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Bushido
Der Erfolg des Berliner Gangsta-Rappers Bushido (Jhg. 1978) beruht auf seiner "street credibility", seiner Glaubwürdigkeit "auf der Straße". Der Sohn einer deutschen Mutter und eines tunesischen Vaters genießt gerade unter jungen Migranten große Sympathien. Religion spielt in seiner Musik keine zentrale Rolle. Zwar benutzt Bushido in seinen Liedern immer wieder mehr oder weniger explizite Anspielungen auf den Islam – es geht ihm dabei aber weniger um religiöse Inhalte als um die Betonung von ethnisch-religiöser Identität im Alltag von Jugendlichen. Die provozierende Bewunderung für Osama Bin Laden (im Stück "11. September") zählt dabei ebenso zu seinem Repertoire wie die demonstrative Verachtung von Homosexuellen und Frauen oder der Bezug auf die (männliche) Ehre.
Bushido spricht die Fantasien von männlichen Jugendlichen und jungen Männern an, die sich auf oft als Verlierer sehen. Ihnen suggeriert er, dass Stärke wichtig ist, um sich in einer vermeintlich feindlichen Gesellschaft durchzusetzen. Als "outlaw", so lautet die Botschaft, hat man eine Chance. Dabei geht es keineswegs nur um Inszenierungen: So warnen kritische Stimmen vor den Folgen, die zum Beispiel schwulenfeindliche sowie frauenverachtende und gewaltverherrlichende Texte des Gangsta-Raps gerade unter Jugendlichen haben könnten. Bushido selbst ist mittlerweile gut situiert. Er wohnt im vornehmen Berlin-Dahlem, ist ins Immobiliengeschäft eingestiegen und hat eine Autobiografie veröffentlicht. Aus dem Ghetto, über das Bushido in seinen Liedern singt, ist er selbst längst ausgebrochen.

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