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Sogesehen.TV: islamisches Internetfernsehen

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Gerade junge Muslime verstehen Religion nicht selten als System aus äußerlichen Regeln und Ritualen: Dies ist erlaubt und jenes verboten, weil „der Islam“ es nun einmal so vorschreibe. Sich eng an formalen Normen zu halten, ist für sie oft wichtigster und erkennbarer Ausdruck, ob jemand Muslim ist oder nicht. Entsprechend abwertend fallen oft gerade bei Jugendlichen die Urteile über solche Muslime aus, die sich nicht so genau an vermeintlich eindeutige Regeln und Vorschriften halten.

Insbesondere salafitische Strömungen sind von einem solchen Denken geprägt – sie erheben es geradezu zum Programm: Das Hinterfragen von Regeln und Gesetzen, die Frage nach ihrem Sinn und den Werten, die dahinterstehen, ist für sie tabu. Vielmehr kommt es darauf an, sie so wortgetreu wie möglich einzuhalten. Diese einfache Unterscheidung von „richtig“ und „falsch“ oder „gut“ und „böse“ ist für viele Jugendliche attraktiv, weil sie Sicherheit vermittelt und eine klare Orientierung bietet.

Einen anderen Zugang verfolgt das Projekt sogesehen.TV. Das Internetfernsehen von islam.de, der Website des Zentralrats der Muslime in Deutschland, versucht ein deutlich umfassenderes Islamverständnis zu vermitteln. In zwei- bis dreiwöchentlich ausgestrahlten Sendungen beschäftigen sich die Sprecher Aiman A. Mazyek (Generalsekretär des ZMD), Nadir Moubarrid (Hier ein Bericht der Islamischen Zeitung über Öffentlichkeitsarbeit von Muslimen in Deutschland, in dem Mazyek und Moubarrid eine Rolle spielen.) und Tamim Swaid mit aktuellen Fragen, wie der Wirtschaftskrise und dem Amoklauf von Winnenden oder mit allgemeinen religiösen und gesellschaftlichen Themen.

Religiös geprägte Orientierung soll auch hier vermittelt werden. Immer stehen dabei aber religiöse Werte im Mittelpunkt – und die Frage danach, wie Menschen gut zusammenleben können. Das hat manchmal große Ähnlichkeit mit Positionen, wie sie auch von den christlichen Kirchen zu hören sind, etwa wenn anlässlich der Wirtschaftskrise „gesellschaftliche Kälte“ und Egoismus kritisiert werden. (Hier geht’s zu sogesehen.TV)