Kategorie: Diversität und Diskriminierung

Die Sprachkäfige öffnen – Gedanken zur Bedeutung von „freier Rede“. Ein Essay von Kübra Gümüşay

Empört und hoch erhitzt wird allenthalben über gerechte Sprache in einer pluralen Gesellschaft diskutiert. Was darf „man“ heute eigentlich noch sagen? Nicht einmal jenes soll „man“ noch sagen können? Woran liegt es, dass die Erfahrungen und Perspektiven bestimmter Gruppen nicht oder erst nach langen Kämpfen ihren Weg in die Sprache aller finden? Autorin Kübra Gümüşay sagt in diesem Essay: Die Diskussionen um Sprache, Wörter und Benennung sind keine Banalität. Denn die Lücken in unserer Sprache sind zutiefst politisch.

Wer ist Wir? Ideen und Materialien für den Unterricht zum Thema „Migrationshintergrund“

Ist die Kategorie „Mensch mit Migrationshintergrund“ diskriminierend, weil sie Deutsche in „echte“ und „eingewanderte“ Deutsche einteilt? Oder ergibt die Kategorie für Statistiken Sinn? Wer muss sich in Deutschland eigentlich integrieren und wer nicht? Wir haben einige Materialien zusammengestellt, mit denen pädagogische Fachkräfte über diese Fragen mit Jugendlichen diskutieren können.

Lebensrealitäten von muslimischen Jugendlichen – Zwischen Fremdzuschreibungen, Rassismuserfahrungen und (kritischen) Selbstpositionierungen

Die Übergangsphase vom Kind zum Erwachsenen ist durch bestimmte Herausforderungen und Chancen gekennzeichnet. Doch rassifizierte Jugendliche mit geringem oder entwertetem kulturellem Kapital haben nicht die gleichen Möglichkeiten zum adoleszenten Ausprobieren und Rebellieren wie Jugendliche, die nicht als „Andere“ gelesen werden.

Radikaler Respekt? Überlegungen zu Emotionen in Pädagogik und politischer Bildung am Beispiel von antimuslimischem Rassismus und Antisemitismus

Wut und Agressionen sind Emotionen, die unter Jugendlichen ihren Ausgang in antimuslimischem Rassismus und israelbezogenen Antisemitismus finden können. Dass es pädagogisch zielführend sei, die menschengruppenfeindlichen Äußerungen der Jugendlichen nach ihrer Motivlage zu ergründen, zeigt ufuq.de Co- Geschäftsführer Dr. Jochen Müller in diesem Beitrag aus der Zeitschriftenreihe Ligante der BAG RelEx. Darin plädiert er für eine vermehrte Berücksichtigung von Emotionen in der politischen Bildungsarbeit und warnt davor, das Feld der Emotionen den Ideologien zu überlassen.

„Die, die da sind, sind gut“: Nils Katz und Tobias Nolte von der Rütli-Schule zu Gast beim ufuq.de Couch Talk

Nils Katz und Tobias Nolte sind Lehrer an der Rütli-Gemeinschaftsschule in Berlin-Neukölln. In ihrer Freizeit werben sie in Workshops bei angehenden Lehrer*innen für die Arbeit an sogenannten „Brennpunktschulen“. Mit uns sprechen sie darüber, ob sie mit dem Begriff Brennpunktschule überhaupt etwas anfangen können, welchen Herausforderungen sie sich im Arbeitsalltag gegenüber sehen und warum sie die Arbeit an der Rütli-Schule etwa einem Gymnasium in Charlottenburg vorziehen.

„Ihr betreibt Identitätspolitik“ – ein Streitgespräch mit Kurt Edler zu antimuslimischem Rassismus, Lobbyismus und den Grenzen von Religiosität im öffentlichen Raum

Im Februar 2019 diskutierten Studiendirektor i. R. Kurt Edler und Götz Nordbruch von ufuq.de bei einem Werkstattgespräch des Vereins für Demokratie und Vielfalt in Schule und beruflicher Bildung in Berlin über pädagogisches Handeln im Spannungsfeld von Islamismusprävention und Antidiskriminierung. Schnell wurde klar, dass die Gesprächspartner zum Teil sehr unterschiedliche Ansätze vertreten – und dass weiter diskutiert werden sollte. ufuq.de-Mitarbeiterinnen Mirjam Gläser und Sakina Abushi verabredeten sich daher ein zweites Mal mit Kurt Edler. Lesen Sie hier das Streitgespräch zu antimuslimischem Rassismus, Identitätspolitik und den Grenzen von Religiosität im öffentlichen Raum im Wortlaut-Protokoll.

Anders erinnern: Für eine ost-migrantische Erinnerungspolitik

Die offizielle Erinnerungskultur zu 30 Jahren Mauerfall schließt kritische ostdeutsche und migrantische Perspektiven gleichermaßen aus. Für Migrant_innen sind die 1990er Jahre zum Symbol eines ausschließenden Nationalismus geworden, und all jene Ostdeutsche kommen nicht vor, die die Wende vor allem als den Auftakt eines heftigen Abstiegs erinnern. Elisa Gutsche und Pablo Dominguez finden es höchste Zeit, ein multidirektionales Erinnern zu erproben.

Diversität und historisches Lernen: Eine besondere Zeitgeschichte

Michele Barricelli meint: Zunehmende Diversität an deutschen Schulen schafft beste Voraussetzungen für produktive Aushandlungen über Sinn und Bedeutung von Vergangenheit im Unterricht. Gleichzeitig wächst das Verlangen nach vielfältigen Geschichten, nach Multiperspektivität und abwechslungsreichen Deutungen in einem Maße, wie dies im Unterricht bisher fremd war. Wie gelingt der Übergang von getrennten Erinnerungen zu einer gemeinsamen Erzählung?