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Salafitische Werbung von Konvertiten - Förderung der "Hadsch 2008"
Dienstag, 14. Oktober 2008 um 02:00 Uhr

Das salafitische Islam-Portal "Einladung zum Paradies" wirbt mit Pilgerfahrten nach Mekka, die von einem Dawa-Zentrum der saudischen Regierung finanziell gefördert werden. Das Angebot wendet sich ausschließlich an männliche Konvertiten, die die Hadsch - eine der fünf Säulen des Islam - noch nicht absolviert haben.
Das Angebot ist Teil der Bemühungen salafitischer Prediger, für äußerst rigide Interpretationen des Islam zu werben. Unterstützung erhalten diese Initiativen oft von saudischen Einrichtungen. Dabei geht es nicht nur um finanzielle Förderungen, sondern auch um Sachspenden in Form von deutschen Übersetzungen islamischer Literatur und Stipendien für religiöse Studien.
Die Bedeutung des Salafismus in Deutschland war Thema eines aktuellen Berichts des ARD-Magazins Fakt, in dem über den zunehmenden Einfluss dieser Strömung berichtet wird. (Zum Salafismus in Deutschland siehe auch eine Reportage von Albrecht Metzger über die Rahman-Moschee in Aachen, einen Bericht von Yassin Musharbash über salafitische Netzwerke, sowie einen Hintergrundtext von Ernst Schreckenberg zum Film „Hamburger Lektionen“ über den marokkanischen Prediger Mohammed Fazazi. Siehe auch unseren Eintrag zum deutschsprachigen salafitischen Online-Portal salaf.de)
Nicht zuletzt aufgrund der Unterstützung aus Saudi Arabien ist es der salafitischen Strömung in den letzten Jahren gelungen, sich im deutschsprachigen Internet an prominenter Stelle zu etablieren. Neben dem professionell gemachten Portal "Einladung zum Paradies", das unter der Aufsicht des Kölner Konvertiten Pierre Vogel betrieben wird, gibt es mittlerweile zahlreiche andere deutschsprachige Seiten, die unter Muslimen, vor allem aber unter Neu-Muslimen, für ihre Auslegung des Islam werben.
Auf der Seite "Einladung zum Paradies" finden sich zahlreiche Videos, in denen Konversionen zum Islam dokumentiert und gefeiert werden. Beliebt sind auch Angebote mit deutschsprachigen Fatwas, in denen überwiegend saudische Gelehrte Fragen des Alltags beantworten.
Die enge Bindung an saudische Quellen wird auch durch die wiederholte Einladung saudischer Gelehrter nach Deutschland deutlich, die sich nicht selten durch vehemente Angriffe gegen Nicht-Muslime und nicht-islamische Gesellschaften hervortun. Ein Beispiel ist der saudische Gelehrte Muhammed al-Arifi, der in der Berliner Nur-Moschee zu Gast war. Arifi war jüngst auch zum 30. Jahrestreffen der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland (IGD) eingeladen, die dem Umfeld der islamistischen Muslimbruderschaft zugerechnet wird.
Mit ihrem Hadsch-Angebot bieten die Betreiber der Seite "Einladung zum Paradies" eine vollständig organisierte Fahrt, die von einem deutschsprachigen "Islamprediger" begleitet wird. Anders als viele Anbieter, deren organisierten Pilgerfahrten oft EUR 3.000 und mehr kosten, können die Betreiber des Portals die Fahrt dank der saudischen Zuschüsse für EUR 1.250 anbieten.
Gleichwohl geben die Veranstalter zu bedenken:
"Die Hadsch ist kein Urlaub und wir sind keine Veranstalter von Luxusreisen. Sie ist ein Recht, das Allah gegenüber den Menschen hat, und wir möchten euch dabei helfen, Ihm dieses Recht zu gewähren, damit Er mit euch zufrieden ist und eure Bemühungen von Ihm akzeptiert werden."
Gleichzeitig bitten die Betreiber der Seite auch um Verständnis dafür, dass das Hadsch-Angebot nur für Männer gilt. Diese Einschränkung werde von der saudischen Regierung vorgegeben, die Mitarbeiter des Islam-Portals hätten darauf leider keinen Einfluss.

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