Bilder des Islams in medialen Lebenswelten – Zwischen antimuslimischem Rassismus und muslimischer Selbstermächtigung

Die Darstellungen des Islams in den Medien sind oft einseitig und zeichnen vielfach ein stereotypes Bild von Muslim_innen. Wie kann es in der pädagogischen Arbeit gelingen, diesem Bild etwas entgegenzusetzen und muslimische Lebensrealitäten als Normalität darzustellen? Das Selbstbild von Muslim_innen in Sozialen Medien kann ein Anknüpfungspunkt an Selbstermächtigungskonzepte sein, die Jugendliche online und offline in ihrem Selbstverständnis stärken.

Anfang 2017 erschien auf ZEIT ONLINE ein Beitrag des Politikwissenschaftlers und Kommunikationsforschers Kai Hafez, mit dem Titel Der Islam hat eine schlechte Presse. Darin schreibt er, dass viele Medien über Jahre hinweg eine einseitig negative Wahrnehmung des Islams in die Öffentlichkeit getragen hätten. Laut Hafez würden deutsche Medien seit Jahrzehnten fast nur über die konflikthaften Aspekte der muslimischen Gegenwart berichten. Die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor schreibt in einem Beitrag für die Süddeutsche Zeitung, dass Medien zu Recht über die dunklen Seiten des Islams berichteten, sagt aber, dass einige Medien „geistige Brandstiftung“ betrieben hätten und dadurch den „Islamhass“ weiter in die Mitte der Gesellschaft tragen würden. Die Thesen der Autorin sind wissenschaftlich belegbar. „It is no news to say that Islam and Muslims get a bad press“, schrieb bereits 2007 der Medienwissenschaftler Prasun Sonwalkar. Schon vor den Anschlägen vom 11. September 2001 hat die Medienforschung von einem „Feindbild Islam“ gesprochen, welches durch viele Medien erzeugt werde. In der Islambildforschung, deren zentraler Ausgangspunkt Edward Saids Orientalism ist, wird der Begriff „Feindbild“ kritisch betrachtet. Einige Forschende lehnen ihn ab, da er aus der Vorurteilsforschung stammt und wenig Differenzierung zulässt. Einigkeit herrscht jedoch darüber, dass ein Grundproblem in der medialen Berichterstattung über den Islam in mangelndem Wissen von Journalist_innen über dieses Themenfeld begründet liegt. Die Kritik an der Arbeit von Journalist_innen bezieht sich dabei nicht nur auf falsche oder ungenaue Übersetzungen bestimmter Termini, sondern auch darauf, wie der Islam dargestellt wird und worüber in Bezug auf muslimische Lebenswelten berichtet wird. So ist die vorherrschende Darstellung nicht von Diversität geprägt, sondern zeichnet ein homogenes, eindimensionales und konfliktorientiertes Bild der Religion und von Muslim_innen.

Gibt man in der Bildersuche geläufiger Suchmaschinen „Islam Medien“ ein, werden Collagen von Titelblättern auflagenstarker deutscher Zeitschriften angezeigt, die den Islam thematisieren. Auf den Titeln sind mehrfach bis auf die Augen verschleierte Frauen zu sehen, Moscheegebäude oder bewaffnete Männer. Der Spiegeltitel Mekka Deutschland – Die stille Islamisierung ist fast schwarz, über dem nächtlichen Brandenburger Tor hängt ein islamisches Symbol: Die Mondsichel mit einem Stern (DER SPIEGEL 2007). Der Titel ist in der Kombination von Bild und Text besonders interessant in dem Sinne, als dass bei einem Anteil von 5 bis 6 Prozent Muslim_innen an der deutschen Gesamtbevölkerung von „Islamisierung“ gesprochen wird (Anmerkung). Auch im Fernsehen wird sich kaum mit der Normalität des Islams befasst und ein unspektakuläres, unaufgeregtes, alltägliches Bild gezeigt, sondern meist steht der politische Islam im Fokus medialer Berichterstattung.

