Verein

Ufuq.de bemüht sich um Alternativen zu den aufgeregten Debatten um Parallelgesellschaften, „Dschihadreisende“ oder eine vermeintliche Islamisierung Deutschlands. An der Schnittstelle von politischer Bildung, Pädagogik und Wissenschaft arbeiten wir zu den Themen Islam, Islamfeindlichkeit und Islamismus.

Der Islam ist ein Teil von Deutschland.

Bei allen Fragen und Konflikten, die sich im Alltag, in der Schule, am Arbeitsplatz oder in der Politik mit der „Einbürgerung des Islam“ ergeben mögen, geht es nicht mehr darum, ob diese stattfindet, sondern darum, wie dieser Prozess gestaltet wird. Unser Vereinsname ufuq.de ist daher Programm: „ufuq“ heißt auf arabisch „Horizont“.

Als Islam-, Sozialwissenschaftler_innen, Pädagog_innen und Didaktiker_innen arbeiten wir mit Jugendlichen, aber auch mit Pädagog_innen in Schule und Jugendarbeit, mit Sozialarbeiter_innen, Mitarbeiter_innen der kommunalen Verwaltungen und anderen Multiplikator_innen. Wir beraten, informieren und wir entwickeln Materialien für die pädagogische Praxis mit Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft und Religionszugehörigkeit. Außerdem bieten wir Fortbildungen, in denen wir Wege und Möglichkeiten für die pädagogische Arbeit zu den Themen Islam, Islamfeindlichkeit und Islamismus aufzeigen.

Ein Schwerpunkt unserer Arbeit sind jugendkulturelle Phänomene und Trends.

„Wie wollen wir leben?“ ist eine unserer Leitfragen. Uns interessieren die Lebenswelten von Jugendlichen im Kontext von Islam, Islamfeindlichkeit und Islamismus: Welche Interessen und Wünsche haben junge Muslim_innen? Wie sehen sie sich selbst und andere? Welche Erfahrungen machen sie und wie leben sie ihren Glauben – wenn er ihnen denn überhaupt wichtig ist?

Ein Ziel unserer Arbeit mit Jugendlichen ist es, sie auch in Fragen von Identität und Religion sprechfähig zu machen. Wir möchten ihnen Räume geben, in denen sie eigene Interessen, Wünsche und Orientierungen formulieren und sich mit denen anderer auseinandersetzen können. Dazu gehört auch, die Vielfältigkeit muslimischer Denk- und Lebenswelten sichtbar zu machen. Denn wer selber denkt und Vielfalt kennt, hat Alternativen – zu traditionalistischen und zu ideologischen Positionen, mit denen Jugendliche immer wieder konfrontiert sind. Aber auch darum geht es: Erfahrungen mit Diskriminierungen und rassistischen Anfeindungen ernst zu nehmen, Frustrationen und Ohnmachtsgefühle angesichts gesellschaftlicher und internationaler Konflikte aufzugreifen, Verständnis für Komplexität und Ambiguität lebensweltnah zu wecken und eigene Handlungsmöglichkeiten vorzustellen.

Wir verstehen politische Bildung und Pädagogik mit Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft und Religiosität als Beitrag zu Prävention und Demokratieerziehung.

Die Sensibilisierung für demokratie- und freiheitsfeindliche Einstellungen und das Wissen um Alternativen zu den Sinn- und Orientierungsangeboten, wie sie aktuell vor allem von salafistischen Akteuren gemacht werden, schützt Jugendliche vor einfachen Welt- und Feindbildern und öffnet ihnen Wege, sich in der Gesellschaft zurecht zu finden.

Damit wenden wir uns auch an Nichtmuslim_innen. Denn Islam, Islamfeindlichkeit und Islamismus sind Themen, die alle angehen – und auch unter Nichtmuslim_innen die Bereitschaft voraussetzen, den demografischen Wandel, die Biografien von Jugendlichen mit Migrationsgeschichten und die Normalität muslimischer Lebenswelten in Deutschland anzuerkennen. Erfahrungen mit Alltagsrassismus, mit Diskriminierungen im Bildungsbereich oder auf dem Arbeitsmarkt, aber auch mit islamfeindlichen Berichten in Medien beeinflussen das Selbstverständnis gerade junger Muslim_innen und erschweren eine Identifikation mit der Gesellschaft.

Wir sind Ansprechpartner für pädagogische Einrichtungen, Behörden, Wissenschaft und Politik.

Seit Gründung des Vereins 2007 hat sich ufuq.de bundesweit als Ansprechpartner für die pädagogische Praxis zu den Themen Islam, Islamfeindlichkeit und Islamismus etabliert. Der Verein ist anerkannter Träger der freien Jugendhilfe. Seit Februar 2015 werden wir im Rahmen des Programms “Demokratie leben!” vom Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Mit unseren Beratungs- und Fortbildungsangeboten, Materialien, unserer vielfältigen Projektarbeit, Expertise und Erfahrungen möchten wir die pädagogische Praxis voranbringen, den Fachaustausch bereichern und einen Beitrag leisten zum demokratischen Zusammenleben.

Diese Webseite bietet dafür ein Forum. Als Portal für Pädagogik zwischen Islam, Islamfeindlichkeit und Islamismus wirft sie Schlaglichter auf aktuelle Themen, die für Jugendliche mit und ohne Migrationsgeschichte interessant sind, bietet Anregungen für die pädagogische Praxis und informiert über Hintergründe muslimischer Lebenswelten in Deutschland.

Ufuq.de wurde im Jahr 2014 für die Workshops “Wie wollen wir leben?” vom Bündnis für Demokratie und Toleranz ausgezeichnet.