Islam in Deutschland

Wie können wir Religionen verstehen? Religious Literacy als Zugang zu sozialen und kulturellen Dimensionen von Religiosität

Der neue interdisziplinäre Masterstudiengang „Religionen verstehen / Religious Literacy“ an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg bietet Interessierten die Möglichkeit, sich mit verschiedenen Perspektiven auf das Themenfeld Religion auseinanderzusetzen. In diesem Beitrag stellt Gabriel Jäger den neuen Studiengang vor und meint: Verstehen ist mehr als der Rückzug auf den grundrechtlich garantierten Rahmen, der die friedliche Koexistenz der Religionsgemeinschaften gewährleisten soll. Wie also lassen sich Religionen in ihren zahlreichen Facetten wirklich verstehen? Und wie kann Begegnung stattfinden?

Zwischen Analyse, Instrumentalisierung und Praxistauglichkeit: Zur Begriffsdebatte um „Islamismus“, „islamistischen Separatismus“ und „Politischen Islam“

Begriffe sind wichtig, um Phänomene zu beschreiben und voneinander abzugrenzen. Thomas Schmidinger gibt einen Überblick über Begriffe wie „islamistischer Separatismus“, „Politischer Islam“ und „Islamismus“ und warnt vor Verkürzungen und politischen Instrumentalisierungen, die sich in der Auseinandersetzung mit Ideologien als kontraproduktiv erweisen könnten.

„Gott hat aus muslimischer Perspektive einiges mit Sex zu tun“ – Ein Interview mit dem Islamtheologen Ali Ghandour

Das 2019 erschienene Buch „Liebe, Sex und Allah: Das unterdrückte erotische Erbe der Muslime“ des Islamtheologen Ali Ghandour stellt verbreitete Stereotype über Sexualität im Islam in Frage. Im Interview mit RISE-Projektmitarbeiterin Lina Najmi erzählt Ali Ghandour vom relativ offenen Verhältnis vormoderner muslimischer Gesellschaften zur Sexualität und erklärt, welche Implikationen seine Forschung für die Arbeit mit muslimischen Jugendlichen hat.

… den Antisemitismus bei den „Anderen“ suchen? – Verhältnisbestimmungen mit Blick auf Antisemitismus unter „Muslim*innen“

Obwohl antisemitische Haltungen in allen Teilen der deutschen Gesellschaft zu finden sind, werden Muslim*innen und als muslimisch gelesene Personen häufig als besondere Problemträger*innen beschrieben. Unberücksichtigt bleibt dabei, wie viel Bedeutung Muslim*innen ihrem Glauben selbst zumessen und ob ihre Religiosität tatsächlich mit Antisemitismus in Verbindung steht. Dr. Stefan Hößl hat diese Fragen in seiner Studie „Antisemitismus unter muslimischen Jugendlichen“ untersucht und festgestellt, dass religiöse Bezüge sowohl Anschlussstellen für Antisemitismus bieten als auch Antisemitismus entgegenstehen können.

Hoffnung auf Normalität – Islamische Theologie an deutschen Universitäten

Islamische Theologie als Studienfach erfreut sich in Deutschland einer wachsenden Zahl an Einschreibungen. Die Motivation der Studierenden und ihre Erwartungen an das Fach seien unterschiedlich, so eines der Ergebnisse aus der Studie „Wer studiert Islamische Theologie?“. Wir haben mit den Autor*innen über die Entwicklung des Studienganges und seine Akzeptanz in der Gesellschaft, aber auch über die Beweggründe und Berufsmöglichkeiten der Studierenden gesprochen.

Welche Rolle spielen islamische und migrantische Vereine in der Extremismusprävention?

Welche Rolle spielen islamische und migrantische Vereine in der Extremismusprävention? Welche Ursachen für Radikalisierung sehen sie? Jens Ostwaldt, Autor des Bandes „Islamische und migrantische Vereine in der Extremismusprävention. Erfahrungen, Herausforderungen und Perspektiven“ fasst im Interview mit ufuq.de die wichtigsten Ergebnisse seiner Studie zusammen. Er meint: Präventionsprojekte sind wichtig, um die Handlungssicherheit der Moscheegemeinden zu stärken und Expertise im Umgang mit Extremismus aufzubauen – doch langfristig braucht es mehr.

Lebensrealitäten von muslimischen Jugendlichen – Zwischen Fremdzuschreibungen, Rassismuserfahrungen und (kritischen) Selbstpositionierungen

Die Übergangsphase vom Kind zum Erwachsenen ist durch bestimmte Herausforderungen und Chancen gekennzeichnet. Doch rassifizierte Jugendliche mit geringem oder entwertetem kulturellem Kapital haben nicht die gleichen Möglichkeiten zum adoleszenten Ausprobieren und Rebellieren wie Jugendliche, die nicht als „Andere“ gelesen werden.

„Ihr betreibt Identitätspolitik“ – ein Streitgespräch mit Kurt Edler zu antimuslimischem Rassismus, Lobbyismus und den Grenzen von Religiosität im öffentlichen Raum

Im Februar 2019 diskutierten Studiendirektor i. R. Kurt Edler und Götz Nordbruch von ufuq.de bei einem Werkstattgespräch des Vereins für Demokratie und Vielfalt in Schule und beruflicher Bildung in Berlin über pädagogisches Handeln im Spannungsfeld von Islamismusprävention und Antidiskriminierung. Schnell wurde klar, dass die Gesprächspartner zum Teil sehr unterschiedliche Ansätze vertreten – und dass weiter diskutiert werden sollte. ufuq.de-Mitarbeiterinnen Mirjam Gläser und Sakina Abushi verabredeten sich daher ein zweites Mal mit Kurt Edler. Lesen Sie hier das Streitgespräch zu antimuslimischem Rassismus, Identitätspolitik und den Grenzen von Religiosität im öffentlichen Raum im Wortlaut-Protokoll.

„Es gibt ein riesiges Korpus sunnitischer Salafismuskritik“ – eine innerislamische Auseinandersetzung

Wieso unternehmen Muslim_innen nichts gegen Extremist_innen in ihren eigenen Reihen? Diese Frage brachte den Islamwissenschaftler Hazim Fouad dazu, sich mit zeitgenössischer muslimischer Kritik am Salafismus zu beschäftigen. Welche Kritik üben Traditionalist_innen, Modernist_innen und Sufis am Salafismus? Ein Interview über Sprachbarrieren in muslimischen Communities, das theologische Vakuum in Deutschland und die Frage, ob der Salafismus seinen Zenit überschritten hat.

Muslimische Väter – Zwischen stereotypen Rollenbildern und progressiver Männlichkeit

Welche Bilder migrantischer oder muslimischer Männlichkeit existieren in den Medien? Was sind demgegenüber aktuelle Forschungsergebnisse zu sich wandelnen Vorstellungen von Männlichkeit und Väterlichkeit in der Gesellschaft? Gibt es Unterschiede zwischen “muslimischen” und “nichtmuslimischen” Vaterrollen? Ein Interview mit den Wissenschaftlern Michael Tunç und Umut Akkuş.