Selbstbilder von Muslim_innen als Anknüpfungspunkte für die pädagogische Praxis

Jawaneh Golesorkh ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bund-Länder-Projekt „Bildmachen – Politische Bildung und Medienpädagogik zur Prävention religiös-extremistischer Ansprachen in Sozialen Medien“ und im Projekt „Alternativen aufzeigen“.

In den Redaktionen vielgelesener Zeitschriften und Online-Outlets schreiben selbst kaum Personen, die einen Bezug zum Islam und seiner vielfältigen Ausprägung haben. Diese Darstellungen des Islams spiegeln sich auch in Online-Medien wider, wobei es online zusätzlich eine größere Masse an islamfeindlichen Websites und Medienberichten gibt. Unter dem oben erwähnten Artikel von Kai Hafez bei ZEIT ONLINE befinden sich über 800 Kommentare. Der Tenor: Selbst Schuld, wenn der Islam nun mal so ist, dass er auch so abgebildet wird. Zwar sind viele der meistgeklickten Nachrichtenseiten auch für Muslim_innen eine wichtige Informationsquelle, doch rund 90 Prozent aller Muslim_innen fühlen sich laut einer Studie der Vodafone Stiftung 2012 durch deutsche Medien nicht repräsentiert. Hinzu kommen Kommentarspalten, in denen gut vernetzte Fake Accounts antimuslimische Positionen verbreiten. Eine Studie des Londoner Institute for Strategic Dialogue (ISD) hat Hasskommentare auf deutschen Internetseiten analysiert. Demnach ist eine kleine Gruppe an User_innen für viele Hasskommentare verantwortlich, die meisten davon stehen der AfD und der Identitären Bewegung nahe. Die Online-Plattform netzpolitik.org hat etwa 10.000 Facebook- und Twitter-Kommentare ausgewertet, die sich an 45 zufällig ausgewählte Bundestagsabgeordnete richten. Dabei ergab sich, dass eine positive Haltung von Abgeordneten gegenüber Geflüchteten sowie Menschen mit Migrationsbiografie in der Familie und eine kritische Haltung gegenüber der AfD diese schnell ins Visier vieler Hasskommentare oder auch Shitstorms geraten ließen. Dabei wurden durchschnittlich sechs von zehn Hasskommentaren als eindeutig rechts eingestuft. In den letzten Jahren versuchen Muslim_innen oder auch junge Menschen, die nicht religiös sind verstärkt ihre eigenen Inhalte zu schaffen. Im Jahr 2009 wurde zum Beispiel das mit dem Grimme-Preis ausgezeichnete Onlineportal MiGAZIN gegründet.

Auf Plattformen wie Qantara.de oder Alsharq (mittlerweile: dis:orient) können sie sich einbringen. Insbesondere in den Sozialen Medien konnten sich islamisch-religiöse Menschen oder Menschen mit Migrationsbiografie aus dem Nahen und Mittleren Osten Räume schaffen, in denen sie mit positiven, mehrheitlich humorvollen Bildern ihrer Lebensrealität konfrontiert werden. Die Facebook-Seite der Comedy-Gruppe Datteltäter hat über 95.000 Abonnent_innen, ihr YouTubeKanal knapp über 300.000. Ihre Videos werden millionenfach angeschaut, das Video „Wenn Rassismus ehrlich wäre – Schule“ wurde 1,7 Millionen Mal angeklickt. Darin steht ein weiß-deutscher Lehrer vor einer Klasse mit einem hohen Anteil an Schüler_innen mit Migrationsbiografie und äußert seine rassistischen Gedanken. In der Beschreibung des Videos steht „So würde es in der Schule zugehen, wenn Rassismus ehrlich wäre.“ Die hohen Klickzahlen sind ein Indiz dafür, dass sich viele Jugendliche in den Inhalten wiederfinden. Diese Aussagen sind eindeutig überzogen, aber vermutlich haben einige ähnliche Erfahrungen gesammelt. Das Video und die Community, die dahinter steckt, signalisieren auch: Du bist nicht allein mit deinen Erfahrungen. Ähnlich verhält es sich mit der Stand-Up-Comedy-Gruppe Rebell Comedy, deren Videos Titel tragen wie „Wer trägt schon Burkinis?!“ und „Türken stechen Orangen ab.“ Auch eines ihrer meistgeklickten Videos befasst sich mit Rassismus an Schulen. Darin geht es um einen Lehrer, der die Migrationsbiografie der Schüler_innen nicht differenziert betrachtet und sie mit Vorurteilen und Stereotypen brandmarkt.

