Kategorie: Hintergrund

Islamistische Radikalisierung in Haftanstalten: eine Randerscheinung?

Woran erkennt man bereits radikalisierte Islamist*innen in Haft? Die Herausarbeitung von eindeutigen Merkmalen gestaltet sich für Behörden als schwierig. Eine verzahnende Zusammenarbeit von Justiz, Sicherheitsbehörden und zivilgesellschaftlichen Trägern sei daher notwendig, um die Komplexität von Radikalisierung begreifen und sie frühzeitig abwenden zu können, sagt der Politik- und Islamwissenschaftler Samet Yilmaz. Dass die Radikalisierung von Islamist*innen entgegen verbreiteter Annahmen in der Öffentlichkeit nicht erst in Haftvollzugsanstalten beginnt, sondern bereits früher, erörtert in diesem Artikel aus der Zeitschrift für soziale Strafrechtspflege Nr. 12/2018.

Umgehen mit Kindern aus salafistisch geprägten Familien – Handlungsempfehlungen für pädagogische Fachkräfte im Schulkontext

Wenn Kinder aus salafistisch geprägten Familien die Schule besuchen, kann es zu Konflikten innerhalb der Klasse und mit den Lehrkräften kommen. Worauf sollten Lehrkräfte in diesem Fall achten? Wen können sie um Rat fragen, wenn sie den Verdacht haben, dass das Kindeswohl gefährdet sein könnte? Wie kann die Resilienz von Kindern gestärkt werden? Kim Lisa Becker und Tobias Meilicke von der Beratungsstelle PROvention geben auf der Grundlage ihrer Erfahrungen mit salafistischen Familien einen Einblick.

Interview mit Streetwork@Online: Aufsuchende Sozialarbeit in Social Media

Social Media sind von großer Bedeutung für die Verbreitung von islamistischem Gedankengut und bei Radikalisierungsprozessen, besonders bei Jugendlichen. Das Präventionsprojekt streetwork@online will mit aufsuchender Sozialarbeit in den sozialen Netzwerken eine demokratische Debattenkultur fördern und einer islamisch begründeten Radikalisierung entgegenwirken. Dazu beteiligen sich Mitarbeitende an Online-Diskussionen und suchen das Gespräch im Einzelchat mit jungen Menschen der Zielgruppe. Lesen Sie hier ein Interview mit dem Projektmitarbeiter Adrian Stuiber, das er der Bundeszentrale für politische Bildung gab.

„Die, die da sind, sind gut“: Nils Katz und Tobias Nolte von der Rütli-Schule zu Gast beim ufuq.de Couch Talk

Nils Katz und Tobias Nolte sind Lehrer an der Rütli-Gemeinschaftsschule in Berlin-Neukölln. In ihrer Freizeit werben sie in Workshops bei angehenden Lehrer*innen für die Arbeit an sogenannten „Brennpunktschulen“. Mit uns sprechen sie darüber, ob sie mit dem Begriff Brennpunktschule überhaupt etwas anfangen können, welchen Herausforderungen sie sich im Arbeitsalltag gegenüber sehen und warum sie die Arbeit an der Rütli-Schule etwa einem Gymnasium in Charlottenburg vorziehen.

„Ihr betreibt Identitätspolitik“ – ein Streitgespräch mit Kurt Edler zu antimuslimischem Rassismus, Lobbyismus und den Grenzen von Religiosität im öffentlichen Raum

Im Februar 2019 diskutierten Studiendirektor i. R. Kurt Edler und Götz Nordbruch von ufuq.de bei einem Werkstattgespräch des Vereins für Demokratie und Vielfalt in Schule und beruflicher Bildung in Berlin über pädagogisches Handeln im Spannungsfeld von Islamismusprävention und Antidiskriminierung. Schnell wurde klar, dass die Gesprächspartner zum Teil sehr unterschiedliche Ansätze vertreten – und dass weiter diskutiert werden sollte. ufuq.de-Mitarbeiterinnen Mirjam Gläser und Sakina Abushi verabredeten sich daher ein zweites Mal mit Kurt Edler. Lesen Sie hier das Streitgespräch zu antimuslimischem Rassismus, Identitätspolitik und den Grenzen von Religiosität im öffentlichen Raum im Wortlaut-Protokoll.

Kompetenzen für die „digitale Welt“ und politische Bildung – was Schulen zur aktiven Teilhabe in der digitalen Gesellschaft beitragen können

Die Nutzung von Online-Medien spielt sowohl in der politischen Bildung als auch in der Präventionsarbeit eine wachsende Rolle. Damit verbindet sich die Frage nach den notwendigen Kompetenzen, die in der Bildungsarbeit vermittelt werden sollten, sowie nach den Methoden, die dafür geeignet sind. Sebastian Kauer, Leiter eines Redaktionsbüros für digitale Bildungsmedien in Köln, geht der Frage nach, wie politische Bildung in der „digitalen Welt“ grundsätzlich aussehen kann.

Radikalisierungsprävention durch Theaterpädagogik – ein Evaluationsbericht

Theaterstücke können, solange Vor- und Nachbereitungen von Lehrkräften getroffen werden, eine effektive Möglichkeit sein, Schüler_innen nachhaltig zu sensibilisieren und Radikalisierung vorzubeugen. Das von Gerburg Maria Müller und Alessandra Ehrlich konzipierte Theaterstück „Jungfrau ohne Paradies“ richtet sich an junge Menschen und thematisiert Islamismus, Liberalität, Gleichberechtigung und die Rolle der Frau. Dr. Melanie Wegel, Professorin an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, hat das Projekt wissenschaftlich evaluiert.

Anders erinnern: Für eine ost-migrantische Erinnerungspolitik

Die offizielle Erinnerungskultur zu 30 Jahren Mauerfall schließt kritische ostdeutsche und migrantische Perspektiven gleichermaßen aus. Für Migrant_innen sind die 1990er Jahre zum Symbol eines ausschließenden Nationalismus geworden, und all jene Ostdeutsche kommen nicht vor, die die Wende vor allem als den Auftakt eines heftigen Abstiegs erinnern. Elisa Gutsche und Pablo Dominguez finden es höchste Zeit, ein multidirektionales Erinnern zu erproben.

Wie politisch ist das Religiöse? Grundbedingungen für eine religionssensible politische Bildung in kirchlicher Trägerschaft

Zeitgenössische politische Bildung muss den Blick auch auf das Religiöse lenken, damit nicht Religiosität mit Fundamentalismus verwechselt wird. Der katholische Theologe Karl Weber untersucht, wie die politische Bildung sich zu Religion, religiöser Überzeugung und religiösen Inhalten verhält. In diesem Beitrag spricht er sich dafür aus, dass auch in der politischen Bildung ein größeres Interesse daran entwickelt wird, wie sich religiöse Vorstellungen auf die konkrete politische Praxis auswirken.