ufuq.de jetzt auch auf Facebook

Banner

Volltextsuche

Publikation

Banner

RSS-feed

rss-symbol Wenn Sie sich unser RSS-Lesezeichen anlegen wollen, klicken Sie bitte hier.

Newsblog

Gaza-Krieg: Hizb ut-Tahrir ruft zum Umsturz in islamischen Ländern auf

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDruckenE-Mail

Sample Image

Bei den Demonstrationen gegen den Krieg in Gaza waren die Anhänger der in Deutschland seit 2003 verbotenen Hizb ut-Tahrir regelmäßig vertreten. Mit ihren schwarzen Fahnen und dem aufgedruckten islamischen Glaubensbekenntnis bildeten die Jugendlichen und jungen Erwachsenen etwa bei der Demonstration in Berlin am vergangenen Samstag einen deutlich erkennbaren Block, obwohl Symbole politischer Parteien und Bewegungen polizeilich verboten waren. Ihre Parolen („Eine Ummah, einen Staat, eine Flagge, Kalifat“) hoben sie vom Rest der Demonstration ab. (Siehe dazu auch ein Video von der Demonstration am 10. Jan. 2009 in Berlin, auf der sich Anhänger der Organisation mit ihren schwarzen Fahnen zu erkennen gaben.)

Die islamistische Hizb ut-Tahrir (Partei der Befreiung) rekrutiert unter religiösen jungen Erwachsenen in Moscheen oder an Universitäten und findet vereinzelt auch unter Konvertiten Zuspruch. Dazu trägt ihr revolutionärer Gestus bei: Die Ideologie der HuT ist panislamisch, das heißt sie lehnt nationalstaatliche und ethnische Grenzen ab. Stattdessen tritt sie für eine islamische Ordnung auf Basis einer rigide ausgelegten Scharia und in Form eines Kalifats ein. Sie wendet sich dabei an die gesamte Ummah (Gemeinschaft aller Muslime) und lehnt die Integration von Muslimen in westliche Gesellschaften ab. Ihre Wortführer sind meist rhetorisch versiert, ihre Positionen beinhalten Kapitalismus- und Imperialismuskritik in islamisierter Form. Auch das macht die Organisation (ihr Sprecher im deutschsprachigen Raum ist der in Österreich lebende Shaker Assem) für viele Jugendlche interessant.

In den Erklärungen der HuT zum Krieg in Gaza erscheint nicht Israel als Hauptgegner, vielmehr zielen sie auf die Regierungen von Ländern mit muslimischer Bevölkerung.

Ihrer islamistischen Ideologie entsprechend wirft die HuT diesem, wie sie sagen,  „Clan der Verräter“ vor, die gemeinsame Sache zu verraten: „Die Herrscher in den islamischen Ländern – allen voran das ägyptische Regime - schauen nicht nur untätig zu, sondern kollaborieren in niederträchtiger Weise mit dem zionistischen Aggressor.“

Über die Forderungen einer Demonstration vor der ägyptischen Botschaft in Wien heißt es in einem Bericht:

„Auch wurde betont, dass die Kollaboration sich nicht nur auf die ägyptische Regierung beschränke, sondern dass alle Regierungen in der arabischen und islamischen Welt ihrer Pflicht nicht nachgekommen seien und die Menschen in Gaza im Stich gelassen hätten. Das Gaza-Massaker habe neuerlich unter Beweis gestellt, dass man das Problem Palästina nicht lösen könne, ohne die untragbaren politischen Systeme in der islamischen Welt grundlegend zu verändern und durch das System des rechtgeleiteten islamischen Kalifats zu ersetzen.

Es wurden Beispiele aus der islamischen Geschichte erwähnt, die deutlich machten, wie man es unter vereinter Führung eines gerechten Herrschers vermochte, jeden Aggressor zurückzuschlagen.“

In einer Verlautbarung zu Beginn des Krieges hatte die HuT unter Rückgriff aus Koransuren bereits zum Umsturz in den islamischen Ländern aufgerufen:

„Die Antwort auf das Massaker von Gaza ist bekannt und nicht verborgen. Es bedarf keiner Konferenz oder Zusammenkunft, um die Antwort zu suchen bzw. sie ´ausfindig zu machen´ . Auch kann sie nicht in einem Beschluss von Staaten liegen, die das Zionistengebilde errichtet und unterstützt haben. Die Antwort liegt einzig und allein in der Mobilisierung der Armeen und der Rekrutierung der wehrfähigen Personen. Das und nichts anderes muss die Antwort sein. Die Herrscher wissen es, doch gleichen sie angelehnten Holzbalken und beherrschen die Kunst der Lüge und Irreführung meisterhaft.

 'Allahs Fluch über sie, wie sie abgewendet sind!' (63, 4)

Ihr Muslime! Nehmt euch in Acht davor, dass euch die Herrscher nicht damit hinters Licht führen, euch bloß einen Protestmarsch, eine Demonstration oder Mahnwache zu erlauben. Diese Dinge alleine werden wahrlich nichts nützen. Vielmehr müsst ihr eure ganze Kraft gegen ihre Paläste richten und sie zwingen, die Armeen zum Kampf in Gang zu setzen.

Was nun euch betrifft, ihr Soldaten! Sehnt ihr euch nicht nach einer der beiden schönsten Dinge? Wie kann das Morden unter euren Geschwistern wüten, während ihr in euren Kasernen verharrt? Kann euch ein Herrscher, der sein Jenseits für sein Diesseits, ja sogar für das Diesseits anderer verkauft, davon abhalten?

Bei Allah, ihr Soldaten! Hizb-ut-Tahrir ruft euch zu ehrvoller Macht im Diesseits wie im Jenseits auf: Die Unterstützung Allahs und ein naher Sieg oder ein Paradies so breit wie Himmel und Erde, das für die Gläubigen vorbereitet ist.

 'Bekämpft sie; so wird Allah sie durch eure Hand bestrafen und demütigen und euch gegen sie unterstützen und die Herzen eines gläubigen Volkes laben.' (9, 14)

So wird dem Volk von Gaza geholfen. So muss auf die Massaker von Gaza geantwortet werden. So wird auch der Boykott gegen sie beendet und so wird Allah die Herzen eines gläubigen Volkes laben.

 'Hierin liegt wahrlich eine Botschaft für ein Volk, das (Allah) dient.' (21, 106)

O Allah, wir haben verkündet! O Allah, sei unser Zeuge!

1. Muharram 1430 n. H.                                                  Hizb-ut-Tahrir
28. 12. 2008 n. Chr."