Kategorie: Hintergrund

„Ihr betreibt Identitätspolitik“ – ein Streitgespräch mit Kurt Edler zu antimuslimischem Rassismus, Lobbyismus und den Grenzen von Religiosität im öffentlichen Raum

Im Februar 2019 diskutierten Studiendirektor i. R. Kurt Edler und Götz Nordbruch von ufuq.de bei einem Werkstattgespräch des Vereins für Demokratie und Vielfalt in Schule und beruflicher Bildung in Berlin über pädagogisches Handeln im Spannungsfeld von Islamismusprävention und Antidiskriminierung. Schnell wurde klar, dass die Gesprächspartner zum Teil sehr unterschiedliche Ansätze vertreten – und dass weiter diskutiert werden sollte. ufuq.de-Mitarbeiterinnen Mirjam Gläser und Sakina Abushi verabredeten sich daher ein zweites Mal mit Kurt Edler. Lesen Sie hier das Streitgespräch zu antimuslimischem Rassismus, Identitätspolitik und den Grenzen von Religiosität im öffentlichen Raum im Wortlaut-Protokoll.

Kompetenzen für die „digitale Welt“ und politische Bildung – was Schulen zur aktiven Teilhabe in der digitalen Gesellschaft beitragen können

Die Nutzung von Online-Medien spielt sowohl in der politischen Bildung als auch in der Präventionsarbeit eine wachsende Rolle. Damit verbindet sich die Frage nach den notwendigen Kompetenzen, die in der Bildungsarbeit vermittelt werden sollten, sowie nach den Methoden, die dafür geeignet sind. Sebastian Kauer, Leiter eines Redaktionsbüros für digitale Bildungsmedien in Köln, geht der Frage nach, wie politische Bildung in der „digitalen Welt“ grundsätzlich aussehen kann.

Radikalisierungsprävention durch Theaterpädagogik – ein Evaluationsbericht

Theaterstücke können, solange Vor- und Nachbereitungen von Lehrkräften getroffen werden, eine effektive Möglichkeit sein, Schüler_innen nachhaltig zu sensibilisieren und Radikalisierung vorzubeugen. Das von Gerburg Maria Müller und Alessandra Ehrlich konzipierte Theaterstück „Jungfrau ohne Paradies“ richtet sich an junge Menschen und thematisiert Islamismus, Liberalität, Gleichberechtigung und die Rolle der Frau. Dr. Melanie Wegel, Professorin an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, hat das Projekt wissenschaftlich evaluiert.

Anders erinnern: Für eine ost-migrantische Erinnerungspolitik

Die offizielle Erinnerungskultur zu 30 Jahren Mauerfall schließt kritische ostdeutsche und migrantische Perspektiven gleichermaßen aus. Für Migrant_innen sind die 1990er Jahre zum Symbol eines ausschließenden Nationalismus geworden, und all jene Ostdeutsche kommen nicht vor, die die Wende vor allem als den Auftakt eines heftigen Abstiegs erinnern. Elisa Gutsche und Pablo Dominguez finden es höchste Zeit, ein multidirektionales Erinnern zu erproben.

Wie politisch ist das Religiöse? Grundbedingungen für eine religionssensible politische Bildung in kirchlicher Trägerschaft

Zeitgenössische politische Bildung muss den Blick auch auf das Religiöse lenken, damit nicht Religiosität mit Fundamentalismus verwechselt wird. Der katholische Theologe Karl Weber untersucht, wie die politische Bildung sich zu Religion, religiöser Überzeugung und religiösen Inhalten verhält. In diesem Beitrag spricht er sich dafür aus, dass auch in der politischen Bildung ein größeres Interesse daran entwickelt wird, wie sich religiöse Vorstellungen auf die konkrete politische Praxis auswirken.

Erfahrungen von Rassismus als Radikalisierungsfaktor: Ein (Gegen-)Beispiel

Rassismuserfahrungen und Radikalisierung stehen in einem engen Zusammenhang. Allerdings sollte nicht pauschal davon ausgegangen werden, dass von Rassismus betroffene muslimische oder als muslimisch markierte Schüler_innen dementsprechend auch zu Radikalismus neigen. In diesem Beitrag plädiert Sprachwissenschaftler Sindyan Qasem für einen kritischen und differenzierten Umgang in der pädagogischen Praxis. Dieser kommt häufig zu kurz und führt zu folgenschweren Missverständnissen zwischen Lehrkräften und Schüler_innen.

Für ein friedliches Zusammenleben aller Menschen in unseren Städten – Leitgedanken zur Prävention von Polarisierung und demokratiefeindlichen Tendenzen in den Kommunen

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Wie kann in den zunehmend diverser werdenden Städten Deutschlands ein friedliches Zusammenleben gelingen, wenn zugleich die soziale Schere auseinandergeht? Die im Deutsch-Europäischen Forum für Urbane Sicherheit vertretenen Städte haben dazu Leitgedanken entwickelt, um den Kommunen zu helfen, verschiedene gesellschaftliche Bedürfnisse miteinander zu vereinen.

Kopftuchverbot an Grundschulen: ein kritischer Kommentar aus Österreich

Das österreichische Parlament hat im Mai 2019 ein Kopftuchverbot für Grundschülerinnen beschlossen. Seitdem wird das Gesetz intensiv diskutiert. Nun fordert die Österreichische Volkspartei (ÖVP) sogar eine Ausweitung des Verbots auf Mädchen bis 14 Jahre und auf Lehrerinnen. Rami Ali, Politologe und Islamwissenschaftler, nimmt die Debatte noch einmal für uns in den Blick.

Der Nahostkonflikt in Unterricht und Schule

Der Nahostkonflikt ist an Schulen immer wieder Thema. Er bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte für den Fachunterricht und lässt sich auch in fachübergreifenden und extracurricularen Kontexten aufgreifen. Das Dossier bietet einen Überblick über möglichen Themen und Ansätze sowie über Materialien und Kooperationspartner. Es wurde erstellt von ufuq.de und herausgegeben von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie in Berlin.

„Es gibt ein riesiges Korpus sunnitischer Salafismuskritik“ – eine innerislamische Auseinandersetzung

Wieso unternehmen Muslim_innen nichts gegen Extremist_innen in ihren eigenen Reihen? Diese Frage brachte den Islamwissenschaftler Hazim Fouad dazu, sich mit zeitgenössischer muslimischer Kritik am Salafismus zu beschäftigen. Welche Kritik üben Traditionalist_innen, Modernist_innen und Sufis am Salafismus? Ein Interview über Sprachbarrieren in muslimischen Communities, das theologische Vakuum in Deutschland und die Frage, ob der Salafismus seinen Zenit überschritten hat.