Diversität und Diskriminierung

Postmigrantische Stadt: Eine neue Topographie des Möglichen

Sozio-historische Studien legen nahe, dass der Topos einer Sesshaftigkeit über mehrere Generationen hinweg ein Mythos ist. Vor allem Städte wären ohne Migration kaum denkbar. Heiko Berner und Erol Yildiz betrachten Migration, Stadtentwicklung und Urbanität in diesem Artikel aus einer postmigrantischen Perspektive. Sie diskutieren das Beispiel der postmigrantischen Ökonomie und zeigen die Relevanz sozialer Kontakte und grenzüberschreitender Ressourcen für die Gründung und Nachhaltigkeit eines Unternehmens.

Materialsammlung: Kinder und Jugendliche stärken – Resilienzförderung im Schulalltag im Kontext rassismuskritischer Bildungsarbeit

Wachsende Pflanze

Die ufuq.de-Fachstelle für Pädagogik zwischen Islam, antimuslimischem Rassismus und Islamismus in Berlin richtete 2020 einen digitalen Fachtag zum Thema Resilienzförderung im Schulalltag aus. Wir veröffentlichen hier eine Materialsammlung zum Thema, die neben Präsentationen und Literaturhinweisen auch Aufzeichnungen der Vorträge und Diskussionen beinhaltet.

Kolonialismus im Schulbuch – Was Schüler*innen heutzutage über den Kolonialismus lernen

Wie ist es im Schulunterricht und in den Lehrbüchern um die kritische Reflexion der Kolonialzeit bestellt? Welches Geschichtsverständnis vermitteln die Lehrbücher und welche kolonialen Vorstellungen reproduzieren sie? Steffen Vogel zeigt in seiner Analyse dreier Schulbücher Probleme im Umgang mit dem Kolonialerbe auf und skizziert Alternativen. Er weist darauf hin, wie wichtig es ist, Geschichte in Lehrbüchern nicht als abgeschlossenene Zeiteinheit ohne Gegenwartsbezug darzustellen.

Umgang mit problematischen Begriffen im Lernen zu Diskriminierung

Durch ungleiche Zugänge zu Sprachdebatten kann es selbst bei zivilgesellschaftlich engagierten Menschen vorkommen, dass sie problematische Begriffe verwenden. Sobald ein problematischer Begriff unwissentlich geäußert wird, entsteht eine emotional aufgeladene Situation, die mit Beschämung des Sprechenden einhergehen kann. Katharina Debus ermutigt zu einem verständnisvollen Miteinander beim Umgang mit diesen Fehlern und zeigt Möglichkeiten auf, wie man als Seminarleiter*in einen konstruktiven und respektvollen Zugang zu diskriminierungsfreier Sprache in Seminaren ermöglichen kann.

… den Antisemitismus bei den „Anderen“ suchen? – Verhältnisbestimmungen mit Blick auf Antisemitismus unter „Muslim*innen“

Obwohl antisemitische Haltungen in allen Teilen der deutschen Gesellschaft zu finden sind, werden Muslim*innen und als muslimisch gelesene Personen häufig als besondere Problemträger*innen beschrieben. Unberücksichtigt bleibt dabei, wie viel Bedeutung Muslim*innen ihrem Glauben selbst zumessen und ob ihre Religiosität tatsächlich mit Antisemitismus in Verbindung steht. Dr. Stefan Hößl hat diese Fragen in seiner Studie „Antisemitismus unter muslimischen Jugendlichen“ untersucht und festgestellt, dass religiöse Bezüge sowohl Anschlussstellen für Antisemitismus bieten als auch Antisemitismus entgegenstehen können.

Intersektionale Diskriminierungen von als muslimisch markierten schwulen Männern

Im Alltag und im institutionellen Kontext begegnen schwule muslimisch markierte Männer sowohl in ihrer Community als auch in der Mehrheitsgesellschaft Diskriminierung. In diesem Beitrag gibt Dr. Zülfukar Çetin, Professor für Migration und Diversity in Berlin, einen Überblick über die mehrdimensionalen Diskriminierungsebenen und wie sich Diskriminierungsformen überschneiden können.

Fremd-gemachte Männlichkeit im Migrationskontext

Nicht selten werden männliche Migranten in Medien als homogene und fremdartige Masse dargestellt, die es für die weiße Mehrheitsgesellschaft als Problem zu bewältigen gilt. Der Geschlechterforscher Dr. Paul Scheibelhofer hat untersucht, welches Geflecht aus Privilegierungs- und Abwertungsmechanismen sich hinter der Problematisierung männlicher Migranten verbirgt.

Die Sprachkäfige öffnen – Gedanken zur Bedeutung von „freier Rede“. Ein Essay von Kübra Gümüşay

Empört und hoch erhitzt wird allenthalben über gerechte Sprache in einer pluralen Gesellschaft diskutiert. Was darf „man“ heute eigentlich noch sagen? Nicht einmal jenes soll „man“ noch sagen können? Woran liegt es, dass die Erfahrungen und Perspektiven bestimmter Gruppen nicht oder erst nach langen Kämpfen ihren Weg in die Sprache aller finden? Autorin Kübra Gümüşay sagt in diesem Essay: Die Diskussionen um Sprache, Wörter und Benennung sind keine Banalität. Denn die Lücken in unserer Sprache sind zutiefst politisch.