Volltextsuche

Publikation

Banner

RSS-feed

rss-symbol Wenn Sie sich unser RSS-Lesezeichen anlegen wollen, klicken Sie bitte hier.

Newsblog

Saudischer Gelehrer spricht in der Berliner Nur-Moschee zum Thema "Jugendliche im Islam"

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDruckenE-Mail

Der saudische Religionsgelehrte Dr. Muhammad al-Arifi war Ende Oktober in der Berliner Nur-Moschee zu Gast. Arifi tritt regelmäßig in religiösen arabischen TV-Programmen auf. In der Nur-Moschee sprach er unter anderem zum Thema "Jugendliche im Islam".

Der Vortrag wurde übersetzt von Scheich Abd al-Adhim Qamouss, der in der Neuköllner Moschee predigt und gerade unter jungen Berliner Muslimen populär ist. In Arifis Ansprache ging es vor allem um das richtige Verhalten von Muslimen – etwa um Jugendliche, die sich mit ihrem Glauben und ihrem Islamverständnis gegen den Willen ihrer Eltern durchsetzen müssen. Sie sollten mit fundiertem Wissen, aber nicht mit Härte gegenüber den Eltern auftreten, empfiehlt Arifi. Auch nicht-muslimischen Freunden sollte mit Geduld der „rechte Weg“ gezeigt werden. Und Muslime, die „Sünden begehen“ – genannt werden Drogen und das Anschauen „schlechter Bilder“ – sollten nicht verurteilt und verstoßen werden. Nicht mit Strenge, das wiederholt Arifi mehrfach, sondern mit Milde und guten Charaktereigenschaften sollten jungen Muslime auftreten, Vorbilder sein und ihre Umgebung auf diese Weise überzeugen.

In einem Interview mit dem saudischen TV-Sender Al-Risala im April 2006 zeichnet Arifi die Gefahren, die jungen Muslimen in einer "ungläubigen" Gesellschaft drohen, deutlicher.  

In dem Interview erklärte Arifi unter anderem: „Was den Menschen am stärksten vom Tier unterscheidet, ist die Fähigkeit zur Kontrolle von Begierden.“ Das gelte aber nicht für alle Ungläubigen: „Wenn Du sie anschaust, siehst Du, dass sie schlafen wann sie wollen, ohne sich um die fünf Gebetszeiten zu kümmern. Wenn ihm nach Ehebruch ist, tut er es. Wenn er irgendeine Form von sexueller Beziehung haben will – macht er es, egal ob es erlaubt oder verboten ist. Deshalb haben sie Organisationen für Homosexuelle, für Leute die Tiere heiraten – so heiratet sie z.B. einen Hund oder einen Esel. (…) Und Statistiken aus Dänemark besagen, dass dort 54% aller Geburten illegitim sind. Dabei heißt ‚illegitim’ nicht, dass ein Mädchen von ihrem Freund schwanger wird. ‚Illegitim’ bezieht sich hier vielmehr auf Frauen, die in Krankenhäusern gebären und auf die Frage des Arztes nach dem Namen des Vaters, antworten: ‚Ich weiß nicht, vielleicht ist es der Hausmeister, oder nein, es könnte auch der Firmendirektor oder vielleicht der Bankangestellte oder auch der Taxifahrer sein. Ich weiß es nicht.’“

In einer anderen Sendung führte Arifi im Detail aus, innerhalb welcher Grenzen körperliche Gewalt gegen Ehefrauen gestattet ist: 

"Selbst wenn Du möchtest, dass Dein Kamel oder Dein Esel anfängt zu laufen, darfst Du ihm nicht ins Gesicht schlagen. Wenn dies für Tiere gilt, gilt es umso mehr für Menschen. Es sollten also leichte Schläge sein - und nicht ins Gesicht."