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Streit um Abdul Adhim in Wiesbaden

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Streit gibt es gerade in Wiesbaden um den insbesondere unter Jugendlichen populären islamistischen Prediger Abdul Adhim aus Berlin-Neukölln. Der war vom örtlichen Islamischen Kulturverein e.V. Ende März nach Mainz-Kostheim (Stadtteil von Wiesbaden) eingeladen, wo er vor ca. 150 meist jungen Muslimen predigte. (Hier die Einladung zum Seminar auf Adhims Seite islamvoice.de.) Dass Adhim gerade bei Jugendlichen „ankommt“, mag ein Grund gewesen sein, ihn erneut nach Kostheim zu holen, obwohl bereits sein erster Besuch im vergangenen Juli für Kritik gesorgt hatte. Adhim ist der salafistischen Strömung des Islam zuzurechnen, die in Deutschland unter anderem für ein extrem konservatives Geschlechterverhältnis, Schriften- und Autoritätsgläubigkeit und den -  allerdings nicht militanten - Kampf gegen vielerlei Formen dessen steht, was als „Unglauben“ betrachtet wird. Hinzu kommt eine ausgeprägte Missionstätigkeit insbesondere unter Jugendlichen – auch der Kostheimer Islamische Kulturverein präsentiert auf seiner Internetseite eine Reihe Videos von Konvertiten zum Islam.

Vorsitzender des dem Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) angehördenden Vereins ist Said Nasri. Dieser hat im vergangenen Herbst als „Verhandlungsführer der islamischen Vereine“ die Wiesbadener Integrationsvereinbarung abgeschlossen und gilt als „der muslimische Ansprechpartner schlechthin“ – so ein Beitrag im Wiesbadener Kurier zum aktuellen Streit. Nasri verteidigt jetzt die Einladung Adhims damit, dass „konservativer Islam an sich ja nichts Falsches ist“. Außerdem habe er mit der Einladung Adhim und seine Anhängerschaft „zur Besinnung bringen“ wollen. Unter vier Augen habe er Adhim erklärt, dass die Integration der richtige Weg sei - und in diese Richtung habe dieser, den er jederzeit wieder einladen würde, dann ja auch gepredigt.... Schade nur, dass eine solche „inner-islamische“ Auseinandersetzung – so sie denn stattgefunden hat – nicht in der Öffentlichkeit geführt wird.