismusprävention von ufuq.de

Für eine inklusive und diskriminierungssensible politische Bildung, Jugendarbeit und (universelle) Extremismusprävention in der Migrationsgesellschaft braucht es Pädagog*innen und Lehrkräfte mit einer zugewandt-akzeptierenden Haltung. In diesem Beitrag stellt Dr. Jochen Müller von ufuq.de Erfahrungen aus dem Tätigkeitsfeld der (universellen) Islamismusprävention vor und beschreibt, welche Themen in Fortbildungen für Pädagog*innen Raum finden sollten.

Themenzentrierte Medienarbeit mit Memes in der Präventionsarbeit

Das ufuq.de-Projekt bildmachen will Jugendliche für die Strategien und Hintergründe religiös-extremistischer Ansprachen in Sozialen Medien sensibilisieren und Möglichkeiten aufzeigen, mit Memes im Online-Diskurs zu partizipieren. Gelingen die Verzahnung von Inhalten, Methoden und Zielen der politischen Bildung mit jenen der Medienpädagogik, der Präventionsarbeit und des Jugendschutzes? Dr. Georg Materna und Dr. Katja Berg vom JFF – Institut für Medienpädagogik stellen ausgewählte Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung und Evaluation vor.

„Es wird ein verkrustetes Islamverständnis propagiert“ – ein Interview zu islamistischen Inhalten und Strategien im Internet mit dem Islamwissenschaftler Mahmud El-Wereny

Islamistische Inhalte sind im Internet und sozialen Medien sehr präsent. Dr. Mahmud El-Wereny forscht zu den virtuellen Welten islamistischer Bewegungen und hat kürzlich eine neue Studie veröffentlicht, die Inhalte und Strategien vor allem aus dem salafistischen Spektrum zusammenfasst. Götz Nordbruch von ufuq.de hat mit El-Wereny über seine Forschung gesprochen.

„Der Schutz der Privatsphäre wird kaum bedacht“ – Ein Interview zur Abwägung von Verschwiegenheits- und Meldepflichten bei Verdacht auf Radikalisierung im schulischen Kontext

In der Prävention von islamistischen Einstellungen und Verhaltensweisen stehen Fachkräfte vor der Herausforderung, das Recht auf Privatsphäre zu wahren, aber zugleich nötige Schritte einzuleiten, die für die Abwehr von Gefahren erforderlich sind. Kaja Deller und Konstantin Welker, Autor*innen der Analyse „Der Schutz der Privatsphäre von Kindern bei Radikalisierungsverdacht. Eine rechtliche Analyse im schulischen Raum“ beschreiben im Gespräch mit Götz Nordbruch die unterschiedlichen Rechte und Pflichten, die bei der Weitergabe von Informationen über Schüler*innen zu beachten sind.

Gesellschaftskritik zwischen Legitimität und Demokratiefeindlichkeit

Gesellschaftskritik kann auf Problemlagen pluralistischer Gesellschaften hinweisen und notwendige Veränderungen anstoßen. Kann aber legitime von illegitimer Gesellschaftskritik unterschieden werden? Wie gehen wir als Gesellschaft mit berechtigter Kritik an politischen Entscheidungen um? Dieser Beitrag von ufuq.de-Mitarbeiterin Maral Jekta untersucht, wie populistische und extremistische Gruppen ihre Ideologie als Gesellschaftskritik tarnen und gibt Empfehlungen für den Umgang mit Gesellschaftskritik im pädagogischen Kontext.

Rashad Ali über Hizb ut-Tahrir: „Islamismus als dritter Weg“

Richtungsschilder

Hizb ut-Tahrir ist eine islamistische Bewegung mit Ablegern in mehr als 40 Ländern. In Deutschland ist die Bewegung seit 2003 verboten; dennoch sind Organisationen aus ihrem Umfeld weiter aktiv. Maral Jekta hat mit dem Extremismusforscher und ehemaligen Mitglied der Hizb ut-Tahrir Rashad Ali über die Ideologie der Partei, ihre mögliche Anziehungskraft auf junge Menschen und den Umgang mit ihren Narrativen gesprochen.

Peer-Education als Methode der politischen Bildung mit gesellschaftspolitischer Relevanz

Peer-Education ist ein pädagogischer Ansatz, der Lernen von und mit Menschen ermöglicht, die einen ähnlichen Erfahrungshintergrund haben und gleiche Lebenswelten teilen. Darüber hinaus unterscheiden sich die verschiedenen Ansätze der Peer-Education sehr voneinander, und Erfolg und Nachhaltigkeit des Ansatzes hängen von verschiedenen Rahmenbedingungen ab. In den folgenden zwei Kapiteln aus der Broschüre „lebensweltnah und partizipativ. Mit Peer-Education gesellschaftliche Vielfalt und Demokratie fördern“ beleuchten die Autor*innen die Rolle von Partizipation und berichten vom Engagement der Peers und deren Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.