Hintergrund

„Der Schutz der Privatsphäre wird kaum bedacht“ – Ein Interview zur Abwägung von Verschwiegenheits- und Meldepflichten bei Verdacht auf Radikalisierung im schulischen Kontext

In der Prävention von islamistischen Einstellungen und Verhaltensweisen stehen Fachkräfte vor der Herausforderung, das Recht auf Privatsphäre zu wahren, aber zugleich nötige Schritte einzuleiten, die für die Abwehr von Gefahren erforderlich sind. Kaja Deller und Konstantin Welker, Autor*innen der Analyse „Der Schutz der Privatsphäre von Kindern bei Radikalisierungsverdacht. Eine rechtliche Analyse im schulischen Raum“ beschreiben im Gespräch mit Götz Nordbruch die unterschiedlichen Rechte und Pflichten, die bei der Weitergabe von Informationen über Schüler*innen zu beachten sind.

Kolonialismus im Schulbuch – Was Schüler*innen heutzutage über den Kolonialismus lernen

Wie ist es im Schulunterricht und in den Lehrbüchern um die kritische Reflexion der Kolonialzeit bestellt? Welches Geschichtsverständnis vermitteln die Lehrbücher und welche kolonialen Vorstellungen reproduzieren sie? Steffen Vogel zeigt in seiner Analyse dreier Schulbücher Probleme im Umgang mit dem Kolonialerbe auf und skizziert Alternativen. Er weist darauf hin, wie wichtig es ist, Geschichte in Lehrbüchern nicht als abgeschlossenene Zeiteinheit ohne Gegenwartsbezug darzustellen.

Umgang mit problematischen Begriffen im Lernen zu Diskriminierung

Durch ungleiche Zugänge zu Sprachdebatten kann es selbst bei zivilgesellschaftlich engagierten Menschen vorkommen, dass sie problematische Begriffe verwenden. Sobald ein problematischer Begriff unwissentlich geäußert wird, entsteht eine emotional aufgeladene Situation, die mit Beschämung des Sprechenden einhergehen kann. Katharina Debus ermutigt zu einem verständnisvollen Miteinander beim Umgang mit diesen Fehlern und zeigt Möglichkeiten auf, wie man als Seminarleiter*in einen konstruktiven und respektvollen Zugang zu diskriminierungsfreier Sprache in Seminaren ermöglichen kann.

… den Antisemitismus bei den „Anderen“ suchen? – Verhältnisbestimmungen mit Blick auf Antisemitismus unter „Muslim*innen“

Obwohl antisemitische Haltungen in allen Teilen der deutschen Gesellschaft zu finden sind, werden Muslim*innen und als muslimisch gelesene Personen häufig als besondere Problemträger*innen beschrieben. Unberücksichtigt bleibt dabei, wie viel Bedeutung Muslim*innen ihrem Glauben selbst zumessen und ob ihre Religiosität tatsächlich mit Antisemitismus in Verbindung steht. Dr. Stefan Hößl hat diese Fragen in seiner Studie „Antisemitismus unter muslimischen Jugendlichen“ untersucht und festgestellt, dass religiöse Bezüge sowohl Anschlussstellen für Antisemitismus bieten als auch Antisemitismus entgegenstehen können.

Hoffnung auf Normalität – Islamische Theologie an deutschen Universitäten

Islamische Theologie als Studienfach erfreut sich in Deutschland einer wachsenden Zahl an Einschreibungen. Die Motivation der Studierenden und ihre Erwartungen an das Fach seien unterschiedlich, so eines der Ergebnisse aus der Studie „Wer studiert Islamische Theologie?“. Wir haben mit den Autor*innen über die Entwicklung des Studienganges und seine Akzeptanz in der Gesellschaft, aber auch über die Beweggründe und Berufsmöglichkeiten der Studierenden gesprochen.

Gesellschaftskritik zwischen Legitimität und Demokratiefeindlichkeit

Gesellschaftskritik kann auf Problemlagen pluralistischer Gesellschaften hinweisen und notwendige Veränderungen anstoßen. Kann aber legitime von illegitimer Gesellschaftskritik unterschieden werden? Wie gehen wir als Gesellschaft mit berechtigter Kritik an politischen Entscheidungen um? Dieser Beitrag von ufuq.de-Mitarbeiterin Maral Jekta untersucht, wie populistische und extremistische Gruppen ihre Ideologie als Gesellschaftskritik tarnen und gibt Empfehlungen für den Umgang mit Gesellschaftskritik im pädagogischen Kontext.

„Wut ist einfacher zu fühlen als Angst“ – ein Interview zu Verschwörungstheorien bei Jugendlichen

Daniel Can und Matthias Kathan arbeiten für die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg zum Thema Verschwörungstheorien bei Jugendlichen. Im Interview mit ufuq.de-Mitarbeiterin Jenny Omar erklären sie, wie Verschwörungstheorien funktionieren, was sie für Jugendliche attraktiv macht und welche Handlungsmöglichkeiten es in der pädagogischen Arbeit gibt.

Hanau und „wir“ – Was hat Rassismus mit uns zu tun?

Deutschland habe – nicht erst mit dem Hanauer Anschlag im Februar 2020 – ein Rassismusproblem, hieß es nach dem Anschlag in der Presse. Warum und wie schlägt sich das in der pädagogischen Praxis nieder? Die Erziehungswissenschaftlerin und promovierte Soziologin Inga Oberzaucher-Tölke appelliert daran, sich fortlaufend der Selbstreflexion zu unterziehen, und zeigt beispielhaft Fallstricke durch sozialisierte Deutungsmuster auf.

Intersektionale Diskriminierungen von als muslimisch markierten schwulen Männern

Im Alltag und im institutionellen Kontext begegnen schwule muslimisch markierte Männer sowohl in ihrer Community als auch in der Mehrheitsgesellschaft Diskriminierung. In diesem Beitrag gibt Dr. Zülfukar Çetin, Professor für Migration und Diversity in Berlin, einen Überblick über die mehrdimensionalen Diskriminierungsebenen und wie sich Diskriminierungsformen überschneiden können.