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Salafiten kritisieren ufuq.de als Islamfeinde

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In unserem letzten Beitrag auf dieser Seite berichteten wir über salafitische Strömungen in Deutschland um den Prediger Pierre Vogel und das Internetportal „Einladung zum Paradies“ (EZP). Anlässlich einer Demonstration in Frankfurt („Stoppt die Hetze gegen den Islam“) kritisierten wir, dass die salafitische Strömung die Proteste gegen Islamfeindschaft und anti-muslimischen Rassismus in Deutschland für ihre Zwecke instrumentalisiere: So dient der von Pierre Vogel auf EZP angestellte Vergleich mit dem Holocaust dazu, das Bild einer dem Islam und den Muslimen feindlich gesonnenen Umgebung zu zeichnen, in der sich die Muslime möglichst eng zusammenschließen und die „Wahrheit“ des Islam behaupten müssten. (Auf der Website von EZP finden sich mehrere Videos, die Hass auf den Islam und die Muslime in Deutschland mit der antisemitischen Hetze während des NS vergleichen.) Zum anderen dient diese Perspektive dazu, Kritik an der salafitischen Strömungen und ihren Positionen als Ausdruck genereller Islamfeindschaft abzuwerten.   

Im Forum des EZP-Portals haben jetzt verschiedene Stimmen den Bericht auf ufuq.de scharf angegriffen. Indirekt bestätigen sie dabei die Kritik am Freund-Feind-Schema ihrer Weltsicht:  Vor allem wird deutlich, dass sich die Anhänger der salafitischen Strömung, zu denen viele jugendliche Konvertiten zählen, als Repräsentanten „des Islam“ insgesamt verstehen. Kritik an spezifischen Positionen und Einstellungen aus dem salafitischen Spektrum - wie an dem Aufruf von Pierre Vogel, als Muslim nicht auf Einladungen zu Weihnachts- und Neujahrsfeiern einzugehen -  betrachten sie daher als Feindseligkeit gegenber dem Islam und allen Muslimen.

Dass ufuq.de in vielen Berichten Islamfeindschaft und Hass auf Muslime aufgregriffen und kritisiert hat, passt nicht in dieses Weltbild und wird daher ignoriert. Außerdem lehnen die Anhänger salafitischer Positionen die Denk- und Lebensweisen anderer Muslime, die nicht ihren Vorstellungen entsprechen, als unislamisch ab. Dass die allermeisten Muslime in Deutschland mit der rigiden Form des Islam, wie ihn die Salafiten propagieren, nichts anfangen können und diese zurückweisen, wird dabei ebenso ignoriert. Hier Auszüge aus den Stimmen im EZP-Forum:      

Volker P. schreibt: „Die Leute von“, wie er sagt,  „Ufuck.de sind sowieso antiislamisch eingestellt.Ein verufuckter Haufen von Rotwein-Muslimen, die nur (gegen diejenigen; d.Red.) hetzen können, die auf die schlimmer werdende Anti-Islamhetze hinweisen und warnen.“ Dabei so Volker P. weiter, seien doch auch viele Prominente der Meinung, „dass in Deutschland eine neue Pogromstimmung gegen muslime herrscht“. Für ihn sei „glasklar“, dass „diese Haufen Lügenverbreiter bestochen werden, um Unwahrheiten über Muslime zu verbreiten“.

Etwas sachlicher postet „Muslim“: Seiner Meinung nach handele es sich bei dem ufuq-Bericht um einen „typischen Artikel“, der den Lesern vermitteln solle, dass bei der Demonstration gegen Islamfeindlichkeit „irgendwelche ‚besonderen’ Muslime versammelt waren“. Daraus schließt er, dass der Bericht suggerieren solle, dass „somit auch der Grund für diese Veranstaltung wohl nicht tatsächlich existiert, da diese Leute ja eine ‚besondere’ Sichtweise haben“. Dem Leser sollte also folgender Schluss nahe gelegt werden: „1. Man braucht sich nicht weiter mit dem Thema (Hetze) zu beschäftigen. 2. Man versucht auf diese Weise, dass sich nicht noch mehr Muslime anschließen und zusammentun!“

Pierre Vogel bezieht sich in seinem Statement vor allem auf die Diskussion um Antisemitismus und Islamfeindschaft. Auch er unterstellt zunächst, dass der ufuq-Bericht behaupte, dass es in Deutschland keine „Hetze gegen den  Islam“ gebe. Vogel: „Das können doch keine Muslime sein, oder? Ich meine wem wollen die mit dem Artikel helfen? Nur den hetzern wird mit diesem Artikel geholfen.“ Dabei, so behauptet Vogel, würden doch „Stephan Cramer vom Zentralrat der Juden, Dr.Sabine Schiffer, ganze Linke Gruppen, Prof.Dr. Wolfgang Benz vom Zentrum für Antisemitismusforschung in Berlin" genau wie er, "diese Hetze neben vielen anderen mit der Hetze gegen die Juden im Nazireich vergleichen.“  Und nun, so Vogel weiter, kämen „hier ein paar Schlaumeier, die gerne selber im Mittelpunkt stehen würden und dementieren dies. Lachhaft und traurig“.

Und während „Samson“ von ufuq.de nur als „Klopapierseite“ spricht, bemüht sich Yasmina um eine inhaltliche Darstellung ihres Islamverständnisses. Sie betont, dass es EZP eben nicht darum gehe, dass Muslime sich auf „ihre“ Werte berufen sollten, denn:  „Der ISLAM ist ein für alle mal, das macht ezp klar, für ALLE MENSCHEN. Wir sprechen ALLE an, aber das scheint ja gerade denen nicht zu schmecken.“ Dabei würde EZP doch über „den ISLAM“ aufklären: „Da der ISLAM ja schon ein Mittelweg ist, werden insbes. aktuelle Verbote/Gebote erklärt, wie beispielsweise ‚Weihnachten’ und ‚Neujahrsfest’, da viele sog. ‚Muslime’ den Weg des ISLAM's halbherzig gehen und es so nicht funktioniert.“

Muslime, die an Weihnachts- und Neujahrsfeierlichkeiten teilnehmen, sind demnach auch für „Yasmina“ offenbar nur „so genannte“ Muslime. Dass sie ihr eigenes Islamverständis als einzig mögliche Art und Weise betrachtet, ihre Religion zu verstehen und zu leben, geht auch aus ihrer Kritik an dem ufuq-Bericht hervor:    

„Übrigens, der Hinweis ‚salafitische’ Strömung des ISLAM, schien denen auch sehr wichtig zu sein. Damit wohl bloß nicht jemand auf die Idee kommt, der dass liest, es könnte doch eine Wahrheit geben? Fakt ist, es gibt nur einen ISLAM, gab es seit Anbeginn der Offenbarungskette und FÜR ALLE.“ Dies aber, so meint Yasmina, dürfe „bloss nicht rauskommen“. Vielmehr solle Verwirrung gestiftet und vermittelt werden, dass es „soviele Richtungen“ gebe, damit bloß keiner „genau hinschaue“ und sich informiere. Der Glaube an Allah, so endet sie, erschließe sich jedoch durch Wissen.