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Dalil: 'Wir produzieren unsere eigene Armut'

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Die arabische Zeitschrift al-Dalil (Berlin) widmet sich in ihrer aktuellen Ausgabe erneut der Situation der arabischen Community in Deutschland. Über 70% der Araber in Deutschland, so heißt es im Editorial, würden an der Armutsgrenze leben. Als Grund für die schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse unter arabischen Migranten wird hier vor allem auch die Abkapslung der arabischen Community von der Umwelt ausgemacht. Wie bereits in der Vergangenheit versteht sich das Editorial insofern als Appell, das Schicksal in die eigene Hand zu nehmen:

„Der Rückzug auf sich selbst (u.a. auf dem Arbeitsmarkt) hat die Mitglieder der Community isoliert. Und dafür ist sie selbst verantwortlich – und nicht die deutsche Gesellschaft. Wenn ein Zuwanderer die Sitten und Werte der Gesellschaft nicht annimmt und sich in seiner Community isoliert, dann trägt er dazu bei, die soziale Kluft zwischen der arabischen Community und den anderen Teilen der Gesellschaft zu vergrößern. Hier liegt die Bedeutung der sozialen und wirtschaftlichen Integration.

Integration und den Anderen zu akzeptieren heißt in keinster Weise, sich selbst aufzugeben. Die Grundlage der Integration ist ‚Wenn Du den Anderen akzeptierst, dann akzeptiert er Dich auch’. Die Bewahrung der (eigenen) Traditionen, Sitten und Werte ist aber ein natürliches Recht, das vom Gesetz geschützt ist, solange dadurch nicht die Sitten und Werte der anderen verletzt werden.“

Die Isolation der arabischen Migranten verschärfe letztlich nur die Vorurteile gegenüber Arabern und mache dadurch eine Integration in die Arbeitswelt nur noch schwerer. Angesichts der Unkenntnis über die Rechte und Pflichten in der Gesellschaft und der Uneinigkeit trage die Community eine große Verantwortung für ihre Verhältnisse: „Die Araber produzieren ihre Armut selbst – und dies, obwohl sie in einem reichen Land leben.“