Doch nicht nur Videos werden hundertfach geteilt, sondern auch Memes. Das sind Bilder, die ein Phänomen oder eine Situation mit einem kurzen pointierten, witzigen Text beschreiben, in dem sich nicht nur die Urheber_in wiederfindet, sondern auch andere angesprochen werden. Aufgrund der Knappheit der Texte sind hier keine besonderen Sprachkenntnisse erforderlich und auch englischsprachige Memes finden im deutschsprachigen Raum weite Verbreitung. Auf Facebook gibt es zum Beispiel die Gruppen Haram Memes for Jahannam minded Teens, zu deutsch: Haram-Memes für Teenager, die sich an der Hölle orientieren, und Halal Memes for Jinnah minded Teens, also Halal-Memes für Teenager, die sich am Himmel orientieren. Bereits die Bezeichnungen der Gruppen sind überspitzt, wobei beide Gruppen junge Menschen ansprechen, die entweder religiös sind oder religiösen Bezug in der Familie haben. Alltägliche Themen mit Lebensweltbezug werden in Memes umgesetzt, wie zum Beispiel das Trinken im Ramadan.

Aber auch Doppelstandards bei Männern und Frauen werden thematisiert, wenn zum Beispiel in Form von Memes das Thema der Mehrehe aufgegriffen wird. Ebenso wird sich auf religiöse Fragen bezogen, wie zum Beispiel die nach der Ehe auf Zeit oder das Tragen des Kopftuchs an einem sogenannten „good hair day“. Die Popularität von Memes ist zum einen damit zu erklären, dass sie zeitlos an kurzweilige popkulturelle Phänomene anknüpfen, aber vor allem auch weil sie niedrigschwellig und schnell zu erstellen sind. Sie können mit vorinstallierten Bildbearbeitungs- oder Schreibprogrammen produziert werden oder noch unkomplizierter online auf Seiten wie zum Beispiel Meme Generator. Auf Seiten wie Giphy und Know Your Meme gibt es bereits eine große Auswahl an Memes für viele Lebenssituationen. Zum anderen ist ein wichtiger Moment im Prozess der Nutzung von Memes ihre Veröffentlichung. Sobald sich Menschen finden, die das Meme liken, weiß die Urheber_in, dass andere ähnliche Gedanken zu einem Thema haben oder sich in bestimmten Situationen ähnlich verhalten. Memes sind daher nicht einfach nur lustige Bilder, sondern können den Bezug zu einer Peer-Group verstärken und sind Ausdruck gesellschaftlicher und politischer Ansichten, ohne dass dies zwangsläufig für ein bewusstes gesellschaftliches Engagement steht. Auch auf Instagram gibt es unzählige Meme-Seiten. Memes zu allgemeinen Themen erfreuen sich ebenso großer Beliebtheit wie themenspezifische Seiten, wie unter anderem Balkan Memes, Afghan Memes oder die Seite Bismillah ING mit etwa 57.500 Abos, welche deutschsprachige Memes zu allgemeinen Themen wie Schlaflosigkeit, Freundschaft und Familie anbietet, aber auch Memes mit Bezug auf muslimische Lebenswelten. Die Memes können nicht nur geliket, sondern ebenso in der eigenen Story geteilt werden, woraufhin infolge mit Zustimmung reagiert und weiter geteilt werden kann.

