Fachstelle Bayern – Fortbildungen für die pädagogische Praxis zu Islam, Islamfeindlichkeit und Prävention von Islamismus

Jung, deutsch und herkunftsbewusst – dies ist das Selbstverständnis vieler muslimischer Jugendlichen. Wie andere Jugendliche befinden sie sich in Suchprozessen: Sie wollen mit ihren Identitäten – unter anderem mit ihrer religiösen Identität – Teil dieser Gesellschaft sein. Dabei sind viele von ihnen gar nicht religiös, werden aber dennoch als „Muslim_innen“ markiert.

In unseren Fortbildungen erfahren pädagogische Fachkräfte, welche Rolle Religion für Jugendliche spielen kann und lernen Lebenswelten von Jugendlichen kennen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Themen, die derzeit in der Öffentlichkeit heftig diskutiert werden: Islam in Deutschland, der Umgang mit Geflüchteten und die Prävention religiös begründeter Ideologisierung. Gemeinsam überlegen wir, was hinter einer „provokanten“ Aussage oder einem bestimmten Verhalten stecken kann, und versuchen das „Thema hinter dem Thema“ zu erkennen. Aus der Arbeit mit Jugendlichen wissen wir, dass es bei radikal klingenden Aussagen genau zu unterscheiden gilt: Was ist Protest oder Provokation? Wann ist es Propaganda? Anhand von Filmmaterialien und gezielten Übungen zeigen wir, welche Haltungen zu einem Ohnmachtsgefühl bei Jugendlichen führen oder ein Gefühl von Inakzeptanz und Ausgrenzung hervorrufen können.

Ziel der Fortbildungen ist es, Multiplikator_innen in ihren pädagogischen Handlungskompetenzen zu bestärken, sie für Erfahrungen von Diskriminierung und Rassismus zu sensibilisieren und Optionen zur Prävention religiös begründeter Radikalisierung aufzuzeigen: Was macht den Salafismus für einige Jugendliche attraktiv und was können Pädagog_innen dem entgegensetzen? Wie können wir Jugendliche vor einfachen Welt- und Feindbildern schützen? Wir raten zu Gelassenheit, wenn Jugendliche spezifische Fragen z.B. zu Identität oder tagespolitischen Themen stellen und/oder durch auf den ersten Blick problematische Aussagen und Verhaltensweisen auffallen.

2018 konnten in Bayern fast 1200 Teilnehmer_innen im Bereich der Bildungs- und Erziehungsarbeit erreicht werden. Unsere Fortbildungen sind kostenfrei, bayernweit buchbar und werden inhaltlich an die Zielgruppe angepasst. Die Dauer einer Fortbildung beträgt drei Stunden bis zu einem ganzen Tag.


Kontakt

Fachstelle zur Prävention religiös begründeter Radikalisierung in Bayern
ufuq.de
Schaezlerstr. 32, 86152 Augsburg
0821 / 65 07 85 60, bayern@ufuq.de

Montag-Freitag 9.30 bis 13.30 Uhr und nach Vereinbarung


Die Fachstelle zur Prävention religiös begründeter Radikalisierung in Bayern wurde im September 2015 eingerichtet und ist Teil des bayerischen Netzwerkes für Prävention und Deradikalisierung. Sie wird vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Integration und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Gefördert von

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