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Bertelsmann-Studie über Migranten in Deutschland: Zwischen den Stühlen?
Donnerstag, 13. August 2009 um 21:59 Uhr
Über Einstellungen und Erfahrungen von Migranten in Deutschland gibt es bisher wenig Forschungen. Die Studie „Zuwanderer in Deutschland“, die kürzlich von der Bertelsmann-Stiftung vorgestellt wurde, bietet daher interessante Ergebnisse. Die Studie basiert auf über 1.500 Interviews, die mit Menschen mit Migrationshintergrund aus der Türkei, der ehemaligen Sowjetunion, dem ehemaligen Jugoslawien, Polen, Italien, Spanien und Griechenland geführt wurden.
Die Studie stellt die oft geäußerte Vorstellung in Frage, Migranten würden unter Identitätskonflikten leiden und sich in ethnisch homogenen Parallelgesellschaften zurückziehen. Nach den Ergebnissen der Befragung sehen sich viele Migranten keineswegs vor einer Wahl zwischen Deutschland und dem Herkunftsland. Ihnen geht es vielmehr um ein Nebeneinander beider Bezugspunkte – sie sitzen nicht zwischen zwei Stühlen, sondern auf beiden zugleich.
So heißt es in der Studie, „41 Prozent (der Befragten) fühlen sich Deutschland und ihrem Heimatland gleichermaßen verbunden. Die meisten Zuwanderer empfinden diese doppelte Verbundenheit als Vorteil und empfinden keinen Identitätskonflikt. Drei Viertel von ihnen möchten die Werte und Traditionen aus der Herkunftsgesellschaft mit Werten und Traditionen in Deutschland verbinden. Nur eine kleine Minderheit (sieben Prozent) will sich vollständig assimilieren. Neben der Identifikation mit Deutschland und dem Herkunftsland spielt auch Europa eine Rolle. Die Verbundenheit mit Europa ist bei Zuwanderern mit 34 Prozent deutlich höher ausgeprägt als bei der Bevölkerung insgesamt (13 Prozent).“
Dabei gibt es allerdings deutliche Unterschiede bezüglich der Herkunftsländer der Befragten. Sowohl türkisch- als auch russischstämmige Migranten fühlen sich demnach in Deutschland weniger anerkannt als Migranten aus anderen Herkunftsländern. So fühlen sich 24% der Migranten türkischer Herkunft fremd in Deutschland, während diese Einschätzung von nur 14% aller Migranten geteilt wird.


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