Fachstelle in Bayern – Beratung und Begleitung beim Aufbau kommunaler Netzwerke für Prävention

Die Fachstelle zur Prävention religiös begründeter Radikalisierung mit Sitz in Augsburg unterstützt und berät bayernweit kommunale Netzwerke zur Prävention von religiös begründeter Radikalisierung.

Unsere 2015 gegründete Fachstelle ist selbst aktives Mitglied in zahlreichen regionalen Netzwerken, wie beispielsweise dem Augsburger Kommunalen Präventionsrat und des daran angeschlossenen Netzwerks, dem Münchner Netzwerk demokratische Bildung sowie überregional im Bayerischen Netzwerk zur Prävention und Deradikalisierung von Salafismus. Die daraus gewonnenen Erfahrungen und Expertisen stellen wir anderen kommunalen Akteuren zur Verfügung und stehen ihnen beratend und begleitend beim Aufbau vergleichbarer Strukturen zur Seite. Konkret beinhaltet das Angebot den Austausch zu Vernetzungsstrukturen, die Einbindung verschiedener Partner und Präventionsangebote, das Vorstellen möglicher Finanzierungsmodelle und die zeitliche Planung. Darüber hinaus bieten wir einen Erfahrungsaustausch zu möglichen Herausforderungen, Fallstricken und Erfolgsfaktoren. Konkret unterstützt die Fachstelle vor Ort bei der Durchführung von Fachveranstaltungen oder durch Inputs bei Fortbildungen und Vorträgen.

Wenn Sie sich für den Aufbau kommunaler Strukturen und/oder die Angliederung eines Teamenden-Standorts in Ihrer Stadt oder Kommune interessieren, sprechen Sie uns gerne an.

Unser Beratungsangebot steht bayernweit kostenfrei (gefördert über das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales) für alle kommunalen Akteure aller Städte, Landkreise wie auch städtischen Zusammenschlüssen zur Verfügung.


Kommunale Netzwerke – Partner im Flächenstaat Bayern

Die Arbeit und Vernetzung auf kommunaler Ebene spielt gerade im Themenfeld Prävention eine besondere Rolle. Durch die Einbindung in verschiedene Netzwerke in ganz Bayern konnte die Fachstelle bereits viele wichtige Akteure sensibilisieren und verschiedenen Institutionen und Akteuren zielgruppenspezifische sowie lokal verortete Angebote machen. Dabei ist es uns wichtig, keine Parallelstrukturen zu schaffen, sondern Regelstrukturen zu ergänzen und Wissen nachhaltig und lokal anzubinden.

Augsburger Netzwerk zur Prävention von Salafismus

Das Augsburger Netzwerk zur Prävention von Salafismus, welches an den kommunalen Präventionsrat Augsburg angebunden ist, ist seit der Gründung der Fachstelle im Jahr 2015 ein wichtiger Partner. Der Stadt Augsburg kommt dabei als Bayerische Modellkommune für Präventionsarbeit eine besondere Bedeutung zu. Die intensive Netzwerkarbeit sowie die Arbeit in kleinen Einheiten, die eine vertrauensvolle Verständigung und Zusammenarbeit ermöglichen, bilden die Grundlage für die Bündelung der „Augsburger Kompetenz“.

Neben gemeinsamen Veranstaltungen und einem regelmäßig stattfindenden Austauschtreffen wurde durch diese Kooperation im Jahr 2017 der Grundstein für „Local voices“, ein gemeinsames Projekt auf internationaler Ebene (EFUS) gelegt. Dabei entstand mit dem Kurzfilm „HB 61“ ein stadtteilbezogenes alternatives Narrativ zur Extremismusprävention.

Nürnberger Präventionsnetzwerk gegen religiös begründete Radikalisierung

Das Nürnberger Präventionsnetzwerk gegen religiös begründete Radikalisierung mit Anbindung an das Menschenrechtsbüro der Stadt Nürnberg ermöglichte den Aufbau des zweiten Teamenden-Standorts in Bayern. Nicht nur deshalb steht die Fachstelle seitdem in enger Kooperation mit der Kommune sowie angebundenen Trägern. Es konnten zahlreiche Fortbildungen und Veranstaltungen mit und für verschiedene Akteure und Institutionen verwirklicht werden. Hierbei unterstützte die Fachstelle beispielsweise bei Workshops innerhalb des vierteljährlich stattfindenden Netzwerktreffens sowie nun im dritten Jahr in Folge bei der Umsetzung des Qualifizierungskurses für Fachkräfte „Islam – Islamismus – Islamophobie – andere extremistische Strömungen“ über das Institut für Pädagogik und Schulpsychologie Nürnberg (IPSN).