Empowerment und pädagogische Ansätze

All diesen Plattformen, digitalen Gruppen und Seiten ist die Abwesenheit des pädagogischen Zeigefingers gemein. Junge Menschen können sich hier ausdrücken, wie es ihnen gefällt, und über Themen sprechen, die sie bewegen. Es wird nicht aus Distanz über sie und über mit ihnen assoziierte Phänomene gesprochen, anders als es meist bei journalistischen Reportagen oder Berichten der Fall ist. Gleichzeitig ist der Bezug zur Popkultur sehr hoch, die beim Aufgreifen bestimmter Themen wie Rassismus oder Islamismus durchaus politisiert wird, auch wenn das nicht die Intention des Urhebers oder der Urheberin war. Die Vorteile der Nutzung solcher Medienprodukte lässt sich auch in der pädagogischen Arbeit im Sinne einer Selbstermächtigung („Empowerment“) aufgreifen. Das Konzept des Empowerments stammt ursprünglich aus der US-feministischen und Afro-Amerikanischen Bürgerrechtsbewegung der 1970er Jahre. Die Pädagogik der Unterdrückten des brasilianischen Pädagogen Paulo Freire fand Eingang in die pädagogische Praxis und Barbara Bryant Solomon prägte den Begriff des Empowerments maßgeblich durch die Veröffentlichung von Black Empowerment: Social Work in Oppressed Communities im Jahr 1976. Der Begriff des Empowerments rückt die Perspektive der marginalisierten Person in den Mittelpunkt. Dabei wird Empowerment sowohl als Prozess, als auch als Ziel eines Prozesses verstanden, bei dem ein Bewusstsein für die eigene Situation geschaffen wird und Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt werden, um die Position als marginalisiertes Subjekt zu überwinden. Dieser Ansatz hat in Bezug auf Bildungs- und soziale Arbeit insofern Kritik erfahren, als dass gesellschaftliche Strukturen die Überwindung der Marginalisierung nicht immer zulassen, aber auch, weil möglicherweise ein defizitärer Blick auf das zu empowernde Subjekt eingenommen wird. Es gibt unzählige Empowerment-Konzepte und Ansätze. Im ufuq.de-Projekt bildmachen wird in Workshops mit Jugendlichen gearbeitet und der Versuch unternommen, auch sie zu empowern. Ein Workshop besteht aus den drei Modulen Kritische Medienkompetenz, Extremistische Ansprachen und Empowerment. Im dritten Modul können Jugendliche mit Hilfe von Tablets Memes und Videos zu Themen erstellen, die vorher bereits zur Sprache kamen oder die gerade für sie wichtig sind. Während die Erstellung der Medienprodukte wesentlicher Bestandteil der Workshops ist, steht in ihrem inhaltlichen Fokus jedoch das Sprechen über lebensweltnahe Themen. Wenn beispielsweise ein von Jugendlichen erstelltes Video oder Meme Sexismus reproduziert, wird darüber mit den Jugendlichen das Gespräch gesucht, um sie für das Thema zu sensibilisieren. Wenn Mobbing ein Thema in der Klasse ist, so kann auch dies besprochen werden. Die Erfahrungen des Projekts zeigen, dass Jugendliche einen Workshop als sehr positiv bewerten, wenn sie über Themen sprechen können, die ihnen wichtig sind. Sie werden ermutigt, sich Gedanken zu machen, untereinander zu diskutieren und, letztlich, sich selbstbewusst im Internet zu behaupten.

Empowerment als Normalität

Empowerment-Ansätze können verschiedene Formen der Diskriminierung aufgreifen und daher in unterschiedlichen Feldern der pädagogischen Arbeit angewandt werden. Das Projekt JUMA- jung, muslimisch, aktiv bietet im Projekt Crossover – Teilhabe voneinander lernen Jugendlichen mit Diskriminierungserfahrung Empowerment-Workshops an, ebenso wie der Verein Phoenix e.V., der sich an Menschen mit eigener oder familiärer Migrationsbiografie richtet. Beratungsprojekte, die sich an Betroffene von Antisemitismus und antimuslimischen Rassismus richten, geben Betroffenen die Möglichkeit an der Teilnahme an Empowerment-Workshops. Diesbezüglich bietet beispielsweise die Humboldt-Universität in Berlin ihren weiblichen wissenschaftlichen Fachkräften Empowerment-Programme zur Unterstützung auf ihrem Karriereweg an und auch für Menschen mit Behinderung gibt es Konzepte der Selbstermächtigung.

