Diversität und Diskriminierung

Erinnerung bedeutet Anerkennung

In Deutschland ist die Leistung der sogenannten Gastarbeiter*innen trotz der Bemühungen einzelner Initiativen weitgehend unsichtbar. Dr. Fatma Sagir betont in ihrem Beitrag, dass die Geschichte der Gastarbeiter*innen Teil der Geschichte Deutschlands ist. Sie findet: Ohne die Anerkennung der Vergangenheit kann es keine Zukunft für die Nachkommen der Gastarbeiter*innen in diesem Land geben.

Materialsammlung „Postmigrantische Allianzen und Solidarität“ – „Wie wollen wir leben?“-Fachaustausch 2020

Im Rahmen des Kompetenznetzwerks Islamistischer Extremismus (KN:IX) fand am 28. und 29. November 2020 ein digitaler Fachaustausch für das ufuq.de-Projekt „Wie wollen wir leben?“ statt. Im Fokus standen neben dem Erfahrungsaustausch Workshops zu Postmigrantischen Allianzen und Solidarität sowie ein Argumentationstraining zum Umgang mit antipluralistischen und populistischen Aussagen. Wir veröffentlichen hier eine Materialsammlung, die im Rahmen des Fachaustausches entstanden ist.

Queere Identitäten im Kontext von Islam und Rassismus – über die Vereinbarkeit von Muslimisch-Sein und Queer-Sein sowie schulisch-pädagogische Handlungsmöglichkeiten

Queere Muslim*innen und Menschen of Color sind in besonderer Weise von Diskriminierung betroffen. In diesem Beitrag diskutieren Aylin Yavaş, Maryam Kirchmann und Christian Kautz die Vereinbarkeit von Muslimisch-Sein und Queer-Sein im Kontext von Rassismus. Sie stellen pädagogische Handlungsmöglichkeiten im schulischen Rahmen vor, denn Lehrkräfte können Schüler*innen dabei unterstützen, sich frei in ihrer Identität und ohne Diskriminierung zu entfalten. Dabei sollten auch queere Perspektiven von Menschen of Color und Muslim*innen repräsentiert werden.

Materialsammlung: Kinder und Jugendliche stärken – Resilienzförderung im Schulalltag im Kontext rassismuskritischer Bildungsarbeit

Wachsende Pflanze

Die ufuq.de-Fachstelle für Pädagogik zwischen Islam, antimuslimischem Rassismus und Islamismus in Berlin richtete am 08.Oktober 2020 einen digitalen Fachtag zum Thema Resilienzförderung im Schulalltag im Kontext rassismuskritischer Bildungsarbeit aus. Wir veröffentlichen eine Materialsammlung zum Thema, die neben Präsentationen und Literaturhinweisen auch Aufzeichnungen der Vorträge und Diskussionen beinhaltet.

Postmigrantische Stadt: Eine neue Topographie des Möglichen

Sozio-historische Studien legen nahe, dass der Topos einer Sesshaftigkeit über mehrere Generationen hinweg ein Mythos ist. Vor allem Städte wären ohne Migration kaum denkbar. Heiko Berner und Erol Yildiz betrachten Migration, Stadtentwicklung und Urbanität in diesem Artikel aus einer postmigrantischen Perspektive. Sie diskutieren das Beispiel der postmigrantischen Ökonomie und zeigen die Relevanz sozialer Kontakte und grenzüberschreitender Ressourcen für die Gründung und Nachhaltigkeit eines Unternehmens.

Kolonialismus im Schulbuch – Was Schüler*innen heutzutage über den Kolonialismus lernen

Wie ist es im Schulunterricht und in den Lehrbüchern um die kritische Reflexion der Kolonialzeit bestellt? Welches Geschichtsverständnis vermitteln die Lehrbücher und welche kolonialen Vorstellungen reproduzieren sie? Steffen Vogel zeigt in seiner Analyse dreier Schulbücher Probleme im Umgang mit dem Kolonialerbe auf und skizziert Alternativen. Er weist darauf hin, wie wichtig es ist, Geschichte in Lehrbüchern nicht als abgeschlossenene Zeiteinheit ohne Gegenwartsbezug darzustellen.

Umgang mit problematischen Begriffen im Lernen zu Diskriminierung

Durch ungleiche Zugänge zu Sprachdebatten kann es selbst bei zivilgesellschaftlich engagierten Menschen vorkommen, dass sie problematische Begriffe verwenden. Sobald ein problematischer Begriff unwissentlich geäußert wird, entsteht eine emotional aufgeladene Situation, die mit Beschämung des Sprechenden einhergehen kann. Katharina Debus ermutigt zu einem verständnisvollen Miteinander beim Umgang mit diesen Fehlern und zeigt Möglichkeiten auf, wie man als Seminarleiter*in einen konstruktiven und respektvollen Zugang zu diskriminierungsfreier Sprache in Seminaren ermöglichen kann.

… den Antisemitismus bei den „Anderen“ suchen? – Verhältnisbestimmungen mit Blick auf Antisemitismus unter „Muslim*innen“

Obwohl antisemitische Haltungen in allen Teilen der deutschen Gesellschaft zu finden sind, werden Muslim*innen und als muslimisch gelesene Personen häufig als besondere Problemträger*innen beschrieben. Unberücksichtigt bleibt dabei, wie viel Bedeutung Muslim*innen ihrem Glauben selbst zumessen und ob ihre Religiosität tatsächlich mit Antisemitismus in Verbindung steht. Dr. Stefan Hößl hat diese Fragen in seiner Studie „Antisemitismus unter muslimischen Jugendlichen“ untersucht und festgestellt, dass religiöse Bezüge sowohl Anschlussstellen für Antisemitismus bieten als auch Antisemitismus entgegenstehen können.

Intersektionale Diskriminierungen von als muslimisch markierten schwulen Männern

Im Alltag und im institutionellen Kontext begegnen schwule muslimisch markierte Männer sowohl in ihrer Community als auch in der Mehrheitsgesellschaft Diskriminierung. In diesem Beitrag gibt Dr. Zülfukar Çetin, Professor für Migration und Diversity in Berlin, einen Überblick über die mehrdimensionalen Diskriminierungsebenen und wie sich Diskriminierungsformen überschneiden können.