Kategorie: Diversität und Diskriminierung

„Das Überwältigungsverbot gilt auch für die politische Bildung mit Geflüchteten“

In der öffentlichen Debatte wird häufig gefordert, die neuangekommenen Geflüchteten müssten „unsere“ Werte lernen. Tatsächlich sind Geflüchtete eine neue Zielgruppe der politischen Bildung, für Reinhard Fischer von der Berliner Landeszentrale für Politische Bildung geht es in der Arbeit mit Geflüchteten allerdings nicht darum, „eine Leitkultur zu vermitteln.

Zwischen Diversität und Stigmatisierung. Antisemitismus und Bildungsarbeit in der Migrationsgesellschaft

Antisemitische Äußerungen und Weltbilder stellen Pädagog_innen vor besondere Herausforderungen – auch weil sie häufig mit Fragen und Konflikten in der Migrationsgesellschaft in Verbindung stehen. In ihrem Beitrag fasst Anne Goldenbogen den Stand der wissenschaftlichen Debatte zum Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft zusammen und plädiert für eine kritische Auseinandersetzung mit eigenen Haltungen und Erfahrungen in der pädagogischen Arbeit, aber auch für eine stärkere Berücksichtigung der Lebensrealitäten und Identitätskonstruktionen von Jugendlichen.

Von postmigrantisch zu postmuslimisch. Ausgrenzende Narrative und institutionelle Imprägnierung als Abwehr gegenüber religiöser Vielfalt am Beispiel des Islams

Auseinandersetzungen über Deutschsein im Einwanderungsland werden in Deutschland vor allem anhand der Kategorie „Muslim“ geführt. Diese in der Folge post-migrantischer Auseinandersetzungen entstandenen Konflikte lassen sich daher in Anlehnung an Naika Foroutans Konzept des „Postmigrantischen“ als postmuslimische Auseinandersetzungen bezeichnen. Auch wenn es vordergründig um religionspolitische Themen geht, steht doch immer wieder die Frage von Zugehörigkeit und Nicht-Zugehörigkeit im Fokus der Debatten. Eine kritische Auseinandersetzung von Steffen Beigang.

Reflektionen zu Ideologien der Ungleichwertigkeit von Menschen mit Rassismuserfahrungen

Gibt es einen Unterschied zwischen Ungleichheitsvorstellungen von Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte? Können jugendliche Migrant_innen überhaupt rassistisch sein? Wie damit umgehen, wenn in Fortbildungen von Teilnehmenden immer wieder darauf verwiesen wird, dass Deutsche ohne „Migrationshintergrund“ abgelehnt würden und dies eine zunehmende „Deutschenfeindlichkeit“ belege? Und welche Rolle spielen diese Fragen für die pädagogische Arbeit? Eine Analyse der ufuq.de-Mitarbeiter_innen Sindyan Qasem, Nalan Yağci und Mirjam Gläser.

Der NSU-Komplex als Auftrag für die politische Bildung

Wie kann es passieren, dass gewaltbereite Rechtsradikale über Jahre eine Serie von Morden verüben können und die Polizei die Täter unter ihren potentiellen Opfern sucht, statt im immer dichter werdenden Netzwerk der Neonazi-Szene zu ermitteln? Der Sozialwissenschaftler Kemal Bozay hat die rassistischen Ermittlungsmethoden persönlich erlebt. Er fordert mehr politische Bildung, um eine gesellschaftliche Diskussion über Ursachen und Folgen des NSU-Komplex anzuregen.

Studie zu Willkommensklassen: Neues Konzept ohne Zukunft?

Die Einrichtung von Willkommensklassen für geflüchtete Kinder stellt viele Schulen und Lehrkräfte vor neue Herausforderungen. Für manche gelten diese Klassen als der beste Weg, um Kindern und Jugendlichen ein Ankommen in Deutschland zu erleichtern. Andere befürchten, die getrennten Klassen würden einen späteren Übergang in den Regelunterricht eher erschweren. Das Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) hat hierzu eine umfassende Studie vorgelegt. Im ufuq.de-Interview beschreibt Birgit zur Nieden die Ergebnisse.

„Einen Generalverdacht gegen ganze ethnische Gruppen darf es nicht geben“ – Über Racial Profiling und die Folgen

Wieder sorgen die Ereignisse der Silvesternacht in Köln für heftige Diskussionen. Dieses Jahr sind es allerdings nicht sexuelle Übergriffe, die für Aufregung sorgen. Dafür steht nun das Vorgehen der Polizei in der Kritik: Hatte sie doch sehr gezielt junge Männer mit vermeintlich nordafrikanischem Äußeren im Visier. In einem Tweet der Polizei wurden diese als „Nafris“ bezeichnet. Zur Diskussion über die Verwendung rassistischer Begriffe und Racial Profiling im Polizeieinsatz sprachen wir mit der Kriminologin Dr. Daniela Hunold, die zur Polizeiarbeit in multiethnischen Städten forscht.

Zur Bedeutung von Diskriminierungserfahrungen und gesellschaftlicher Marginalisierung in religiösen Radikalisierungsprozessen

Diskriminierung und Marginalisierung aufgrund von Religionszugehörigkeit und Herkunft allein können eine Abwendung von der Gesellschaft und eine Hinwendung zu religiös-extremistischen Orientierungen nicht erklären. Gleichwohl verweisen die vorliegenden Studien auf mögliche desintegrative und selbstethnisierende Wirkungen entsprechender Erfahrungen. In diesem Beitrag fasst Götz Nordbruch die Ergebnisse aktueller Forschungen zusammen.