Hintergrund

„Wenn dabei mehr Fragen aufkommen, als beantwortet werden, ist das ein großer Erfolg“ – Schulreise nach Israel und Palästina

Schüler*innen der Berliner Gemeinschaftsschule auf dem Campus-Rütli fanden sich im Rahmen einer Politik-AG und eines Wahlpflichtkurses zusammen, um mehr zu Antisemitismus und dem Nahostkonflikt zu erfahren. Die zwei Wissensreisen führten sie 2019 buchstäblich nach Israel und Palästina, wo sie verschiedene Perspektiven kennenlernen durften. Die bewegenden Eindrücke dazu wurden in zwei Handreichungen festgehalten. Für die Berliner Bildungszeitschrift bbz der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat Juliane Zacher zwei Lehrer interviewt, die die Reise mitorganisiert haben.

„Salafist*innen nutzen gesellschaftliche Krisen, um neue Anhänger*innen zu gewinnen“ – Die salafistische Szene in Bayern

Es gibt nur wenige Studien, die sich mit den lokalen Ausprägungen des Islamismus und Salafismus in Deutschland befassen. Der Politikwissenschaftler Mahmoud Jaraba hat nun in einer Studie die Entwicklung des Salafismus in Bayern seit den 1990er Jahren untersucht. Wo ist die Szene besonders aktiv? Wer sind die Akteur*innen? Und wie werden Jugendliche erreicht? Im Interview fasst er einige Ergebnisse zusammen.

„Befähigung zum Widerspruch“ – Empfehlungen zum Umgang mit Kindern aus religiös-extremistischen Familien

Welchen Einfluss hat die Ideologie in religiös-extremistischen Familien auf das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen?Welche Konflikte ergeben sich aus dem Weltbild der Eltern für Kinder und Jugendliche? Und was können Pädagog*innen tun, um sie dabei zu unterstützen, mit diesen Konflikten umzugehen? Mit einer Handreichung wenden sich die Fach- und Beratungsstellen des „Nordverbundes“ an pädagogische Fachkräfte. Michael Gerland, einer der Autor*innen, informiert im Gespräch mit ufuq.de über Ansätze, die sich im Umgang mit religiös-extremistischen Familien bewährt haben.

Wie können wir Religionen verstehen? Religious Literacy als Zugang zu sozialen und kulturellen Dimensionen von Religiosität

Der neue interdisziplinäre Masterstudiengang „Religionen verstehen / Religious Literacy“ an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg bietet Interessierten die Möglichkeit, sich mit verschiedenen Perspektiven auf das Themenfeld Religion auseinanderzusetzen. In diesem Beitrag stellt Gabriel Jäger den neuen Studiengang vor und meint: Verstehen ist mehr als der Rückzug auf den grundrechtlich garantierten Rahmen, der die friedliche Koexistenz der Religionsgemeinschaften gewährleisten soll. Wie also lassen sich Religionen in ihren zahlreichen Facetten wirklich verstehen? Und wie kann Begegnung stattfinden?

„Konfrontative Religionsausübung“ als Synonym für Islamismus?

In Debatten über herausfordernde Einstellungen und Verhaltensweisen von Jugendlichen ist oft von „konfrontativer Religionsausübung“ die Rede. Der Begriff steht zunehmend synonym für „Islamismus“ und gilt als Ausdruck eines frühen Stadiums einer Radikalisierung. Doch was ist mit „konfrontativ“ genau gemeint? Götz Nordbruch, Co-Geschäftsführer von ufuq.de, kritisiert in seinem Beitrag eine solche Verwendung des Begriffes: Er verstellt den Blick auf die Motive, aus denen Jugendliche agieren und suggeriert eine besondere Dringlichkeit, ihr Verhalten zu sanktionieren.

Postmigrantische Stadt: Eine neue Topographie des Möglichen

Sozio-historische Studien legen nahe, dass der Topos einer Sesshaftigkeit über mehrere Generationen hinweg ein Mythos ist. Vor allem Städte wären ohne Migration kaum denkbar. Heiko Berner und Erol Yildiz betrachten Migration, Stadtentwicklung und Urbanität in diesem Artikel aus einer postmigrantischen Perspektive. Sie diskutieren das Beispiel der postmigrantischen Ökonomie und zeigen die Relevanz sozialer Kontakte und grenzüberschreitender Ressourcen für die Gründung und Nachhaltigkeit eines Unternehmens.

Bilder der Gewalt: Künstlerische Auseinandersetzungen als pädagogischer Zugang

Gewaltvolle Bilder in den Medien prägen unsere Sehgewohnheiten. So wird der anhaltende Bürgerkrieg in Syrien auf die Smartphones auch junger User*innen übertragen. In ihrem Beitrag stellen Alexandra Dick und Larissa-Diana Fuhrmann Künstler*innen vor, die der Bildmacht des IS und anderer dschihadistischer Organisationen etwas entgegensetzen und geben Anregungen, wie sich solche Arbeiten in der Bildungsarbeit nutzen lassen.

Ist ein Verbot der „Grauen Wölfe“ in Deutschland möglich?

Die “Ülkücü” ist eine rechtsextremistische Bewegung, die auch in Deutschland aktiv ist. Ende vergangenen Jahres forderte der Bundestag größere Anstrengungen, um dieser Bewegung auf gesellschaftlicher und politischer Ebene entgegenzutreten. In seinem Beitrag informiert der Sozialwissenschaftler Kemal Bozay über Hintergründe und Strukturen der “Grauen Wölfe” – und über die Schwierigkeiten, ein Verbot durchzusetzen.

Bauchfrei und Kopftuch – Eingriffe in die körperliche Autonomie von Mädchen*

Bauchfreie Mode oder Kopftücher stoßen bei manchen Lehrkräften auf Missbilligung. Maßnahmen im Schulbereich stellen für Mädchen* mit entsprechenden Kleidungsstilen einen demütigenden Eingriff in ihre Selbstbestimmung dar. Katharina Debus zeigt, welche diskriminierenden Wirkungen Pädagog*innen mit der Thematisierung von Kleidung auslösen können und entwickelt alternative Vorschläge pädagogischer Umgangsweisen, die ohne Eingriffe in die körperliche Autonomie von Mädchen* auskommen.