Kategorie: Hintergrund

Zwischen Diversität und Stigmatisierung. Antisemitismus und Bildungsarbeit in der Migrationsgesellschaft

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Antisemitische Äußerungen und Weltbilder stellen Pädagog_innen vor besondere Herausforderungen – auch weil sie häufig mit Fragen und Konflikten in der Migrationsgesellschaft in Verbindung stehen. In ihrem Beitrag fasst Anne Goldenbogen den Stand der wissenschaftlichen Debatte zum Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft zusammen und plädiert für eine kritische Auseinandersetzung mit eigenen Haltungen und Erfahrungen in der pädagogischen Arbeit, aber auch für eine stärkere Berücksichtigung der Lebensrealitäten und Identitätskonstruktionen von Jugendlichen.

Von postmigrantisch zu postmuslimisch. Ausgrenzende Narrative und institutionelle Imprägnierung als Abwehr gegenüber religiöser Vielfalt am Beispiel des Islams

postpost

Auseinandersetzungen über Deutschsein im Einwanderungsland werden in Deutschland vor allem anhand der Kategorie „Muslim“ geführt. Diese in der Folge post-migrantischer Auseinandersetzungen entstandenen Konflikte lassen sich daher in Anlehnung an Naika Foroutans Konzept des „Postmigrantischen“ als postmuslimische Auseinandersetzungen bezeichnen. Auch wenn es vordergründig um religionspolitische Themen geht, steht doch immer wieder die Frage von Zugehörigkeit und Nicht-Zugehörigkeit im Fokus der Debatten. Eine kritische Auseinandersetzung von Steffen Beigang.

Reflektionen zu Ideologien der Ungleichwertigkeit von Menschen mit Rassismuserfahrungen

IDA

Gibt es einen Unterschied zwischen Ungleichheitsvorstellungen von Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte? Können jugendliche Migrant_innen überhaupt rassistisch sein? Wie damit umgehen, wenn in Fortbildungen von Teilnehmenden immer wieder darauf verwiesen wird, dass Deutsche ohne „Migrationshintergrund“ abgelehnt würden und dies eine zunehmende „Deutschenfeindlichkeit“ belege? Und welche Rolle spielen diese Fragen für die pädagogische Arbeit? Eine Analyse der ufuq.de-Mitarbeiter_innen Sindyan Qasem, Nalan Yağci und Mirjam Gläser.

Der NSU-Komplex als Auftrag für die politische Bildung

Buch Bozay

Wie kann es passieren, dass gewaltbereite Rechtsradikale über Jahre eine Serie von Morden verüben können und die Polizei die Täter unter ihren potentiellen Opfern sucht, statt im immer dichter werdenden Netzwerk der Neonazi-Szene zu ermitteln? Der Sozialwissenschaftler Kemal Bozay hat die rassistischen Ermittlungsmethoden persönlich erlebt. Er fordert mehr politische Bildung, um eine gesellschaftliche Diskussion über Ursachen und Folgen des NSU-Komplex anzuregen.

Wenn Konformität zur Rebellion wird. Der Salafismus als jugendkulturelle Provokation

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Wie kann es sein, dass eine Ideologie, die es seit Ewigkeiten gibt, gerade heute bei den Jugendlichen Westeuropas einen Aufschwung erlebt? Warum sehnen junge Männer und Frauen mit und ohne „Migrationshintergrund“ das frühe Mittelalter herbei und bilden damit eine der dynamischsten gegenwärtigen Jugendbewegungen? Diesen Fragen kommt man näher, ohne theologische Diskurse zu führen, erklärt Aladin El-Mafaalani in diesem Beitrag. Entscheidend seien vielmehr soziologische und entwicklungspsychologische Perspektiven.

Herausforderung 2.0: Ansätze und Erfahrungen der politischen Bildung in Sozialen Netzwerken

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Soziale Netzwerke können in der Bildungsarbeit mit Jugendlichen viel mehr sein als nur ein Methodenlieferant für lebensweltnahe Einstiege in tiefere Gespräche. Der für Jugendliche selbstverständlich gewordene Umgang mit Sozialen Medien verändert das Lernverhalten an sich – und politische Bildung muss darauf reagieren. Sindyan Qasem beschreibt die Herausforderungen und zeigt Möglichkeiten auf, Soziale Medien in der Bildungsarbeit zu nutzen. Die Anregungen basieren u.a. auf den Erfahrungen des Projektes „Was postest Du? Politische Bildung mit jungen Muslim_innen online“.

Studie zu Willkommensklassen: Neues Konzept ohne Zukunft?

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Die Einrichtung von Willkommensklassen für geflüchtete Kinder stellt viele Schulen und Lehrkräfte vor neue Herausforderungen. Für manche gelten diese Klassen als der beste Weg, um Kindern und Jugendlichen ein Ankommen in Deutschland zu erleichtern. Andere befürchten, die getrennten Klassen würden einen späteren Übergang in den Regelunterricht eher erschweren. Das Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) hat hierzu eine umfassende Studie vorgelegt. Im ufuq.de-Interview beschreibt Birgit zur Nieden die Ergebnisse.

„Einen Generalverdacht gegen ganze ethnische Gruppen darf es nicht geben“ – Über Racial Profiling und die Folgen

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Wieder sorgen die Ereignisse der Silvesternacht in Köln für heftige Diskussionen. Dieses Jahr sind es allerdings nicht sexuelle Übergriffe, die für Aufregung sorgen. Dafür steht nun das Vorgehen der Polizei in der Kritik: Hatte sie doch sehr gezielt junge Männer mit vermeintlich nordafrikanischem Äußeren im Visier. In einem Tweet der Polizei wurden diese als „Nafris“ bezeichnet. Zur Diskussion über die Verwendung rassistischer Begriffe und Racial Profiling im Polizeieinsatz sprachen wir mit der Kriminologin Dr. Daniela Hunold, die zur Polizeiarbeit in multiethnischen Städten forscht.