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Muslim-Markt: Verhöhnt Schalke 04 den Propheten Muhammad?

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„Mohammed war ein Prophet
Der vom Fußballspielen nichts versteht
Doch aus all der schönen Farbenpracht
Hat er sich das Blau und Weiße ausgedacht“

So lautet die nicht eben kunstvolle dritte Strophe des Vereinsliedes von Schalke 04. Sie wird offenbar nicht oft gesungen. Sonst wäre womöglich früher aufgefallen, was jetzt in ein paar Internetforen junger religiöser Muslime aufgegriffen wird und den Betreiber des so bekannten wie umstrittenen Portals Muslim-Markt, Yavuz Özoguz, zu einem Beitrag inspiriert hat: Wird hier womöglich der Prophet oder der Islam insgesamt beleidigt?

Für Özoguz ist die Sache klar. Er beschreibt die Strophe im Vereinslied von S04 als Teil einer „Beleidigungsorgie“: „Inzwischen haben sich Muslime in Deutschland ja an so manche Beleidigung und selbst Hetze auf Hofberichterstatterniveau wie auch von Politikern gewöhnt. Dass aber auch ein Bundesligaverein, der viele muslimische Fans haben dürfte, in diese Beleidigungsorgie einsteigen muss, ist traurig – aber nicht neu!“

Zwar möchte Özoguz keinen, wie er sagt, „übertriebenen“ Protest hervorrufen – schließlich bezeuge das Lied ja, dass Muhammad ein Prophet ist. Auch erinnert der Autor daran, dass die „Schalke-Religion“ ja selbst Gott schon verhöhnt habe. Als Beispiel zitiert er den bekannten Spruch über einen der berühmtesten Schalker Dribbelkünstler in den 60er Jahren: „Keiner kommt an Gott vorbei außer Stan Libuda“.  Damit, meint er, sollte natürlich nicht Gott beleidigt, sondern Libuda geehrt werden. Als Verhöhnung versteht Özoguz jedoch, dass der Prophet Muhammad „sich das Blau und Weiß von Schalke 04“ ausgedacht habe. Und wenn es sich hier auch um eine eher „harmlose Beleidigung“ handele, hieße das ja nicht, erklärt Özoguz, „dass Muslime sich das gefallen lassen müssen“.

Also schlägt er einen Boykott vor: Muslimische Schalke-Fans sollten nicht mehr ins Stadion gehen und „in aller Freundlichkeit und mit aller Sachlichkeit“ e-mails an den Verein schreiben. Er hat dazu auch gleich einen Textentwurf parat. Und der geht so:

„Sehr geehrte Damen und Herren, als langjähriger Schalke-Fan bin ich erst jetzt auf den Missbrauch des gesegneten und heiligen Namens des Propheten Muhammad – der Friede sei mit ihm – im Vereinslied von Schalke 04 aufmerksam geworden. So gerne ich die Spiele von Schalke 04 auch besuche, haben meine Familie und ich sowie viele Freunde beschlossen, sowohl den Spielen von Schalke 04 fern zu bleiben als auch keinerlei Fan-Artikel mehr zu kaufen, bis jene Strophe aus dem Vereinslied gestrichen wird. Ich gehe nicht davon aus, dass das Lied auf Böswilligkeit gegenüber dem Islam und dem Muslimen beruht, denn sonst würde ich für immer dem Verein den Rücken kehren, sondern auf Unachtsamkeit. Der Prophet Muhammad ist für uns aber die höchste menschliche Heiligkeit (…). Daher bitte ich Sie höflichst, schnellstmöglichst auch zu berücksichtigen, dass die Vielzahl muslimischer Anhänger des Vereins einen sensibleren Umgang mit diesem Thema notwendig macht.“

Allerdings ahnt Özoguz offenbar, dass dem einen oder anderen muslimischen Schalke-Fan die blau-weiße Kutte womöglich näher liegen könnte als die grüne Fahne. Also schließt er mit einem Appell an ein muslimisches Gewissen nach seinem ganz persönlichen Geschmack:  

„Insofern wäre darüber nachzudenken, ob nicht evtl. der Muslim, der sich mit Haut und Haaren dem Verein widmet, jedes Heimspiel dabei ist, aber nicht jedes Gebet betet, über jeden verletzten Schalke-Spieler nachdenkt, nicht aber über die verletzten Kinder in Gaza, Irak oder Afghanistan, bei jedem Foul gegen einen Schalke-Spieler böse wird, aber nicht über Guantanamo, ob nicht solch ein Muslim eine größere Verhöhnung des Propheten Muhammad ist?“ Aber das, so Özoguz, sei wohl ein anderes Thema. Womit er sicher recht hat.

(Hier mehr zum Muslim-Markt; hier der Beitrag von Yavuz Özoguz; hier das gesamte Vereinslied von Schalke 04; und hier eine „Stan Libuda-Gedenkseite“.)