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Al-Hedi Brik: "Wort der Muslime in Deutschland im Rahmen des internationalen Jerusalem-Tages"

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Der Kampf gegen Israel sei nicht gleichbedeutend mit einem Kampf gegen das Judentum, schreibt Al-Hedi Brik anläßlich des anstehenden Quds-Tages. Schließlich sei das Judentum eine Religion des Himmels - die ihren Gültigkeitsanspruch allerdings mit dem Erscheinen des Islam und der Verdrängung der Thora und der Evangelien durch den Koran verloren habe.

Quds ist der arabische Name Jerusalems. Der islamistische Autor stammt aus Tunesien, lebt aber in Deutschland. Er schreibt u.a. für das arabischsprachige Forum al-Hiwar, wo auch dieser Text beworben wurde.

Auch in diesem Aufruf wird die antisemitische Weltanschauung sichtbar, die den Veranstaltungen des Quds-Tags zugrunde liegt. In seinem „Wort der Muslime in Deutschland im Rahmen des internationalen Jerusalem-Tages“ bringt Brik trotz seiner Beschwichtigungen sehr deutlich zum Ausdruck, worum es geht: Um einen Entscheidungskampf „in der Geschichte der Gemeinschaft des Islam zwischen zwei Äras, der Ära der Unterwürfigkeit gegenüber den Kindern (des  biblischen Volkes) Israels und den Kräften des Bösen und des Lasters, die ihnen nachfolgten, und der Ära des Erwachens und der Befreiung“.

Der Kampf gegen das „zionistische Geschwür“, der von Brik auf der von sunnitischen Islamisten betriebenen Website qudsday.com beschworen wird, trifft sich mit den Zielen, die von den schiitischen Initiatoren des Quds-Tages verfolgt werden: Man bekämpfe Israel, weil es ein "Gebilde ist, das unser Land besetzt hält, aber auch weil es das Banner des Zionismus trägt, der eine Gefahr für die Freiheiten der Menschen in aller Welt darstellt“. (Zu den antisemitischen Visionen, die sich mit der Idee des von Ayatollah Khomeini inspirierten Quds-Tages verbinden, siehe hier. Die Betreiber der Website qudsday.com stellen den Tag in die Tradition der frühislamischen Schlacht von Badr, in der Muhammad gegen seine Gegner in Mekka einen entscheidenden Sieg errang.)

Die Einschränkung, es handele sich beim Kampf gegen Israel nicht um einen Kampf gegen das Judentum, schließt eine Identifikation der Juden mit dem Bösen schlechthin damit keineswegs aus.

Denn was er von Juden hält, bringt Brik in einer Passage zum Ausdruck, in der er auf die nationalsozialistische Judenvernichtung anspielt. Bei den nationalsozialistischen Verfolgungen der Juden ging es nach seiner Darstellung zum einen darum, Europa von den „Listen der Juden“ zu befreien, und zum anderen, „die islamische Gemeinschaft durch die Juden (die nach Palästina flüchteten) auszuzehren“.

Die Juden, so ließe sich dies zusammenfassen, sind die Ursache für allerlei Übel. Bestätigt wird dies schließlich auch durch die Erwähnung eines Hadiths, in dem der Kampf gegen die Juden zum Moment der Entscheidung wird: „Ihr werdet gegen die Juden solange kämpfen, bis sich der eine von ihnen hinter einem Stein versteckt und dieser (Stein) spricht: 'Du Diener Allahs, hier ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt, so töte ihn.'"

Für Brik ist der Kampf um Jerusalem daher allumfassend: militärisch, ökonomisch, aber auch kulturell, wissenschaftlich und intellektuell. Auf allen Ebenen gehe es darum, Schwäche zu vermeiden. Unter Schwäche versteht er dabei vor allem eins: "Die Liebe zum Leben und die Verachtung des Todes“.

In Deutschland mehren sich seit einigen Jahren die Stimmen, die die Veranstaltungen zum Quds-Tag heftig kritisieren. Die Proteste werden massgeblich von migrantischen Organisationen und Einzelpersonen getragen. (siehe dazu hier und hier)