Islam in Deutschland

Von postmigrantisch zu postmuslimisch. Ausgrenzende Narrative und institutionelle Imprägnierung als Abwehr gegenüber religiöser Vielfalt am Beispiel des Islams

Auseinandersetzungen über Deutschsein im Einwanderungsland werden in Deutschland vor allem anhand der Kategorie „Muslim“ geführt. Diese in der Folge post-migrantischer Auseinandersetzungen entstandenen Konflikte lassen sich daher in Anlehnung an Naika Foroutans Konzept des „Postmigrantischen“ als postmuslimische Auseinandersetzungen bezeichnen. Auch wenn es vordergründig um religionspolitische Themen geht, steht doch immer wieder die Frage von Zugehörigkeit und Nicht-Zugehörigkeit im Fokus der Debatten. Eine kritische Auseinandersetzung von Steffen Beigang.

Studie zu Willkommensklassen: Neues Konzept ohne Zukunft?

Die Einrichtung von Willkommensklassen für geflüchtete Kinder stellt viele Schulen und Lehrkräfte vor neue Herausforderungen. Für manche gelten diese Klassen als der beste Weg, um Kindern und Jugendlichen ein Ankommen in Deutschland zu erleichtern. Andere befürchten, die getrennten Klassen würden einen späteren Übergang in den Regelunterricht eher erschweren. Das Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) hat hierzu eine umfassende Studie vorgelegt. Im ufuq.de-Interview beschreibt Birgit zur Nieden die Ergebnisse.

Kopftuchdebatte: Geht der Streit in die nächste Runde?

Ein Jahr ist es her, dass die Richter des Bundesverfassungsgerichts das Kopftuchverbot für Lehrerinnen kippten. Seitdem ist es Lehrerinnen erlaubt, das Tuch zu tragen, es sei denn, dass dadurch der Schulfrieden gestört wird. Aus Sicht der betroffenen Lehrerinnen ein großer Schritt, in mehreren Bundesländern gehören Kopftuchträgerinnen mittlerweile zum Kollegium. Nur in Berlin sieht der Senat bisher keinen Grund, das besonders strenge Neutralitätsgesetz zu ändern.

Türkischer Nationalismus in Deutschland: Gemeinschaft und Identität im Migrationskontext

Die politischen Konflikte in der Türkei spiegeln sich auch in Spannungen zwischen türkeistämmigen Migranten in Deutschland. Nationalistische und rechtsextreme Organisationen wie die „Grauen Wölfe“ bieten gerade für Jugendliche Identitäts- und Gemeinschaftsangebote, die sich auf eine mythisch überhöhte Geschichte des „Türkentums“ berufen. In seinem Artikel gibt Ismail Küpeli einen Überblick über türkisch-nationalistische Organisationen und fasst deren ideologischen Besonderheiten zusammen.

Islamische Jugendarbeit in Deutschland – Junge Muslime als Partner

In Deutschland leben etwa 1.8 Mio. junge Muslime unter 25 Jahren. In der Jugendarbeit spielen sie eine wichtige Rolle – nicht nur als Zielgruppe, sondern auch als Akteure. Dennoch werden sie in der Öffentlichkeit oft übersehen, wenn es um Kooperationen in der Kinder- und Jugendarbeit geht. Dr. Hussein Hamdan hat die islamische Jugendarbeit untersucht und fordert eine stärke Öffnung für islamische Träger. Aber auch die Strukturen der islamischen Verbände müssen sich verändern.

Zur Individualisierung des Religiösen unter jungen Muslim_innen. Interview mit Michael Tressat

Junge Muslim_innen leben ihre Religion anders als ihre Eltern und Großeltern, aber auch anders, als es viele Klischees über „den“ Islam oder „die“ Muslim_innen nahelegen. Der Erziehungswissenschaftler Michael Tressat ist der Bedeutung der Religion unter jungen Muslim_innen in einer Studie nachgegangen. Im Gespräch mit ufuq.de fasst er einige Ergebnisse zusammen.

Deutsch und/oder Muslim? – Muslimische Jugendliche in Deutschland

Deutsch und muslimisch sein, dass erscheint in der öffentlichen Debatten oft immer noch als Widerspruch. Dabei entstanden in den vergangenen Jahren zahlreiche Initiativen von jungen Muslim_innen, die sich nicht nur in religiösen Fragen in die Gesellschaft einbringen. In diesem Beitrag beschreibt Götz Nordbruch (ufuq.de) die Herausforderungen, denen sich junge Muslim_innen im Alltag gegenüber sehen, wenn sie versuchen, ihr Verhältnis zur Gesellschaft bestimmen.