Kategorie: Diversität und Diskriminierung

„Mein Kopf gehört mir“ – Kommentar zur Diskussion um das Tragen des Kopftuchs im öffentlichen Dienst

Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts über die Einstellung von Lehrerinnen mit Kopftuch ist weiterhin Gegenstand öffentlicher Debatten. Einige Bundesländer haben sich mittlerweile entschieden, Lehrerinnen mit Kopftuch in den Schuldienst aufzunehmen. Dagegen entschied der Berliner Senat, das Neutralitätsgesetz beizubehalten, mit dem das Tragen des Kopftuchs für Lehrerinnen untersagt ist. Dr. Yasemin Shooman plädiert in ihrem Kommentar für die Öffnung der Schulen für kopftuchtragende Lehrerinnen und begründet dies unter anderem mit der stigmatisierenden Wirkung eines Kopftuchverbotes im öffentlichen Dienst.

Uneindeutigkeit und der Umgang mit Ambiguität: Orientierungen junger Heranwachsender mit und ohne Zuwanderungsgeschichte

Die Suche nach Identität und Orientierung spielt gerade im Jugendalter eine wichtige Rolle. Am Übergang zum Erwachsensein gilt es, sich gegenüber den Eltern und der Gesellschaft zu positionieren. Dr. Haci-Halil Uslucan beschreibt die Herausforderungen, denen sich gerade Jugendliche mit Migrationsgeschichte zwischen den Erwartungen der Eltern und der Gesellschaft gegenüber sehen. Er beschreibt die oft entstehenden bikulturellen Selbstverständnisse auch als Chance, in einer zunehmend komplexeren und pluralistischen Gesellschaft zurecht zu kommen.

„Darf ich als Muslim wählen?“ Dossier zum Umgang mit Fragen zu Islam und Demokratie

Für viele muslimische Jugendliche spielt die Frage nach der Vereinbarkeit von Demokratie und Islam eine große Rolle. Zum Beispiel in Diskussionen, die in sozialen Netzwerken geführt werden. Dabei finden sich häufig Beiträge, in denen eine grundsätzliche – wenngleich oft diffuse – Verunsicherung zum Ausdruck kommt: Viele Jugendliche erleben einen Widerspruch zwischen ihrer Selbstwahrnehmung als Teil der Gesellschaft und den Vorstellungen, die im öffentlichen Diskurs („Gehört der Islam zu Deutschland?“, „Wie gefährlich ist der Islam?“), aber auch in Beiträgen aus islamistischen Kreisen („Demokratie – nein danke!“), formuliert werden.

„Pro Palestine“ – Palästina als Metapher unter Jugendlichen

Intifada, Libanonkrieg, Grenzkonflikte mit Israel, Gaza-Blockade, wie wichtig ist der Nahostkonflikt für junge Menschen, die sich mit der „arabischen Community“ identifizieren? Götz Nordbruch (ufuq.de) setzt sich in diesem Beitrag damit auseinander, wie sich der Nahostkonflikt in der Jugendkultur abbildet, und verdeutlicht dabei auch die Vielschichtigkeit des Themas.

„Scharia-Polizei“ in Wuppertal: Hysterie hilft nicht weiter

Die „Scharia-Polizei“ des salafistischen Predigers Sven Lau in Wuppertal machte in den vergangenen Tagen auch in der überregionalen Presse Schlagzeilen. Übersehen wurde dabei allzu oft der gesellschaftliche Kontext, in dem diese Aktion stattfand. In seinem Beitrag beschreibt Sindyan Qasem (ufuq.de) die Ursachen, weshalb solche Aktionen bei manchen Jugendlichen auf Unterstützung stossen.

Identität und Zugehörigkeit – Jenseits von Eindeutigkeiten

Wie man sich selbst sieht, hängt auch damit zusammen, wie die Umwelt einen wahrnimmt. Umso größer sind die Hürden gerade für junge Muslime, einen selbstverständlichen Umgang mit ihrer deutsch-muslimische Identität zu entwickeln. In der Prävention von islamistischen Orientierungen spielt daher die Anerkennung muslimscher Religiosität eine wichtige Rolle. Dieser Text von Götz Nordbruch (ufuq.de) erschien ursprünglich in der Dokumentation des Projektes „Ikram – Präventive Bildungsprozesse zum Islamismus im Rahmen der Ganztagsschule gestalten“ der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitimus (KIgA).

„Wieviel Islam verträgt das Land?“ Warum die Islamfeindschaft ein gesellschaftliches Problem ist – und nicht der Islam

Die Sarrazin-Debatte bestätigt die Vorbehalte, die in der Bevölkerung gegenüber Muslimen und dem Islam verbreitet sind. An die Stelle „der Ausländer“, die noch in den 90er Jahren im Mittelpunkt von Ressentiments und rassistischen Anfeindungen standen, sind mittlerweile „die Muslime“ getreten. In der Arbeit mit jungen Muslimen kommt daher der Anerkennung ihrer Biographien und ihrer Religiosität eine besondere Rolle zu, schreibt Jochen Müller (ufuq.de) in diesem Beitrag.