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Diskussion um Mesut Özil

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Die Entscheidung des 20-jährigen Fußballers Mesut Özil von Werder Bremen, für die deutsche Fußball- nationalmannschaft anzutreten, stieß in einigen türkischen Medien auf Unverständnis. Für manch einen Beobachter kam die Entscheidung des Sohnes türkischer Einwanderer einem Verrat an der Türkei gleich. Dies spiegelte sich auch in Anfeindungen im Gästebuch auf Özils persönlicher Homepage. Das Gästebuch wurde mittlerweile geschlossen. (hier)

Im Dunia-Blog, der von dem 26-jährigen Hamburger Studenten Akif Sahin betrieben wird, ist dieser Diskussion ein Eintrag gewidmet. Sahin kritisiert darin die Tiraden, die von türkischer und deutschtürkischer Seite gegen Özil gerichtet werden. „Es ist unverschämt anderen das Recht auf eine freie Entscheidung streitig machen zu wollen“, schreibt Sahin.

Zugleich wendet sich Sahin auch gegen die Begeisterung, mit der die Nominierung eines türkischstämmigen Fußballers für die deutsche Nationalmannschaft von anderer Seite aufgenommen wurde. Der Erfolg von Migranten im Sport ist aus seiner Sicht keineswegs repräsentativ für deren Stellung in anderen Bereichen der Gesellschaft:

„Jetzt ist es also soweit, ein neuer türkischstämmiger Spieler spielt am Mittwoch in der Deutschen Nationalmannschaft. Es ist ein weiteres Zeichen dafür, dass sich immer mehr Menschen mit Migrationshintergrund sich hier heimisch fühlen und auch eine gute Chance bekommen, dieses Vertrauen zu rechtfertigen.
Die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund ist allerdings im Sport weiter ausgebaut als im richtigen Leben in Deutschland. Erst wenn Migrantenkinder die gleichen Bildungschancen haben, erst wenn auf kulturelle Vielfalt statt auf eine Leitkultur und Assimilation gesetzt wird, erst wenn die Migranten sich hier wirklich wohl fühlen und nicht als Bürger zweiter Klasse behandelt werden, erst dann ist die wahre Integration greifbar nahe. Aber davon sind wir weit entfernt.“