Kategorie: Jugendkultur und Identität

„Kiezdeutsch ist eine Ressource“

Kiezdeutsch hat einen schlechten Ruf – zu Unrecht, meint Maria Pohle. Die Linguistin erforscht die Verwendung von Kiezdeutsch unter Jugendlichen und betont die Normalität dieses Sprachgebrauchs. Kiezdeutsch hat weniger mit fehlenden sprachlichen Kompetenzen als mit jugendlichen Solidaritätsgefühl, situativer Sprachanpassung und der allgemeinen Sprachentwicklung im mittlerweile mehrsprachigen Europa zu tun. Als modernes sprachliches Phänomen sollte es auch im Unterricht eine Rolle spielen. Sindyan Qasem hat mit ihr gesprochen.

Islamische Jugendarbeit in Deutschland – Junge Muslime als Partner

In Deutschland leben etwa 1.8 Mio. junge Muslime unter 25 Jahren. In der Jugendarbeit spielen sie eine wichtige Rolle – nicht nur als Zielgruppe, sondern auch als Akteure. Dennoch werden sie in der Öffentlichkeit oft übersehen, wenn es um Kooperationen in der Kinder- und Jugendarbeit geht. Dr. Hussein Hamdan hat die islamische Jugendarbeit untersucht und fordert eine stärke Öffnung für islamische Träger. Aber auch die Strukturen der islamischen Verbände müssen sich verändern.

Partizipation im Internet: „Die politische Bildung muss aus der Komfortzone herauskommen“

Online-Medien spielen im Alltag von Jugendlichen eine immer wichtigere Rolle. Dabei geht es nicht nur um Unterhaltung und Freizeitgestaltung, sondern auch um Partizipation in Gesellschaft und Politik. Dr. Viktoria Spaiser forscht zur Nutzung des Internets durch Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund und interessiert sich insbesondere für das Potential von Online-Medien für politische Teilhabe und Mitgestaltung. Im Gespräch mit Götz Nordbruch betont sie die Chancen, die mit einer zunehmenden Verschmelzung von On- und Offline-Welten für die Bildungsarbeit verbunden sind.

Prävention in der Schule: The Kids Are All Right

Junge Muslim_innen in Deutschland spüren ganz genau, ob sie von ihrer mehrheitsgesellschaftlichen Umwelt als Dazugehörige wahrgenommen und anerkannt werden. Erst Misstrauen und Ausgrenzung schaffen das Klima, in dem Radikalisierung möglich wird. (Jochen Müller)

„Da sind wir quasi Punks!“ Facetten der Religiosität von muslimischen Jugendlichen

Junge Muslim_innen bekennen sich immer selbstbewusster zu ihrer Religion. Gleichzeitig lassen sie sich nicht mehr in einen Widerspruch zwischen „muslimisch“ und „deutsch“ zwingen. In Vereinen und Initiativen entwickeln und finden sie Identität, Spiritualität und Orientierung, berichtet Götz Nordbruch (ufuq.de). Ein attraktives Angebot macht ihnen auch der Salafismus.

„Pro Palestine“ – Palästina als Metapher unter Jugendlichen

Intifada, Libanonkrieg, Grenzkonflikte mit Israel, Gaza-Blockade, wie wichtig ist der Nahostkonflikt für junge Menschen, die sich mit der „arabischen Community“ identifizieren? Götz Nordbruch (ufuq.de) setzt sich in diesem Beitrag damit auseinander, wie sich der Nahostkonflikt in der Jugendkultur abbildet, und verdeutlicht dabei auch die Vielschichtigkeit des Themas.

Identität und Zugehörigkeit – Jenseits von Eindeutigkeiten

Wie man sich selbst sieht, hängt auch damit zusammen, wie die Umwelt einen wahrnimmt. Umso größer sind die Hürden gerade für junge Muslime, einen selbstverständlichen Umgang mit ihrer deutsch-muslimische Identität zu entwickeln. In der Prävention von islamistischen Orientierungen spielt daher die Anerkennung muslimscher Religiosität eine wichtige Rolle. Dieser Text von Götz Nordbruch (ufuq.de) erschien ursprünglich in der Dokumentation des Projektes „Ikram – Präventive Bildungsprozesse zum Islamismus im Rahmen der Ganztagsschule gestalten“ der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitimus (KIgA).