Hintergrund

Umgang mit Konflikten um Religion in der Schule

In den Klassenräumen hiesiger Großstädte kann die Vielfalt der Religionen und Religionsausübungen Lehrkräfte verunsichern. Ist Schule ein religionsneutraler Raum? Dass Verbote nicht zum Ziel eines respektvollen Klassenklimas führen, erklärt Mara Sommerhoff in diesem Beitrag. Sie stellt einige rechtliche Grundlagen zur Religionsausübung in der Schule vor und entwickelt Anregungen für die pädagogische Praxis.

Was können Museen als Kulturinstitutionen zu Extremismusprävention beitragen?

Kulturinstitutionen, insbesondere Museen, konstruieren Narrative, mit denen ein nationales Selbstbild entworfen wird. Sie haben damit eine wichtige gesellschaftliche Funktion und können mit politischen Bildungsangeboten einen Beitrag zur Extremismusprävention leisten. Mitarbeiter der Staatlichen Museen zu Berlin haben in Zusammenarbeit mit Moscheegemeinden und anderen Partnern Projekte entwickelt, in denen sich Besucher*innen kritisch mit den Sammlungen, mit Geschichtsbildern und eventuellen Vereinnahmungen und Mythologisierungen der Objekte auseinandersetzen können.

Alter Wein in neuen Schläuchen? – Verschwörungserzählungen und soziale Medien

Kinder und Jugendliche bilden sich ihre Meinung in großen Teilen über die sozialen Medien. Im Zuge der Corona-Pandemie ist aufgefallen, wie stark sich insbesondere Verschwörungserzählungen über soziale Medien verbreiten. Mitarbeitende des JFF – Institut für Medienpädagogik stellen pädagogische Ansätze vor, die bei der Entwicklung medienkritischer Kompetenz im Umgang mit Verschwörungserzählungen förderlich sind.

Erinnerung bedeutet Anerkennung

In Deutschland ist die Leistung der sogenannten Gastarbeiter*innen trotz der Bemühungen einzelner Initiativen weitgehend unsichtbar. Dr. Fatma Sagir betont in ihrem Beitrag, dass die Geschichte der Gastarbeiter*innen Teil der Geschichte Deutschlands ist. Sie findet: Ohne die Anerkennung der Vergangenheit kann es keine Zukunft für die Nachkommen der Gastarbeiter*innen in diesem Land geben.

Verschwörungserzählungen und politische Bildung

Im Zuge der Corona-Pan­demie sind Verschwörungserzählun­gen entstanden, die beispielsweise Impfungen und Corona-Maßnahmen als Unterdrückung der Bevölkerung darstellen. Soll die politische Bildung angesichts dieser verbreiteten Erzählungen Neu­tralität wahren und eine inhaltliche Diskussion über diese Theorien zulassen? Saba-Nur Cheema findet: Bei antidemokratischen und antiaufklärerischen Positionen müssen Pädagog*innen eine klare Grenze ziehen und Verschwö­rungserzählungen entschieden entgegentreten.

Universelle Extremismusprävention am Schnittpunkt von politischer Bildung und Medienpädagogik

Kinder und Jugendliche treffen in Online-Medien regelmäßig auf extremistische Inhalte. Die Studie „Politisches Bildhandeln“, die in Anbindung an das ufuq.de-Projekt „bildmachen: Politische Bildung und Medienpädagogik zur Prävention religiös-extremistischer Ansprachen in sozialen Medien“ entstanden ist, versucht zu verstehen, wie Jugendliche mit politischen Inhalten in Form von Bildern, GIFs, Memes oder Videos umgehen und in welcher Form sie sich selbst in den sozialen Medien einbringen. Wir veröffentlichen hier die Einleitung der Studie und stellen einen Link zum Download der gesamten Studie zur Verfügung.

Materialsammlung „Postmigrantische Allianzen und Solidarität“ – „Wie wollen wir leben?“-Fachaustausch 2020

Im Rahmen des Kompetenznetzwerks Islamistischer Extremismus (KN:IX) fand am 28. und 29. November 2020 ein digitaler Fachaustausch für das ufuq.de-Projekt „Wie wollen wir leben?“ statt. Im Fokus standen neben dem Erfahrungsaustausch Workshops zu Postmigrantischen Allianzen und Solidarität sowie ein Argumentationstraining zum Umgang mit antipluralistischen und populistischen Aussagen. Wir veröffentlichen hier eine Materialsammlung, die im Rahmen des Fachaustausches entstanden ist.

Queere Identitäten im Kontext von Islam und Rassismus – über die Vereinbarkeit von Muslimisch-Sein und Queer-Sein sowie schulisch-pädagogische Handlungsmöglichkeiten

Queere Muslim*innen und Menschen of Color sind in besonderer Weise von Diskriminierung betroffen. In diesem Beitrag diskutieren Aylin Yavaş, Maryam Kirchmann und Christian Kautz die Vereinbarkeit von Muslimisch-Sein und Queer-Sein im Kontext von Rassismus. Sie stellen pädagogische Handlungsmöglichkeiten im schulischen Rahmen vor, denn Lehrkräfte können Schüler*innen dabei unterstützen, sich frei in ihrer Identität und ohne Diskriminierung zu entfalten. Dabei sollten auch queere Perspektiven von Menschen of Color und Muslim*innen repräsentiert werden.

Paradies: Hier, Jetzt, Später? – Theater als Ort der Radikalisierungsprävention. Ein Bericht aus der Praxis

Dramaturgin Kirstin Hess beschreibt die Entstehung des Stückes „Paradies“ am Düsseldorfer Jungen Schauspiel, in dem der Protagonist Hamid kurz vor der Verübung eines islamistisch motivierten Anschlages steht. Die Vorstellungen, welche Teil des Präventionsangebotes des Verfassungsschutzes NRW wurden, waren fast immer ausverkauft. Wie reagierte das Publikum und kann Theater ein Ort der Radikalisierungsprävention sein?