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Yusuf Estes, P. Vogel und Habashi-Anhänger in der Al-Nur Moschee

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Trotz des Aufrufs von Abdul Adhim war die Berliner Al-Nur Moschee auch am vergangenen Sonntag nur zu einem guten Drittel gefüllt - und dies, obwohl mit Pierre Vogel und Yusuf Estes zwei Stars der salafitischen Szene nach Berlin gekommen waren. Auf Plakaten wurde Estes angekündigt als „ehemaliger christlicher Priester aus den USA“, der als „The Funny Sheikh“ bekannt sei. Nachdem Pierre Vogel („einer der bekanntesten Islam-Prediger Deutschlands“) die bei anderen Veranstaltungen auf der Deutschland-Tour von Estes erfolgten Konvertierungen zum Islam gefeiert und in der Al-Nur-Moschee drei weitere Übertritte zum Islam vollzogen hatte, hielt Estes eine bemerkenswert schlichte Predigt:

Zwar sei der Islam, so Estes,  die beste Religion, aber auch unter Nicht-Muslimen gebe es gute Menschen und umgekehrt seien nicht alle Muslime perfekt. Daraus leitete der Prediger eine Erklärung dafür ab, dass auf dieser Welt viele Muslime leiden müssten und ihnen viel Ungerechtigkeit widerfahre. Wenn nämlich ein guter Muslim Not leiden müsse, dann vielleicht deshalb, weil er für seine wenigen schlechten Seiten im Diesseits bestraft würde. Dafür dürfe er aber nach seinem Tod auf das ewige Paradies hoffen, während andere, die im nur kurze Zeit währenden Diesseits ein gutes Leben führen könnten, obwohl sie viel Böses täten, mit der Hölle zu rechnen hätten.

Zu etwas Unruhe kam es am Rande der Veranstaltung als einige Mannschaftswagen der Polizei vorfuhren. Grund dafür war, dass es zuvor in Bremen zu Tumulten gekommen war als etwa einhundert, offenbar den Habashi (auch: ahbash) nahe stehende Muslime gegen die dortige Veranstaltung mit Pierre Vogel und Yusuf Estes demonstrierten und agitierten. Die Habashis sind sunnitische Muslime, die im Libanon eine wichtige Rolle spielen, in Deutschland zahlenmäßig aber nur eine sehr kleine, dafür gut organisierte Minderheit darstellen. Die sehr unterschiedlich eingeschätzte und auch von Muslimen oft eher als Sekte betrachtete Gruppe betreibt gegenwärtig auch den Bau von Großmoschee und islamischem Zentrum in Berlin (Skalitzer/Ecke Wiener Str). Sie vertreten einen eher unorthodoxen Islam und warnen auf ihrer Homepage sowohl vor der salafitischen Strömung um Pierre Vogel und Abdul Adhim als vor den Muslimbrüdern. Vogel und Adhim werfen sie vor, zu den saudisch geprägten Wahhabiten zu gehören, die den Islam politisieren und ihn verfälschen würden, etwa indem sie Gott vermenschlichten. In Berlin kam es am Sonntag nur zu einigen verbalen Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern beider Strömungen vor der Al-Nur-Moschee. (Hier die internationale Homepage der Habashi und hier der Bericht eines Beteiligten über die Ereignisse in Bremen sowie die Diskussion darüber in einem Internetforum.)