Interkommunales Präventionsnetzwerk Radikalisierung von Stadt und Landkreis Würzburg

Das Interkommunale Präventionsnetzwerk Radikalisierung wurde 2018 auf Initiative der Stadt Würzburg gegründet. Im Zuge des Aufbaus des Netzwerks wurde parallel der Aufbau eines dritten Teamenden-Standorts angeschlossen, der die Übertragung des Workshopangebots im Projekt „Wie wollen wir leben?“ ab 2019 auch für die Region Unterfranken ermöglicht. Die enge Vernetzung und Kooperation legt den Grundstein für eine Vielzahl gemeinsamer Veranstaltungen sowie die Unterstützung vor Ort durch die Fachstelle, wie beispielsweise bei der Würzburger Fachtagung für Kinder- und Jugendpsychiatrie & Kinder- und Jugendhilfe. Zusätzlich bietet das Netzwerk einzelne thematische Module, welche bedarfsgerecht und zielgruppenorientiert im Rahmen von Lehrer_innenkonferenzen, Elternabenden oder Teamsitzungen eingesetzt werden können, wie beispielsweise „Interreligiöser Dialog/Interreligiöse Sprachfähigkeit“ und „Ansprechpartner mit spezifischer Zielsetzung in der Deradikalisierungsarbeit/Deradikalisierungsprozesse“.

Münchner Netzwerk demokratische Bildung

Das Münchner Netzwerk demokratische Bildung ist bei der Arbeitsgemeinschaft Friedenspädagogik e.V. (AGFP) angesiedelt und organisiert Fortbildungsveranstaltungen für Fachkräfte und Multiplikator_innen zu den Themenfeldern Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Rechtsextremismus und religiös motivierte Radikalisierung und der Radikalisierung von Jugendlichen durch andere Ideologien der Ungleichwertigkeit, bspw. Rassismus, Islamfeindlichkeit oder Antisemitismus. Es berät und unterstützt ebenfalls Einrichtungen bei der Planung eigener Veranstaltungen zu den genannten Themenbereichen. Im Sinne eines phänomenübergreifenden Ansatzes ergänzen sich ufuq.de und das Münchner Netzwerk somit an dieser Schnittstelle und teilen sich entsprechende Fortbildungsanfragen auf bzw. ergänzen diese mit spezifischen Angeboten. Darüber hinaus findet ein fachlicher Austausch sowie Vernetzung innerhalb der regelmäßig stattfindenden Fachtage und Netzwerkveranstaltungen statt.


Überregionale & internationale Netzwerke

Bayerisches Netzwerk für Prävention und Deradikalisierung gegen Salafismus

Das Bayerische Netzwerk zur Prävention und Deradikalisierung von Salafismus verbindet bestehende Präventionsmaßnahmen in den verschiedenen Ressorts miteinander, stimmt sie aufeinander ab und baut sie aus. Die bayernweite Vernetzungsstruktur bietet für alle Institutionen und Akteure eine Anlaufstelle – unabhängig davon, ob ein kommunales Netzwerk vor Ort besteht. Dabei verweist es auf die relevanten Beratungsstellen und stellt konkrete Kontakte bei Bedarfen nach Fortbildungen oder Informationsveranstaltungen her.

Das bayerische Beratungsangebot gegen Salafismus besteht aus zwei Säulen: Prävention und Deradikalisierung. Die Fachstelle ist dabei als zivilgesellschaftlicher Träger, angebunden an das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales, im Bereich der Primärprävention tätig. Das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales fördert die Einbindung zivilgesellschaftlicher Träger in die Präventionsarbeit und greift ihre Expertise und Erfahrungen auf. Hierbei ist ufuq.de für den Bereich der Primärprävention verantwortlich und stimmt sich in enger Zusammenarbeit mit dem zivilgesellschaftlichen Träger VPN (Violence Prevention Network) ab, der für den Bereich der Distanzierung/Deradikalisierung zuständig ist. 

European Forum for Urban Security (EFUS)

Das Europäische Forum für Urbane Sicherheit (EFUS) ist ein Zusammenschluss von mehr als 250 europäischen Städten und Regionen, die gemeinsam zum Thema Sicherheit und Kriminalprävention arbeiten. 1987 unter der Schirmherrschaft des Europarates gegründet, ist das Forum die älteste internationale Nichtregierungsorganisation, die sich mit dem Thema urbane Sicherheit/Kriminalprävention beschäftigt und ist für seine Expertise bei der EU, beim Europarat und bei den Vereinten Nationen anerkannt.

Heute hat es Mitglieder in 18 Ländern Europas, die untereinander und mit internationalen Expert_innen Erfahrungen und Fachwissen austauschen und im Rahmen europäischer Kooperationsprojekte ihre Arbeit in den verschiedenen Bereichen der urbanen Sicherheit gemeinsam voranbringen.

Die Fachstelle ist über die Stadt Augsburg innerhalb des Projekts „local voices“ in das internationale Städtenetzwerk eingebunden.


Kontakt

Fachstelle zur Prävention religiös begründeter Radikalisierung in Bayern
ufuq.de
Schaezlerstr. 32, 86152 Augsburg
0821 / 65 07 85 60, bayern@ufuq.de

Montag-Freitag 9.30 bis 13.30 Uhr und nach Vereinbarung


Die Fachstelle zur Prävention religiös begründeter Radikalisierung in Bayern wurde im September 2015 eingerichtet und ist Teil des bayerischen Netzwerkes für Prävention und Deradikalisierung. Sie wird vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Integration und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Gefördert von

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