All diesen Projekten ist gemein, dass die Selbststärkung unter anderem auch aus der eigenen Biografie gezogen werden kann. Diese Form des Empowerments kann identitätsstiftend sein, wenn eine Art innerer kontrollierter Raum geschaffen wird, der vor bestimmten Verletzungen schützt. Eine Form des Empowerments in Bezug auf das Islambild in den Medien hat die Junge Islamkonferenz (JIK) aufgegriffen, als sie einen Journalismus-Workshop unter dem Titel Medienbilder? Machen wir selbst! veranstaltete, in dem Interessierte lernen sollten journalistisch mit Aussicht auf Veröffentlichung zu schreiben, um so vielfältige Bilder des Islams in den Medien unterbringen zu können. Damit knüpfte die JIK an Forderungen von Muslim_innen und Menschen mit Migrationsbiografie an, die sich mehr Vielfalt in deutschen Redaktionen wünschen. Eine weitere Forderung besteht in einer verstärkten Repräsentanz in Formaten, in denen Expert_innen zu bestimmten Themen befragt werden, wie zum Beispiel Polit-Talkshows. Initiativen wie die Neuen Deutschen Medienmacher setzen hier an. Empowerment ist dabei als Prozess und nicht als ein singuläres in sich geschlossenes Ereignis in Form eines Workshops zu verstehen. Das Konzept ist interdisziplinär einsetzbar und universell interpretierbar.

Es stößt jedoch an seine Grenzen, wenn gesellschaftliche Vorurteile reproduziert werden und es um bloße Repräsentanz geht. Ein Beispiel ist das gut gemeinte Titelbild der Zeitschrift Eltern, auf dem eine Frau, die ein Kopftuch trägt, mit ihrem Kind im Arm abgebildet ist. Während der Titel positives Echo auch in muslimischen Communities hervorgerufen hat, löste es auch Kritik aus. Der Beitrag zum Titel befasste sich mit „Vielfalt“. Hätte diese Vielfalt als Normalität dargestellt werden sollen, so wäre die als Muslimin zu erkennende Frau zu einem anderen Thema, das nichts mit ihrer Erscheinung zu tun hat, abgebildet werden müssen. So schlägt eine Kommentatorin bei Facebook zum Beispiel das Thema „Wie schläft mein Kind am besten durch?“ vor. Ähnliches ist von Talkshows bekannt, zu denen Menschen mit Migrationsbiografie eingeladen werden, um sich zu Themen zu äußern, die sie betreffen. Erwartet wird, dass sie sich mit dem Thema auseinandersetzen, weil die Mehrheitsgesellschaft an dieser Stelle Kollektivität unterstellt, wo womöglich keine da sein müsste. Noch deutlicher auf den Punkt bringt es die Aussage eines 13-jährigen Jungen mit Großeltern, die aus der Türkei immigriert sind: „Ständig werde ich zum Islam befragt, ich weiß aber gar nichts über den Islam. Es interessiert mich auch nicht. Ich will über Werder Bremen sprechen.“ Eine angemessene pädagogische Praxis, im Sinne der Prävention religiös begründeter Radikalisierung, wäre es, jungen muslimischen Menschen, auch wenn sie ein Kopftuch tragen, zu versichern, dass sie Teil der deutschen Gesellschaft sind und ihre Lebensrealitäten und Erfahrungen mit Diskriminierung anzuerkennen. So wird es wahrscheinlicher, dass sie sich bei der Suche nach ihrer Identität der offenen, pluralistischen und demokratischen Gesellschaft näher fühlen als der Ideologie religiöser extremistischer Organisationen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im März 2019 in der Zeitschrift merz – medien und erziehung 2019/3. Eine Vollversion mit Literaturangaben finden Sie dort. Wir danken der Autorin und merz für die Erlaubnis, den Beitrag hier zu veröffentlichen.

Zum Weiterlesen

Pierre Asisi, Memes und politische Bildung – Wie passt das zusammen? Wir berichten aus einem Berliner bildmachen-Workshop, www.ufuq.de, Januar 2019.

Julia Gerlach, „Klar unseren Standpunkt vertreten und nach außen strahlen“: Kommunikationsworkshops für muslimische Frauen, www.ufuq.de, November 2018.

Martin Seeliger, Rap und Gegenidentitäten in der Migrationsgesellschaft, www.ufuq.de, Oktober 2018.