Fachstelle Bayern – Teamer_innen-Workshops „Wie wollen wir leben?“

Gesellschaftliche Diskurse gehen an Jugendlichen nicht spurlos vorbei. Die in den letzten Jahren gestiegene mediale Berichterstattung und hitzige politische Debatten zu Themen rund um „den“ Islam werfen bei Jugendlichen Fragen auf, für deren ausführliche Besprechung im Rahmen des regulären Schulunterrichts oder alltäglichen Programms in Jugendeinrichtungen nicht immer ausreichend Zeit bleibt.

Die Workshops im Projekt „Wie wollen wir leben?“ bieten Raum für Gespräche zu Religiosität und Glauben, Identität, Zugehörigkeiten, Diskriminierung sowie aktuelles politisches Tagesgeschehen. Im Mittelpunkt steht nicht die Wissensvermittlung. Vielmehr regen die jungen Teamer_innen mit Hilfe interaktiver Methoden zur Selbstreflektion und Diskussion untereinander an und machen verschiedene Perspektiven zu politischen, gesellschaftlichen oder alltagsweltlichen Fragen deutlich. Angesprochen werden dabei alle Jugendlichen, egal ob muslimisch oder nicht-muslimisch, denn die Frage „Wie wollen wir leben?“ – in der Klasse, Schule und Gesellschaft – betrifft schließlich alle.

Die Teamer_innen sind junge Menschen zwischen 20 und 30 Jahren, sowohl mit muslimischen als auch nicht-muslimischen Bezügen. Sie treten nicht als Expert_innen oder „Islamlehrer_innen“ auf, sondern bieten mit ihren unterschiedlichen Persönlichkeiten und Biografien einen niedrigschwelligen Einstieg ins Gespräch und fungieren als Vorbilder.

Ziel des allgemein-präventiven Ansatzes ist es, Signale von Anerkennung und Zugehörigkeit zu vermitteln und die Teilhabe von Jugendlichen zu stärken. Die Workshops sensibilisieren für demokratie- und freiheitsfeindliche Einstellungen und zeigen alternative Orientierungen und Handlungsoptionen zu antimuslimischem Rassismus und islamistischen Weltbildern auf. Die Erfahrung zeigt, dass Jugendliche, die sich eigene Gedanken dazu machen, wie sie miteinander leben wollen, oft schon geschützt sind vor den einfachen Angeboten, die ihnen Ideolog_innen jeglicher Couleur machen.

Wir bieten Workshops für Jugendliche aller Schulformen ab der 5. Klasse an. Je nach Anlass, Interessen und aktueller Situation kann zwischen verschiedenen thematischen Modulen gewählt werden:

  • Glauben, Islam und ich. Über die Vielfalt von Islam und muslimischem Leben in Deutschland (ab Jahrgangsstufe 5)
  • Geschlechterrollen und Islam. Über Rollenbilder, Zuschreibungen und geschlechtliche Identität (ab Jahrgangsstufe 8)
  • Alle Muslime sind… Über Stereotypen, Diskriminierung und die Rolle von Medien (ab Jahrgangsstufe 8/9)
  • Diskriminierung und Empowerment. Über Erfahrungen, die Jugendliche mit Diskriminierungen und antimuslimischem Rassismus machen, und was man dagegen tun kann (ab Jahrgangsstufe 8)
  • Attraktivität und Funktionsweise salafistischer Ansprachen (ab Jahrgangsstufe 10)

Die Workshops dauern einen ganzen Projekttag oder können auf drei Doppelstunden verteilt werden. Pädagog_innen können sich auch kurzfristig oder nach akutem Bedarf mit Anfragen an uns wenden. Durch die Förderung des Bayerischen Sozialministeriums sowie des Bundesfamilienministeriums im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ sind die Workshops kostenfrei.


Teamer_innen-Standorte in Bayern

Aktuell gibt es Teamer_innenstandorte in Augsburg und Schwaben, Nürnberg Stadt und Land sowie Würzburg und Unterfranken. Workshops außerhalb dieser Regionen können wir leider nur in Ausnahmefällen ermöglichen.

Augsburg und Schwaben

2017 starteten die ersten bayerischen Teamer_innen mit ihrer Arbeit in Augsburg und Schwaben. Neben den „Wie wollen wir leben?“-Workshops führen sie bis Juni 2019 auch Workshops im Rahmen des Kooperationsprojektes „KRASS – Hauptsache radikal“ des Jungen Theater in Augsburg mit ufuq.de durch. Aktuell sind acht Teamende an diesem Standort aktiv.

Kontakt: Clara Riecke, bayern@ufuq.de

Nürnberg Stadt und Land

Das Menschenrechtsbüro Nürnberg bietet seit 2018 Workshops in Nürnberg Stadt und Land an. Acht Teamende diskutieren mit Jugendlichen in Schulen und Jugendeinrichtungen.

Kontakt: Rainer Neußer, Rainer.Neusser@stadt.nuernberg.de

Würzburg und Unterfranken

Seit Frühjahr 2019 führen elf Teamende Workshops in Würzburg und Unterfranken durch. Koordiniert werden sie vom Interkommunalen Präventionsnetzwerk Radikalisierung Würzburg.

Kontakt: Elena Enzmann und Heike Mix, koordination.rp@stadt.wuerzburg.de

Bayernweite Koordination

Koordiniert werden die verschiedenen Standorte in Bayern von der Fachstelle Bayern. Sie dient als Schnittstelle zwischen der Geschäftsstelle in Berlin, wo die Inhalte und Methoden der Workshops entwickelt werden, und den Kooperationspartner_innen vor Ort, die die Workshops in der Praxis umsetzen. Wir begleiten die lokalen Koordinator_innen beim Aufbau des Standortes, bilden die Teamenden gemeinsam mit Kolleg_innen aus Berlin aus und beraten sie fortlaufend in ihrer pädagogischen Arbeit.

Verstärkt arbeiten wir an der Vernetzung der Standorte und organisieren im Frühjahr 2019 zum ersten Mal einen Fachaustausch der Teamer_innen von allen drei Standorten.

Perspektivisch sollen zudem weitere Workshop-Standorte in Bayern etabliert werden. Bei Interesse an einem Standortaufbau in Ihrer Kommune können Sie sich gerne an uns wenden.


Kontakt

Fachstelle zur Prävention religiös begründeter Radikalisierung in Bayern
ufuq.de
Schaezlerstr. 32, 86152 Augsburg
0821 / 65 07 85 60, bayern@ufuq.de

Montag-Freitag 9.30 bis 13.30 Uhr und nach Vereinbarung


Die Fachstelle zur Prävention religiös begründeter Radikalisierung in Bayern wurde im September 2015 eingerichtet und ist Teil des bayerischen Netzwerkes für Prävention und Deradikalisierung. Sie wird vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Integration und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Gefördert von

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